Dirigiert er bald Nieste?

Nach Edgar Pauls Beurlaubung: Klaus Missing möchte neuer Vizebürgermeister werden

Der 52 Jahre alte Klaus Missing (vorn links) könnte bald neuer Erster Beigeordneter der Gemeinde Nieste sein. Als solcher wäre er automatisch Rathauschef, denn der eigentliche Bürgermeister Edgar Paul ist im Zwangsurlaub. Das
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Der 52 Jahre alte Klaus Missing (vorn links) könnte bald neuer Erster Beigeordneter der Gemeinde Nieste sein. Als solcher wäre er automatisch Rathauschef, denn der eigentliche Bürgermeister Edgar Paul ist im Zwangsurlaub. Das Foto entstand vor der Corona-Pandemie bei einer Probe des Musikzuges Kaufungen.

Ein möglicher Nachfolger des Ersten Beigeordneten Jürgen Ewig steht fest: Klaus Missing möchte neuer Stellvertreter des Bürgermeisters in Nieste werden. Das bestätigt Missing – und auch SPD-Parteichef Oliver Pick.

Der 52 Jahre alte Missing ist in der Region vor allem durch seine Vereinsarbeit bekannt: als ehemaliger Karnevalspräsident des Niester Carnevals Clubs und als Leiter des Musikzugs Kaufungen.

Wird er am Donnerstagabend im Niester Parlament gewählt, dirigiert er die Gemeinde fortan. Denn der eigentliche Bürgermeister Edgar Paul befindet sich bis 4. Juni im Zwangsurlaub. Weil der 70-Jährige wegen Untreue verurteilt worden war, hatten die Gemeindevertreter ein Abwahlverfahren ins Rollen gebracht. Um die Vorbereitung eines Bürgerentscheids zu Pauls Zukunft am 30. Mai möglichst reibungslos ablaufen zu lassen, war der Verwaltungschef vom Landkreis Kassel beurlaubt worden.

Klaus Missing

Seither leitet Jürgen Ewig die Geschicke der Gemeinde – allerdings nur noch bis zum 22. April. Dass er nicht erneut für den Posten zur Verfügung steht, macht Ewig unmissverständlich klar: „Ich habe mich so entschieden und bin kein Umfaller“, sagt der 60-Jährige. Würde Edgar Paul Ende Mai im Amt bestätigt werden, wäre Ewig als Erster Beigeordneter sein Stellvertreter. Das könne er sich nach Pauls Verfehlungen nicht vorstellen, so Ewig.

Nun soll es also Missing richten. Klar ist: Den Posten zu übernehmen, ist sicherlich kein Pappenstiel. Denn der neue Erste Beigeordnete wird ab Tag eins den Chefsessel in der Niester Verwaltung übernehmen.

Missing bringt zwar einiges für den Rathausposten mit – politisch wie beruflich: Aus seiner Zeit als SPD-Fraktionsvorsitzender und auch als Gemeindevertretervorsitzender im Niester Parlament hat er Erfahrungen als Kommunalpolitiker. Beruflich ist er Leiter eines Geschäftsbereichs bei einem mittelständischen Unternehmen. Allerdings hat er nach eigenen Angaben bisher nicht in einer Verwaltung gearbeitet. Trotzdem traut er sich die Aufgabe zu: „Ich habe in meinem Job mit Finanzen und Personalführung zu tun, das ist einer Verwaltung nicht unähnlich“, sagt Missing.

Vollständig freigestellt, wie der amtierende Erste Beigeordnete, wird er für das Amt jedoch nicht. „Ich müsste das zeitlich mit meinem Beruf unter einen Hut bringen.“ Das sei aber realistisch – manches müsse dann eben in der Freizeit passieren und hier und da könne er sich wohl auch freinehmen.

Der 52-Jährige könne sich obendrein vorstellen, für das Bürgermeisteramt in Nieste zu kandidieren, sofern Edgar Paul am 30. Mai abgewählt wird. Missing hat keinen Sitz als Gemeindevertreter inne und würde für die Wahl als Parteiloser antreten. „So wäre ich neutral und ungebunden.“ Ob er Beigeordneter bleiben wolle, wenn der Bürgermeister stattdessen im Amt bestätigt wird, ist unklar: „Das werden wir sehen, wenn es so weit ist“, sagt Missing.

Nun muss er jedoch am Donnerstagabend erst einmal gewählt werden, um den Takt in Nieste angeben zu können. Dass das klappt, ist wahrscheinlich. Er wird von SPD, CDU und auch UWN unterstützt.

Von Moritz Gorny

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