soll im März beschlossen werden

Baulücken im Fokus - Neues Konzept für Wohnen und Gewerbe im Landkreis Kassel

Das Zentrum der Stadt Baunatal und die Häuser rund um das Parkstadion.
+
Wo es Baupotenziale gibt und was dabei stets bedacht werden muss, ist im Siedlungsrahmenkonzept 2030 des Zweckverbands Raum Kassel zu finden. Das Symbolbild zeigt Baunatal und die Häuser rund um das Parkstadion.

Wie kann die Region Kassel so entwickelt werden, dass auch in 10 bis 15 Jahren noch ausreichend Flächen zum Wohnen und für Gewerbe zur Verfügung stehen?

Kreis Kassel – Mit dieser Frage beschäftigt sich das Siedlungsrahmenkonzept 2030 des Zweckverbands Raum Kassel (ZRK). Der Inhalt des Konzeptes ist „mehr als eine Idee, aber auch noch nicht in Stein gemeißelt“, erklärt ZRK-Verbandsdirektor Kai Georg Bachmann – er bilde das Gerüst für die Zukunft von Wohnen und Gewerbe.

Beschlossen werden soll es bei der Versammlung im März. Es gehe darum, Flächenentwicklungs- und Erweiterungspotenziale in den elf Mitgliedskommunen schriftlich festzuhalten. Heißt: Welche Flächen gibt es, auf denen gebaut werden kann, und welche können potenziell erschlossen werden?

Laut dem Institut für Wohnen und Umwelt liegt der Mehrbedarf an Wohnungen für den Zeitraum 2015 bis 2030 bei etwa 22 400 Wohneinheiten. Bei etwa 35 Wohneinheiten pro Hektar ergibt sich laut Bachmann im ZRK-Gebiet ein Bedarf von etwa 630 Hektar, die bis 2030 benötigt werden. Wo überall Potenzial besteht, sei im Siedlungsrahmenkonzept 2030 zu finden – allerdings seien nicht alle Flächen sofort verfügbar, weil sich viele in Privatbesitz befänden. Stadt und Landkreis Kassel unterschieden sich in der Hinsicht allerdings stark – in der Stadt plane man teilweise mit bis zu 100 Wohneinheiten pro Hektar, das sei im Landkreis nicht möglich.

Dabei sind laut Bachmann die Innenentwicklung, die Flächenersparnis und der Umweltschutz wichtig. Es sollen also nicht immer weiter Flächen am Rand erschlossen werden, sondern auch Potenziale im Inneren von Orten und Städten genutzt werden, ohne dabei Raum und Umweltressourcen zu „verschwenden“.

Die Prognosen für die Entwicklung der Einwohnerzahlen sahen 2004 viel schlechter aus, als es sich tatsächlich entwickelt hat: Bis 2018 lag die Prognose für die Stadt Kassel bei rund 183.000, für den Landkreis bei rund 230.000. Tatsächlich hatte die Stadt 2018 etwa 205.000 Einwohner und der Kreis 237.000.

„Für den Klimaschutz herrscht ein größeres Bewusstsein, als ich es vor anderthalb Jahren eingeschätzt hätte“, so der Verbandsdirektor. Es gebe weitere positive Zeichen, was er am Beispiel Schauenburg beschreibt: Bei den Häusern aus den 1960er- und 1970er-Jahren hätten mehr als 100 den Besitzer gewechselt, meist von älteren zu jüngeren. „Es gibt eine sehr gute Nachnutzungskette“, wie Bachmann es beschreibt. Es sei wichtig, in den Orts- und Stadtkernen Gebäude und Flächen umzunutzen. Das werde beispielsweise durch Aufwertung der Kerne und eine bessere Aufenthaltsqualität erleichtert, wie es in Fuldatal-Ihringshausen passiert sei.

In der Region Kassel bestehe eine beständige Nachfrage von etwa 200 Hektar neuer Gewerbefläche pro Jahr. Alle Gewerbegebiete über fünf Hektar werden laut Bachmann nur noch interkommunal geplant, wodurch die Konkurrenz wegfalle. Ein Beispiel dafür sei das Gewerbegebiet „Sandershäuser Berg“. (Lara Thiele)

Qualitätsmaßstäbe für das Konzept

Für das Siedlungsrahmenkonzept wurden unter anderem folgende Kriterien festgelegt:

  • sparsame Flächeninanspruchnahme, das heißt: Innen- vor Außenentwicklung
  • Berücksichtigung von Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen
  • Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Erreichbarkeit von Infrastruktureinrichtungen und Erholungsflächen
  • Gewährleistung einer möglichst gemischten Sozialstruktur

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.