CDU-Mann steht zur Wahl

Er ist ein Teamspieler: Hans-Joachim Kruß will Niester Bürgermeister werden

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Steht am 10. Februar 2019 in Nieste zur Wahl: der 61 Jahre alte CDU-Mann Hans-Joachim Kruß.

Nieste. Bei den zwei vergangenen Bürgermeisterwahlen hatte Edgar Paul (SPD), amtierender Niester Rathauschef, keinen Gegenkandidaten. Das ändert sich jetzt. Hans-Joachim Kruß (CDU) wirft seinen Hut ebenfalls für den 10. Februar 2019 in den Ring.

Im Jahr 2000 stellte die CDU ihren letzten Gegenkandidaten. Was sind die Beweggründe, jetzt einen zu stellen?

Hans-Joachim Kruß: Für mich als Demokrat ist eine Wahl ohne Wahlmöglichkeit keine richtige Wahl. Es muss eine Alternative geben und die will ich sein.

Die Niester CDU war lange nicht in der Gemeindevertretung aktiv, die SPD hatte die hundertprozentige Mehrheit. Als ich 2006 davon Kenntnis bekam, bin ich politisch aktiv geworden und habe die CDU mit anderen wiederbelebt. Wir sind in dieser Amtszeit neben der UWN-Fraktion in der Gemeindevertretung und sehen unsere Aufgabe als Kontrollgremium.

Das klingt nach Opposition im Parlament, nicht nach Bürgermeisterkandidatur...

Kruß: Im Augenblick muss man uns realistisch als Opposition sehen. Wenn wir mit drei Gemeindevertretern sagen, wir haben die parlamentarische Mehrheit, ist das gelogen. Ich denke, es gibt aber auch Chancen, als Bürgermeisterkandidat etwas zu bewirken.

Was heißt das konkret?

Kruß: Erstmal kommt es darauf an, Nieste so zu gestalten, dass es für junge Familien attraktiv bleibt. Dazu gehören auch entsprechende Einrichtungen: Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, die Schule, die Kita, aber auch die Vereine.

An welchen Stellen mangelt’s denn noch?

Kruß: Nieste ist gut aufgestellt. Aber: Noch ist Nachwuchs für die Schule da. Denken wir vier bis fünf Jahre weiter: Wenn nicht mehr Familien zuziehen, wird’s schwierig.

Was sind Ihre Lösungen?

Kruss: Zunächst gilt es, die sehr gute Basis im Ort zu behalten. Dazu ist es – was die Kita und die Grundschule angeht – erforderlich, weiter Familien nach Nieste zu bekommen. Da die Ausdehnungsmöglichkeiten durch Neubaugebiete in Nieste beschränkt sind, müssen wir Konzepte entwickeln, um junge Familien anzuziehen und Leerstände zu vermeiden.

Welche politischen Erfahrungen bringen Sie mit?

Kruß: In der Verwaltung habe ich keine Erfahrungen, dafür aber in Führungspositionen in der Industrie. Es kann nicht falsch sein, eine Gemeinde nach industriellen Maßstäben zu führen, insbesondere in puncto Finanzen.

Sie sehen es also nicht als Nachteil, dass Ihnen die Verwaltungskenntnisse fehlen?

Kruß: Es gibt Dinge, die man relativ schnell lernen kann. Und Führungsprinzipien sind fast überall gleich. Es gibt Besonderheiten im öffentlichen Dienst, auf die man achten muss. Ansonsten reicht die Führungserfahrung aus der Industrie sicherlich aus.

Was können Sie besser als Edgar Paul?

Kruß: Schwierig einzuschätzen... Was ich auf jeden Fall besser kann, ist die Teamarbeit. Ich bin kein Mann der einsamen Entscheidungen. Ich diskutiere erst einmal lange, aber wenn Entscheidungen getroffen sind, setze ich sie konsequent um. Ich sehe die Rolle des Bürgermeisters als Leiter der Verwaltung, der Entscheidungen für die Gemeindevertretung vorbereitet. Der Souverän muss aber die Gemeindevertretung sein und nicht der Bürgermeister.

Bisher ist also Edgar Paul der Souverän?

Kruß: Ja, denn er hat die entsprechenden Machtmittel durch die absolute Mehrheit und setzt seine Vorstellungen sehr konsequent um.

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