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Tiny Häuser aus der Region: Glücklich in einem kleinen Haus aus Holz

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Von: Josefin Schröder

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Ein Zuhause im Kleinformat: Martin Stalke in einem 35 Quadratmeter großen Tiny-House von Winstern. Es ist 12,5 Meter lang, 3,4 Meter breit und genauso hoch.
Ein Zuhause im Kleinformat: Martin Stalke in einem 35 Quadratmeter großen Tiny House von Winstern. Es ist 12,5 Meter lang, 3,4 Meter breit und genauso hoch. © josefin schröder

Kleiner Wohnraum ist gefragter denn je. Das Unternehmen Winstern hat genau das erkannt und baut in Schauenburg kleine, nachhaltige Häuser.

Schauenburg – Zu dritt auf 30 Quadratmetern leben – was für viele schwer vorstellbar klingt, haben sich die Kunden von Martin Stalke ausdrücklich so gewünscht. In ihrem Tiny House (englisch für Mini-Haus) der Schauenburger Firma Winstern wohnt die Familie in Berlin.

Seit 2015 hat sich Winstern GmbH auf den Bau von kleinen, nachhaltigen Modulhäusern aus Holz spezialisiert. „Der Bedarf an kleinen Wohnungen auf dem Markt war gedeckt, der für große Häuser auch. Aber nicht für kleine Häuser“, sagt Martin Stalke, der als Projektleiter bei Winstern arbeitet.

Zusammen mit einem siebenköpfigen Team, Geschäftsführer Johann Winkinster, einem Architekt aus Elgershausen und einem Kasseler Statiker arbeitet er Konzepte fürs minimalistische Wohnen aus. „Ganz individuell.“ So wie letztens das sechs Quadratmeter Haus, was sich eine Kundin als Büro in ihren Garten hat bauen lassen.

Schauenburg (Kreis Kassel): Trend geht zum kleineren Wohnraum

Ein Zimmer, Küche, Bad: So sieht es im Inneren des Mini-Hauses aus.
Ein Zimmer, Küche, Bad: So sieht es im Inneren des Mini-Hauses aus. © WInstern GMBH

Mit dem Beginn der Pandemie beobachtete Stalke bei vielen Kunden den Wunsch, bewusster zu leben, sich zu verändern und zu verkleinern. Die meisten von ihnen seien in einem fortgeschrittenen Alter. Wenn die Kinder ausgezogen sind und das Haus für zwei zu groß geworden ist, hinterfragen sie ihre Wohnsituation. Auch die Frage „Wie komme ich mit meiner Rente klar“, beschäftigt dann viele. Zusätzlich steigere vor allem die Zinserhöhung das Interesse nach kleinem, bezahlbaren Wohnraum, sagt Stalke.

Abgesehen von individuellen Bauplänen, kann man sich im Portfolio von Winstern zwischen sieben Modellen entscheiden. Modell Amsterdam für 65 000 Euro, ist mit 28 Quadratmetern das kleinste. Modell Berlin mit 60 Quadratmetern und einem optionalen Dachboden das meist verkaufte.

In einer eigenen Produktion im ukrainischen Lemberg wird jedes noch so kleine Haus energieeffizient gebaut. Bis auf einen zweiwöchigen Produktionsstillstand im März 2022 habe der Ukraine-Krieg keine Auswirkungen auf den Betrieb gehabt. Wieder in Deutschland werden die fertigen Häuser „wie Mietwohnungen übergeben“, erklärt Stalke. „Nur mit Kran.“

Voraussetzungen für ein Tiny House

Wer dauerhaft in einem Tiny House wohnen möchte, braucht ein Baugrundstück und für das Abstellen eine Baugenehmigung. Sonderfälle sind Campingplätze, auf denen dauerhaftes Wohnen erlaubt ist. Obwohl die Häuser mobil beziehungsweise innerhalb von kurzer Zeit abtransportierbar sind, werden sie nicht als Alternative zum Wohnwagen verstanden. Generell eignen sich Tiny Houses zum Beispiel für das Schließen von Baulücken. Als Grundbedingung gilt, dass sich die Minihäuser in die Umgebung einfügen müssen, sagt Harald Kühlborn vom Landkreis Kassel. (jos)

Von der ersten Planung bis zur Schlüsselübergabe vergehen etwa neun Monate. Beliebig ausgestattet mit Solarthermie, Wärmepumpe oder Wallbox kann der Bewohner direkt einziehen. Auch die Ergänzung einer Terrasse oder einem Carport bietet Winstern an.

Tiny Häuser von Schauenburger Firma sind einfach zu bewegen

Obwohl die Häuser der Schauenburger Firma nicht wie viele Tiny Häuser auf Rädern gebaut sind, seien sie einfach zu bewegen. Mit ihnen umzuziehen, sei kein Problem. Durch die fehlende Bodenversiegelung lassen sie sich „rückstandslos rückbauen“, wie Stalke sagt. Sollten sich die Bewohner irgendwann wieder nach mehr Wohnraum sehnen, kann das Tiny House in ein Feriengebiet oder auf einen Campingplatz gestellt werden.

Die nordhessischen Holzhäuser scheinen auch überregional gut anzukommen. Nach Naumburg und Wolfhagen, stehen die kleinen Häuser aus Schauenburg mittlerweile auch an der Nordsee und im Allgäu. (Josefin Schröder)

In Fritzlar wird in den Ederauen ein Tiny-Haus-Park entstehen. Der ähnliche Plan eines anderen Investors scheiterte zuvor an Parkplatz-Vorgaben der Stadt.

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