Interview vor der Wahl

Bürgermeisterkandidat Mario Lämmerhirt: „Wir haben eine Monarchie in Nieste“

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Will in Nieste auf den Chefsessel im Rathaus: Mario Lämmerhirt (UWN). 

Gleich drei Kandidaten stehen am Sonntag, 10. Februar 2019, in Nieste zur Wahl: Hans-Joachim Kruß (CDU), der amtierende Bürgermeister Edgar Paul (SPD) und der UWN-Mann Mario Lämmerhirt. Wir haben mit Lämmerhirt über seine Ziele und Edgar Pauls Politik gesprochen.

Was motiviert Sie, sich zur Wahl zu stellen?

Mario Lämmerhirt: Mit ausschlaggebend war das Statement vom Bürgermeister, dass er keine Gegenkandidaten braucht. Motiviert haben mich aber auch Aussagen der Bürger, die bei der letzten Wahl befragt wurden und sich einen Gegenkandidaten wünschten, weil ihnen die Wahl fehlte.

Warum hat Sie die Aussage Pauls, er brauche keinen Gegenkandidaten, motiviert?

Lämmerhirt: Diese Aussage entbehrt für mich jeglicher Demokratie. Es zeigt auch, das wir in Nieste in den letzten Jahren eher eine Monarchie hatten und auch noch haben.

Was sind Ihre Ziele und wie wollen Sie es anders machen, als Edgar Paul?

Lämmerhirt: Eines meiner wichtigsten Ziele ist, eine ehrliche und auch eine transparente Politik für Nieste. Die vermisse ich in der Gemeinde. Es gibt doch recht große Projekte, wie das Neubaugebiet, den großen Neubau in der Dorfmitte.

Inwiefern ist und war die Politik nicht transparent?

Lämmerhirt: Selbst als Gemeindevertreter bekommt man viele Dinge erst spät mit, liest sie in der Presse, ohne das man vorher davon wusste. Außerdem hätte es auch große Themen in diesem Jahr gegeben, zu denen man eine Bürgerversammlung hätte machen können.

Welche zum Beispiel?

Lämmerhirt: Das sind beispielsweise das Neubaugebiet Endschlagsiedlung, das Mehrgenerationenhaus, das in der Dorfmitte entstehen soll und der Verwaltungszusammenschluss. Dazu gab es noch keine Statements vom Bürgermeister, außer vielleicht beim politischen Stammtisch der SPD.

Transparenz ist eines Ihrer Ziele. Was haben Sie sich noch vorgenommen?

Lämmerhirt: Die Kita ist ein Thema, mit dem ich durch meine Kinder täglich in Berührung komme. Schon bevor das gute Kita-Gesetz beschlossen wurde, hatte ich eine ,Qualitätsoffensive Kita‘ auf der Agenda. Dort ist viel Potenzial, sei es bei der Ausstattung, dem Personal oder auch den Räumlichkeiten. Es sind zu viele Kinder auf engstem Raum. Auch die Möglichkeiten für die Krippe sind dürftig: Gerade im Sommer müssen sich die Krippenkinder die kleine Fläche mit den Kita-Kindern teilen.

Gibt’s weitere Themen?

Lämmerhirt: Auch die Straßenbaugebühren sollte man offensiv angehen und nicht warten, bis ein Einwurf von einer Fraktion kommt. Bei der Straße ,Am Kamp‘ herrscht große Ungerechtigkeit: Wenn man bedenkt, dass täglich 80 Kinder von ihren Eltern über die Straße zur Kita gebracht werden, dann ist die Straße stark frequentiert und die Anwohner müssen dafür zahlen, obwohl sie die Straße nicht so stark nutzen.

Sind Sie also für wiederkehrende Straßenbeiträge statt der aktuellen einmaligen Variante oder wollen Sie die Abgabe komplett abschaffen?

Lämmerhirt: Ich bin dafür, dass die Kosten nicht von den Bürgern zu tragen sind. Sie müssen also komplett abgeschafft werden. Aber auch die Gemeinde könnte es nicht stemmen, wenn die Beiträge wegfielen, die die Bürger zahlen. Es muss also vom Land Hessen mehr finanzielle Unterstützung kommen.

Wie sah Ihre politische Laufbahn aus, bevor Sie 2015 in die UWN eingetreten sind?

Lämmerhirt: Ich war vorher nicht politisch aktiv, habe es zeitlich nicht geschafft. Alles verfolgt habe ich aber schon länger.

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