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Neues Pumpwerk soll Fuldabrück bei Hochwasser schützen

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Von: Valerie Schaub

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Zur Hälfte ist die Bohrhülle schon mit Beton gefüllt: Alexander Meier, Sergiu Denis, Vladei Denis und Andreas Kraft von der Bohrkolonne warten auf die neue Lieferung des Beton-Lkw.
Zur Hälfte ist die Bohrhülle schon mit Beton gefüllt: Alexander Meier, Sergiu Denis, Vladei Denis und Andreas Kraft von der Bohrkolonne warten auf die neue Lieferung des Beton-Lkw. © Valerie Schaub

Hochwasserschutz ist eine Herausforderung für viele Orte an Flüssen. Fuldabrück investiert jetzt über 3 Millionen Euro in ein neues Pumpwerk. Eine archimedische Schraube soll das Kanalnetz vor Überlastung schützen.

Fuldabrück – Wenn die Fulda Hochwasser hat und es stark regnet, können in Dennhausen schon mal die Keller volllaufen. Jetzt baut die Gemeinde am Standort des alten Abwasserpumpwerks ein neues. Das ist so ausgestattet, dass es im Ernstfall das Kanalsystem entlasten würde. Dafür sorgt eine archimedische Schraube, die es schafft, das im Kanal aufgestaute Wasser hoch zu befördern und zurück in die Fulda laufen zu lassen.

Diese archimedische Schraube, auch Schneckenpumpwerk genannt, ist eines der Besonderheiten des 3,5 Millionen Euro teuren neuen Werks, erklärt Thorsten Stier vom Ingenieurbüro Oppermann. Weil der Fuldabrücker Ortsteil recht nah am Ufer liegt, war dies auch eine Vorgabe der Oberen Wasserschutzbehörde.

Aber dieses Detail ist nicht der Grund, warum das Werk neu gebaut wird. Die 44 Jahre alten Pumpen, die bisher das Schmutz- und Regenwasser aus Denn-/Dittershausen und Dörnhagen unter der Fulda hindurch zur 500 Meter entfernten Kläranlage beförderten, entsprachen schlichtweg nicht mehr dem Stand der Technik, erklärt Bürgermeister Dieter Lengemann. Solange das neue Werk nebenan gebaut wird, arbeiten die Pumpen aber noch. 60 Liter pro Sekunde pumpen sie in Richtung Kläranlage.

Die Bauarbeiten sind in vollem Gange: Matschig ist die geebnete Fläche, eine Pfahlbohrmaschine schiebt langsam einen Baumstamm großen Bohrer in die Erde. Um die neuen Pumpen in den Boden zu bauen, arbeitet das Ingenieurbüro mit einer Bohrpfahlwand. Sie bildet eine Art Schale für die Außenwände. Die Maschine wird insgesamt 85 Pfähle in die Erde treiben, drei schafft der Bohrtrupp am Tag. „Dann wird quasi der Boden ausgelöffelt“, erklärt Bauleiter Stier. Das Werk wird zehn Meter tief sein. Ende 2023 soll das Werk fertig sein.

Erst zum Schluss entsteht das, was dem Dorf in einer Notlage helfen soll: das Schneckenpumpwerk. Bei Starkregen und Hochwasser in der Fulda steigt auch der Wasserspiegel im Staukanal – das Wasser könnte nicht in die Fulda ausweichen und es gäbe einen Rückstau bis in die Keller der Häuser. An diesem Punkt würde in der neuen Anlage die Schneckenpumpe zum Einsatz kommen. Sie springt an, wenn der Wasserspiegel im Kanal eine bestimmte Höhe überschritten hat. 950 Liter in der Sekunde kann die Schraube nach oben befördern. Über dem Hochwasserniveau läuft das stark verdünnte Schmutzwasser in die Fulda.

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