Termin für Versteigerung steht fest

Schandfleck in Nieste kommt unter den Hammer

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Wird im November dieses Jahres versteigert: die Schandfleck-Immobilie mitsamt Haupthaus und Scheune, Kaufunger Straße 16, in Nieste.

Für den 13. November dieses Jahres ist die Zwangsversteigerung der Immobilie in der Kaufunger Straße in Nieste angesetzt. Auch der Bürgermeister will ein Gebot abgeben.

Es ist offiziell: Das Schandfleckhaus Kaufunger Straße 16 in Nieste kommt unter den Hammer – für 13. November dieses Jahres ist die Zwangsversteigerung angesetzt. „Da wollen wir als Gemeinde mitbieten und dieses Kapitel endlich abschließen“, sagt der Niester Bürgermeister Edgar Paul (SPD).

Bereits seit Jahrzehnten ist die Gemeinde im Clinch um die „Schrott-Immobilie“, wie Paul das Haupthaus mit angrenzender Scheune auf einer Fläche von 1164 Quadratmetern nennt. Ihr Verkehrswert werde auf 11.200 Euro geschätzt. Der künftige Eigner dürfte aber deutlich mehr berappen müssen: „Ich schätze, dass die Müllbeseitigung richtig teuer wird“, sagt der Bürgermeister.

Denn überall auf dem Grundstück stapelt sich Müll, teils in der Scheune parkt ein alter Reisebus, und auch das Haupthaus ist laut Paul voller Unrat. Obendrein seien die Bauten akut einsturzgefährdet. 

„Ich kann nicht sagen, welche Schätzchen man da noch findet“, sagt Paul. Schließlich habe ein Gutachter, der sich das Grundstück in Pauls Auftrag anschaute, auch nur gesagt: „Ich bin zwar schon 30 Jahre im Beruf, aber so etwas ist mir auch noch nie untergekommen.“ Paul wagt eine Prognose für die Müllbeseitigungskosten: mindestens 30.000 bis 40.000 Euro plus Abriss.

Gemeindevertreter müssen zustimmen

Eben diese unüberschaubaren Kosten schreckten den Landkreis Kassel offenbar ab, bei der Auktion um die Immobilie mitzubieten: „Grundstück und Gebäude bergen schwer einzuschätzende, wirtschaftliche Risiken, aufgrund der Vermüllung und aufgrund des ruinösen Zustands“, sagt Kreissprecher Andreas Bernhard.

Damit die Gemeinde Nieste bei der Versteigerung ihren Hut in den Ring werfen kann, müssen jedoch erst einmal die Gemeindevertreter im Parlament zustimmen. „Dann würden wir eine entsprechende Summe im Haushalt einplanen.“ 

Lesen Sie auch: Schandfleck in Nieste: Eigentümerin darf nicht mehr in ihr Haus

Für den Fall, dass die Kommunalpolitiker kein Veto einlegen und das Ersteigern am 13. November gelingt, hat Paul schon konkrete Pläne: „Ich könnte mir vorstellen, auf dem Grundstück eine Anlage für betreutes Wohnen errichten zu lassen. Das Dorf würde damit massiv an Wert gewinnen.“ So oder so ist Pauls große Hoffnung: „Ich wünsche mir, dass wir 2020 nicht mehr auf das Gebäude und den Müll dort schauen müssen.“

Wann und wo die Versteigerung stattfindet, ließ sich beim Amtsgericht Kassel nicht herausfinden.

Lesen Sie auch: Nach langem Hin und Her ist der Niester Schandfleck jetzt verkauft. Ein Kasseler hat die Immobilie für 133.000 Euro ersteigert.

Update vom 15.11.2019: Der Schandfleck in Nieste wurde verkauft: Das Grundstück ging für 133.000 Euro an einen neuen Besitzer.

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