Klaus Missing ist neuer Erster Beigeordneter der Gemeinde Nieste

Als Vizebürgermeister direkt in den Chefsessel

Klaus Missing ist neuer Erster Beigeordneter der Gemeinde Nieste und prompt Rathauschef.
+
Klaus Missing ist neuer Erster Beigeordneter der Gemeinde Nieste und prompt Rathauschef.

Kaum ist er zum Stellvertreter des Bürgermeisters gewählt, muss Klaus Missing schon die Amtsgeschäfte und die Verantwortung im Niester Rathaus übernehmen.

Nieste – „Dass ich – unter diesen Umständen – auf den Chefsessel komme, hätte ich nicht gedacht“, sagt der 52-Jährige.

Nachdem bekannt geworden war, dass Bürgermeister Edgar Paul (SPD) wegen Untreue zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden ist, hatten die Gemeindevertreter ein Abwahlverfahren eingeleitet. Paul war beurlaubt worden und sein Stellvertreter Jürgen Ewig kam an die Reihe. Dieser will allerdings nicht als Erster Beigeordneter weitermachen. Schließlich bestünde die Gefahr, dass er bei einer Bestätigung Pauls im Amt doch wieder mit dem 70-Jährigen zusammenarbeiten müsse.

Und so musste sich das Niester Parlament für einen neuen Ersten Beigeordneten entscheiden, nachdem Ewig die Amtsgeschäfte rund einen Monat lang in der Hand hatte. Am Donnerstagabend fällt die Wahl auf den parteilosen Missing, der einst SPD-Fraktionsvorsitzender und Parlamentsvorsitzender in Nieste war. Am Freitagmorgen beginnt er seinen ersten Tag im Rathaus. „Klar ist da Aufregung“, sagt er im HNA-Gespräch am Nachmittag. Schließlich sei er plötzlich für eine Gemeinde und ihre Bürger verantwortlich.

Für Missing ist der Job allerdings eine Herzensangelegenheit. „Ich bin Ur-Niester und möchte etwas Gutes tun für die Gemeinde.“ Durch seine beruflichen Erfahrungen traue er sich die Aufgabe zu. Missing arbeitet seit rund 30 Jahren bei einer mittelständischen Firma in Kassel, mittlerweile als Bereichsleiter. Verantwortung für Personal und Finanzen kenne der studierte Betriebswirtschaftler also durch seinen Beruf.

Dass mit dem Ehrenamt einiges an Arbeit auf den Niester zukommt, ist ihm klar: „Die nächsten Wochen werden zackig“, sagt er. Aber 60 bis 80 Stunden pro Woche zu arbeiten, sei er gewohnt. „Und meine Frau und meine beiden Söhne stehen voll dahinter“, betont Missing.

Um dem Ehrenamt neben dem Job gerecht zu werden, will er morgens in die Verwaltung kommen und plant zusätzliche feste Zeiten ein.

In den kommenden Wochen will Missing sich einen Überblick verschaffen, den Glasfaserausbau in Nieste voranbringen und etwas für die Beziehungen mit den Nachbargemeinden tun. Alles mit Blick auf den 30. Mai, wenn der Bürgerentscheid zu Edgar Pauls Zukunft stattfindet. Wird Paul abgewählt, könne sich Missing vorstellen, selbst für das Bürgermeisteramt zu kandidieren.

Bleibt der 70-Jährige hingegen im Amt, wisse Missing noch nicht, ob er sein Vize sein möchte. „Das mache ich von der Situation abhängig.“ “ SEITE 10

Von Moritz Gorny

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.