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Neue Idee für günstiges Wohnen: Landkreis Kassel will Baugesellschaft gründen

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Von: Moritz Gorny

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Warum neu bauen, wenn es bereits passende Gebäude gibt?: Landkreis und Kommunen ziehen auch in Erwägung, Fachwerkhäuser als Sozialwohnungen umzubauen. © Symbolbild: Novak

Kreis Kassel. Für Menschen mit wenig Geld bleibt oft nur die Sozialwohnung als Bleibe. Die sind jedoch Mangelware in der Region. 20 Kommunen und der Landkreis wollen das ändern.

In Zusammenarbeit mit 20 Kommunen will der Landkreis eine Baugesellschaft – vorzugsweise eine GmbH – gründen: „Der Wunsch der Bürgermeister ist, dass sich die neue Wohnungsbaugesellschaft nicht nur auf den Bau von Sozialwohnungen konzentriert“, sagt Landrat Uwe Schmidt (SPD). Es gehe auch darum, „bezahlbaren und barrierefreien Wohnraum“ zu schaffen. Auch Banken, Baugesellschaften und Privatpersonen hatten Interesse an dem Projekt bekundet.

Anstoß waren zwei Anträge aus dem Kreistag im Mai vergangenen Jahres. Darin wurde der Landkreis beauftragt, zu prüfen, ob eine Wohnungsbaugesellschaft umsetzbar wäre und wie hoch der Bedarf tatsächlich ist. Bedarf besteht, die Prüfergebnisse sind dramatisch: 1383 Sozialwohnungen gibt es laut Martina Rapprich, Leiterin des Immobilienmanagements des Landkreises. 

Es fehlt vor allem an Wohnungen mit bis zu 50 Quadratmetern

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Martina Rapprich © Lischper

n den vergangenen fünf Jahren seien 100 Wohnungen entstanden. Allerdings laufe bis 2020 die Mietpreisbindung bei rund 430 dieser Wohnungen aus, sodass die Unterkünfte ihren Status als Sozialwohnung verlieren. Damit schrumpft die Zahl der Sozialwohnungen drastisch.

Vor allem kleine Wohnungen bis 50 Quadratmeter, aber auch Wohnraum für Großfamilien seien in Kreis und Stadt Kassel Mangelware. Die Lage habe sich durch die Flüchtlinge noch verschärft, unterstreicht Rapprich. Demnach leben 520 anerkannte Flüchtlinge in der Stadt und 1030 im Landkreis Kassel in Unterkünften. Für sie ist es bei der aktuellen Wohnsituation unmöglich, eine bezahlbare Wohnung zu finden.

Deswegen sind nicht nur Neubauten eine Option: „Während in Gemeinden um die Stadt Kassel herum Wohnungsknappheit herrscht, drohen im nördlichen Kreisgebiet Leerstand und Verfall“, sagt Rapprich. Es könnten auch Gebäude für den sozialen Wohnungsbau saniert werden. „Jetzt ist der Kreistag am Zug“, sagt Schmidt. Das Projekt muss von dem Gremium abgesegnet werden. Wann die Gesellschaft gegründet werden kann, ist noch unklar.

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