An Endschlagsiedlung

Der Bus hat seine eigene Ampel: Besondere Regelung in Nieste für Bauprojekt

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Gleich kann’s weitergehen: Rechts im Bild ist die Ampel an der Straße Endschlagsiedlung zu sehen, an der der Busfahrer die Ampel auf der Witzenhäuser Straße auf Rot stellt. Kurz darauf kann der Fahrer auf die Straße einbiegen. 

Sowas sieht man nicht alle Tage: An der Niester Endschlagsiedlung, wo Leerrohre verlegt werden, steht seit Kurzem eine Ampel, die von einem Busfahrer bedient wird. 

„Biegt ein Bus von der Witzenhäuser Straße in die Straße Endschlagsiedlung ein, muss er hier wenden, weil die Straße gesperrt ist“, sagt Thorsten Reul von Energienetz Mitte. So weit, so gut. „Damit er sich gut wieder in den Verkehr einfädeln kann, schaltet der Fahrer händisch die Ampel an der Witzenhäuser Straße ein, damit der Verkehr dort wartet“, so Reul weiter.

Der Fahrer habe dann 90 Sekunden Zeit, um Fahrgäste aus- und einsteigen zu lassen, zurückzusetzen und das Fahrzeug dann wieder auf die Witzenhäuser Straße zu bewegen.

Notwendig sei das ausgeklügelte System, weil die Endschlagsiedlung seit vergangener Woche voll gesperrt ist. Denn derzeit sorgen ein Stück weiter Mitarbeiter der Firma Emmeluth dafür, dass Leerrohre für das künftige Baugebiet mit 15 Grundstücken liegen. Da der Bus dementsprechend nicht – wie gewohnt – durch die Einbahnstraße Endschlagsiedlung fahren kann, sondern wenden muss, haben sich Gemeinde, NVV, Energienetz Mitte und Ordnungsamt den Kniff mit der Ampel überlegt. 

„Ich mache den Job nun seit 36 Jahren, trotzdem habe ich so eine Ampel für einen Bus noch nicht gesehen“, sagt Reul, der 53-jährige Regio-Monteur. Das sei natürlich eine aufwendige Angelegenheit. Allerdings hätten die hohe Verkehrsdichte und die Situation vor Ort nichts anderes zugelassen, sagt Reuls Kollege Andy Brandt, Regio-Meister bei Energienetz Mitte. 

„Die vielen Fahrzeuge, die durch die Sperrung zwischen Königsalm und Heiligenrode jetzt hier lang fahren, machen diese Variante notwendig“, ergänzt Niestes Bürgermeister Edgar Paul (SPD). Ohne die Ampel käme der Bus, der montags bis freitags zwischen fünf Uhr und Mitternacht stündlich hier her fahre, nicht zurück auf die Straße und verliere Zeit.

Beschwerden von Busfahrern hätte es in dieser Hinsicht bislang noch nicht gegeben, sagt Brandt. Wenn alles gut läuft, könne die Vollsperrung nach rund drei Wochen wieder aufgehoben und die Ampel abgebaut werden. „Wenn es keine Komplikationen gibt, sollte das klappen“, sagt Thomas Momberger, Polier bei der Firma Emmeluth.

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