Modernen Treibstoff tanken

Neue Erdgas-Tankstelle in Baunatal

Lkw-Fahrer tankt Flüssigerdgas
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Das Netz von Flüssigerdgas-Tankstellen soll in den kommenden Jahren ausgebaut werden: In Baunatal wurde nun der Betrieb einer solchen Tankstelle genehmigt. symbol

Das Kasseler Regierungspräsidium (RP) hat als zuständige Behörde eine LNG-Tankstelle in Baunatal genehmigt. Das sind Tankstellen zur Betankung von Lkw mit tiefkaltem Erdgas (Liquefied Natural Gas).

Baunatal – Das teilte das RP jetzt mit. Die Tankstelle soll demnach von der Raiffeisen Handels- und Vermittlungs GmbH in Baunatal in der Nähe zur A 49 errichtet und betrieben werden. Das Erdgas wird in einem vakuum-isolierten Tank mit einer Kapazität von 24,4 t bei atmosphärischem Druck und einer Temperatur unter minus 162 Grad gelagert. Bei solch niedrigen Temperaturen verflüssigt sich Erdgas und nimmt ein 600-mal kleineres Volumen als gasförmiges Erdgas ein. Durch das tiefkalte Verflüssigen können Lkw mit einer großen Menge Erdgas betankt werden, welche das Gas ebenfalls tiefkalt mit sich führen, teilt das RP weiter mit.

LNG als Kraftstoff verbrenne sehr sauber. Luftschadstoffemissionen wie Stickstoffdioxid und Feinstaub, würden im Vergleich zu Kraftstoffen aus Mineralöl weiter verringert. Auch wird bei der Nutzung von LNG die Belastung der Atmosphäre mit dem Treibhausgas CO2 reduziert. Bei der motorischen Verbrennung von LNG entstehe bis zu 30 Prozent weniger CO2 als bei der Nutzung von Diesel. Spezielle LNG-Motoren für Lkw reduzierten zusätzlich auch die Geräuschentwicklung. Eine EU-Richtlinie für den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe sieht unter anderem vor, dass bis 2025 auf den Trucker-Routen der Europäischen Union mindestens alle 400 Kilometer eine LNG-Tankstelle angefahren werden kann.

Mit der neuen Anlage in Baunatal wurde bereits die vierte LNG-Tankstelle in Nordhessen genehmigt. Die weiteren Tankstellen befinden sich in an der A 7 in der Gemeinde Knüllwald, betrieben durch die BarMalGas GmbH und im Güterverkehrszentrum Kassel/Lohfelden, betrieben durch die Liqvis GmbH und die Shell Deutschland GmbH. Zudem gibt es in Baunatal an der Westfalen-Station in Rengershausen eine Tankanlage für Lkw, die mit Erdgas fahren.

In Deutschland gibt es bisher kein Anlandeterminal für die Lieferung von Flüssigerdgas. LNG kann über benachbarte Staaten, beispielsweise Belgien, Niederlande, oder andere europäische Staaten – auf den deutschen Markt gebracht werden. Mehrere mögliche Standorte sind jedoch in Vorbereitung. Entstehen könnten sie in Brunsbüttel (geplante Inbetriebnahme 2022), in Stade (Inbetriebnahme 2026), in Wilhelmshaven (Bau eines LNG-Terminals wird geprüft) und Rostock (Inbetriebnahme 2023).

Die Nutzung von Flüssigerdgas als Kraftstoff wird von Umweltverbänden kritisch gesehen. Bei der Nutzung als Antrieb in Verbrennungsmotoren ohne Abgasbehandlungskatalysator könne in bestimmten Betriebszuständen das in LNG vorhandene Methan nicht vollständig verbrannt werden und gelange durch den Auspuff in die Atmosphäre, wie mehrere Wissenschaftler in einem Fachartikel deutlich machten, den sie kürzlich gemeinsam über die Cambridge University Press veröffentlichten. (Daniel Göbel)

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