Auch politisch gerne am Ball

Bürgermeisterwahl in Nieste: Hans-Joachim Kruß im Porträt

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Auf dem Platz zuhause: Bürgermeisterkandidat Hans-Joachim Kruß (CDU) aus Nieste spielt seit über 30 Jahren Tennis.

Nieste/Kaufungen – Drei Kandidaten wollen auf den Chefsessel im Niester Rathaus. Wir treffen und begleiten sie bei ihrem Hobby. Heute: ein Tennis-Match mit CDU-Kandidat Hans-Joachim Kruß.

Das Warm-up

Vorab: Von einem Match kann man kaum sprechen. Der Redakteur – Ende 20 und mäßig sportlich – ist blutiger Tennisanfänger und freut sich, wenn sein Ball überhaupt über das Netz kommt und im anderen Feld landet. Aber Kruß führt in seiner Freizeit auch Kinder an den Sport heran – genug Geduld bringt er also mit. Los geht’s kurz hinter dem Netz. „Fangen Sie ruhig an, den Ball zu mir zu spielen und übers Netz zu kommen.“

Das Training

Kruß ist ein alter Hase im Tennis: Schon seit 31 Jahren betreibt er den Sport. „Vorher habe ich Fußball, Basketball und Volleyball gespielt. Mit 30 wollte ich einen Sport, bei dem mir keiner in die Knochen geht.“ Es wurde Tennis. Im Sommer trainiert er zwei Mal pro Woche, und samstags sind Spiele. Im Winter wird’s ruhiger, mit einem Training pro Woche. „Das ist mein Ausgleich zum Beruf.“

Die Taktik

„Beim Tennis schaue ich, wo die Stärken und Schwächen meines Gegners liegen und versuche die auszunutzen.“ Politisch ginge es weniger um das Gegeneinander. „Ich bin kein Parteipolitiker, mir geht’s um die Sache, um das Wohl der Gemeinde.“ Und was lässt sich da aus dem Tennissport in die Politik übertragen? „Die Fairness einerseits und andererseits auch das Teamspiel. Schließlich spielt man immer für eine Mannschaft, egal ob man allein oder im Doppel auf dem Platz steht.“

Wichtig für Kruß: Emotionen im Zaum halten. „Ich bin eher rational, auch im Politischen. Ich sehe das Problem und versuche, es zu lösen.“ Auch beim Tennis, wenn er Anfänger trainiert. Wo kann man optimieren? „Bei ihrer Rückhand schupsen Sie den Ball übers Netz“, sagt Kruß. Da fehlt die richtige Bewegung.

Die Erfolge

„Ein großer Erfolg für mich war, nach einer Herzoperation vor zwei Jahren wieder auf dem Platz zu stehen“, sagt Kruß. Ein Arzt hatte eine Grippe nicht diagnostiziert, sodass sich Kruß’ Herz entzündete. „Ich war erst sechs Wochen im Krankenhaus, um die Entzündung loszuwerden, dann noch mal zwei Wochen wegen der OP und dann noch mal sechs Wochen in der Reha. Danach musste ich sportlich bei Null anfangen. Danach das erste Mal wieder auf dem Platz zu stehen, war ein tolles Gefühl.“

Der Rückhalt

Kruß ist seine Familie wichtig, „mein Lebensmittelpunkt“. „Ich bin zwar beruflich sehr engagiert, sehe den Job aber auch als Möglichkeit, meine Familie zu ernähren.“ Das Engagement habe er über die Jahre an den Tag legen können, weil ihm auch seine Frau den Rücken freigehalten hat. Das wird auch so sein, wenn Kruß Bürgermeister wird.

Der Abschluss

Vor- und Rückhand – alles gemacht: „Sie spielen schon okay, aber für die Mannschaft reicht es noch nicht“, sagt er schließlich mit einem Schmunzeln. Und fügt hinzu: „Als ich mit 30 angefangen habe, wurde ich auch von einem 60-Jährigen lang gemacht.“ Das macht einem Mut. Jetzt schnell das Feld mit einem Besen wieder auf Vordermann bringen und das Granulat wieder ordentlich verteilen.

Muskelkater? Programmiert. Kruß hingegen ist nach dem Spiel kaum aus der Puste. Er hat heute Nachmittag noch eine weitere Trainingseinheit.

Zur Person:

Hans-Joachim Kruss (61) wurde in Kevelaer (Nordrhein-Westfalen) geboren und studierte bei der Bundeswehr in Darmstadt Maschinenbau. Nach seiner zwölfjährigen Offizierslaufbahn verließ er als Hauptmann die Bundeswehr und war in der Wehrtechnik tätig. Anschließend arbeitete er in verschiedenen Firmen jeweils als Leiter des Qualitätsmanagements. Zurzeit ist Kruß bei einem Hersteller von Türsystemen in Kassel tätig. Seit 1977 ist er mit Maria Kruß verheiratet, sie haben drei Kinder und zwei Enkel. Nach Nieste kam das Paar im Jahr 2005. In seiner Freizeit spielt Kruß Tennis bei der Tuspo Nieste, sammelt Ferraris und fliegt Hubschrauber – „aber nur im Miniaturformat“.

HNA-Lesertreff in Nieste

Knapp drei Wochen vor der Bürgermeisterwahl in Nieste lädt die HNA für Dienstag, 22. Januar, zum Lesertreff ein. Dabei wollen die Redakteure Alia Shuhaiber und Moritz Gorny den Kandidaten auf den Zahn fühlen. Auch Sie, liebe Leser, können Fragen an Edgar Paul (SPD), Hans-Joachim Kruß (CDU) und Mario Lämmerhirt (UWN) stellen. Schreiben Sie uns eine E-Mail an kreiskassel@hna.de und kommen Sie zum HNA-Lesertreff in das Dorfgemeinschaftshaus in Nieste (Wilhelm-Heitmann-Platz 1). Beginn ist um 19 Uhr.

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