Keine Angst vor hartem Spiel

Bürgermeisterwahl in Nieste: Kandidat Mario Lämmerhirt im Porträt

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Harter Aufschlag: Mario Lämmerhirt, Bürgermeisterkandidat für Nieste, will sich bei der Wahl durchsetzen. 

Nieste/Kassel. Drei Kandidaten wollen auf den Chefsessel im Niester Rathaus. Wir treffen und begleiten sie bei ihrem Hobby. Heute: ein Squash-Match mit UWN-Kandidat Mario Lämmerhirt.

Der Auftakt

Wenn der 41-Jährige aufschlägt, ist das für einen weniger geübten Spieler ein ganz schöner Hammer. So hat dann auch der Redakteur, mit dem Lämmerhirt auf den Platz geht, kein leichtes Spiel, die Angaben zu parieren. Doch es kommt ein Spielfluss zustande, der die Kontrahenten ordentlich ins Schwitzen bringt.

Für das Kandidatenporträt hat sich Lämmerhirt das Squashspiel ausgesucht, obwohl er zuletzt eigentlich keine Zeit mehr dafür gefunden hat. „Ich war seit dem Spatenstich für unser Haus im Februar 2017 nur mit dem Bau beschäftigt, habe viel selber gemacht“, erklärt der Niester. Insgesamt komme er kaum noch zum Sport. „Ich habe mir einen leichten Bauch antrainiert, statt im Squash besser zu werden“, sagt er schmunzelnd und klopft auf die Magengegend.

Das Training

Dennoch macht er bei der Rückschlag-Sportart keine schlechte Figur, trifft die Bälle mit guter Wucht, kontert geschickt. Das erste Match geht zwölf zu zehn für ihn aus. Man merkt, dass Lämmerhirt in jüngeren Jahren viel Sport gemacht hat und vertraut ist mit Bewegungen. „Ich habe in der Kindheit und Jugend exzessiv Handball gespielt, bei der BSG Motor Eisenach (später ThSV Eisenach)“, erzählt Lämmerhirt. Ohnehin hätten ihm Ballsportarten Spaß gemacht, egal ob Basketball, Tischtennis oder Volleyball. „Ich bin ein Ball-Fanatiker. Allerdings hatte ich irgendwann ein Zeitproblem, weil ich beruflich eingespannt war, und habe es nicht mehr zu den regelmäßigen Trainings geschafft.“ Leistung, darum sei es in der DDR gegangen, vor allem beim Handball. „Wenn man in den Sommerferien nicht zum Training kam, sondern vom Trainer im nahegelegenen Schwimmbad erwischt wurde, gab’s Ärger. Dann mussten wir Strafrunden laufen.“

Die Motivation

Trotz des fehlenden Sports in der vergangenen Zeit hat Lämmerhirt Ehrgeiz: Beim Zwischenstand von fünf zu drei für den Redakteur beißt der Niester kurz auf den Schläger. „Natürlich spiele ich, um zu gewinnen, aber man muss auch verlieren können“, sagt er, fängt sich wieder und holt auf. Kampfgeist, sich durchzubeißen, Teamfähigkeit, all das habe er im Sport lernen können. Diese Eigenschaften wolle er auch im Rathaus einbringen, wenn er es auf den Chefsessel schafft.

Erst einmal gilt es aber, ein Match zu gewinnen. Und das gelingt. Auch die zweite Runde entscheidet Lämmerhirt, wenn auch nur knapp, mit elf zu neun für sich. Ob er Angst hat, dass ihm – wie auch mit dem Sport – die Zeit für seine Familie fehlen könnte, wenn er Bürgermeister wird? „Nein, die Familie ist mein ein und alles. Man ist zwar als Bürgermeister sehr eingespannt, aber das Team im Rathaus ist eingespielt und ich glaube, ich finde noch Zeit für die Familie.“ Fazit: Lämmerhirt ist ein zäher, aber fairer Gegner, „wenn auch eingerostet“, wie er selbstkritisch sagt.

Zur Person

Mario Lämmerhirt (41) wurde in Eisenach geboren, wo er eine Ausbildung zum Elektroinstallateur absolvierte. Später studierte er Informatik in Kassel. In Nieste lebt er seit 2009, trat 2015 der UWN (Unabhängige Wähler Nieste) bei. Lämmerhirt arbeitet als IT-Spezialist bei der Polizei, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er spielt gern Squash, fährt Fahrrad, fotografiert und beschäftigt sich mit Politik, auch als Mitglied der Freien Wähler Hessen.

HNA-Lesertreff in Nieste

Knapp drei Wochen vor der Bürgermeisterwahl in Nieste lädt die HNA für Dienstag, 22. Januar, zum Lesertreff ein. Dabei wollen die Redakteure Alia Shuhaiber und Moritz Gorny den Kandidaten auf den Zahn fühlen. Auch Sie, liebe Leser, können Fragen an Edgar Paul (SPD), Hans-Joachim Kruß (CDU) und Mario Lämmerhirt (UWN) stellen. Schreiben Sie uns eine E-Mail an kreiskassel@hna.de und kommen Sie zum HNA-Lesertreff in das Dorfgemeinschaftshaus in Nieste (Wilhelm-Heitmann-Platz 1). Beginn ist um 19 Uhr.

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