Anwohner beharren auf Parkplätze

Niester wollen Flächen vor ihren Häusern nicht für neue Buslinie opfern

Hier fährt nun täglich die Linie 33 durch: Lotte Gerwig, die an der Straße „An der Kirche“ in Nieste wohnt, ist darüber alles andere als begeistert.
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Hier fährt nun täglich die Linie 33 durch: Lotte Gerwig, die an der Straße „An der Kirche“ in Nieste wohnt, ist darüber alles andere als begeistert.

„Ich bin sauer “, sagt die 90-jährige Lotte Gerwig. Grund für ihren Unmut ist der Bus, der seit der Fahrplanänderung am 13. Dezember nun mehrmals am Tag an ihrem Haus vorbei fährt.

Nieste – Aus diesem Grund könnte an der Straße „An der Kirche“ bald absolutes Halteverbot herrschen. Sonst käme der Bus schlichtweg nicht durch, erklärt Bürgermeister Edgar Paul.Gerwig, die Witwe ist, fragt sich, wo ihr Besuch dann parken soll. Auf den Höfen sei schließlich kaum Platz. Auch nebenan herrscht Unverständnis über diese neue Regelung. „Bei mir kommt mehrmals täglich der Pflegedienst. Wo soll der denn dann parken?“, fragt die 92 Jahre alte Hilda Krumme.

Doch wieso ist es überhaupt nötig, die schmale Straße für den Bus freizuhalten? Das erklärt Sabine Herms: Was einst die Buslinie 34 war, ist nun in zwei Linien aufgeteilt worden, sagt die Sprecherin des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV). Die 34 fährt nur noch in die Niester Mitte, statt in Staufenberger Ortsteile.

Dafür gibt es nun die 33. „Sie fungiert wie ein Ortsbus für Staufenberg, der von Sandershausen kommend alle Ortsteile der Gemeinde bedient“, sagt Herms. Von Escherode fahre der Bus nach Nieste und müsse dort drehen: Die Schleife um die Kirche, die vor Jahren schon als Wendeschleife diente, werde nun wieder von der Buslinie 33 genutzt, für neun Fahrten pro Richtung am Tag.

All das sei auch mit der Gemeinde Nieste abgestimmt. „Wenn sich eine Alternative im direkten Umfeld der Kirche ergäbe, kann der NVV das prüfen.“ Allerdings dürfe sich die Fahrzeit nicht verlängern, damit die Stationen im Anschluss pünktlich angefahren werden können. Zur Kritik der Anwohner sagt Herms: „Sicherlich ist es oft für das Ein- und Ausladen praktischer, sein Auto am Straßenrand zu parken. Aber grundsätzlich stehen die Stellplätze auf den Grundstücken zur Verfügung.“

Auf die Parkplatzsituation geht auch Harald Stückrad ein: „ An der Kirche kann aufgrund der fehlenden Straßenbreite nicht geparkt werden“, sagt der Leiter des Gemeinsamen Ordnungsbehördenbezirks in Kaufungen. Trotzdem werde dort geparkt, was bedeutet, dass der Bus nicht durchfahren könne. Stattdessen müsse er bis zur Endschlagsiedlung fahren, dort drehen und habe anschließend bis zu sechs Minuten Verspätung. Daher werde geprüft, ob unterstützend ein absolutes Halteverbot in der Straße aufgestellt wird. Dieses solle auf Zeiten des Busses beschränkt werden, montags bis freitags zwischen 8 Uhr und 21 Uhr. (Moritz Gorny)

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