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Niesterin stellt seit sechs Jahren eigene Seife her

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Von: Hanna Maiterth

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Marion Graß aus Nieste stellt seit sechs Jahren selbst Seife her.
Marion Graß aus Nieste stellt seit sechs Jahren selbst Seife her. © Hanna Maiterth

Auf knapp vier Quadratmetern hat Marion Graß angefangen. Sechs Jahre später hat die Seifenmacherin aus Nieste einen eigenen Laden.

Nieste – Vorne sind hohe Regale mit Handseife, Mousse und Haarseife ihrer Marke MTG‘s Seifen-Trend bestückt. Dahinter ist ihre Werkstatt, die aus drei lange Arbeitsflächen mit Schränken besteht. Die Seifen mit den Farbmustern kommen an. Nicht nur aufgrund der Optik.

„Die Seifen sind rückfettend und schützen die Haut vorm Austrocknen“, so die 50-Jährige. Bei der Herstellung legt sie ein besonderes Augenmerk darauf. Viele Kunden, die ihre Seifen ausprobierten, blieben dann auch dabei. Dabei ist Graß nur zufällig zur Seifenmacherin geworden. Bei ihrer Schwester entdeckte sie eine gekaufte Seife mit Muster. „Damals dachte ich: Das kannst du bestimmt auch.“ Früher war Marion Graß Schauwerbegestalterin. Ihr täglich Brot war das Dekorieren von Schaufenstern. Den Beruf gibt es nicht mehr. Doch die kreative Ader blieb. „Für die Seifenherstellung habe ich mir viel angelesen, Youtube-Videos geschaut und ausprobiert.“

Nach 24 Stunden kann die Seife dann geschnitten werden.
Nach 24 Stunden kann die Seife dann geschnitten werden. © Maiterth, Hanna

Als es dann ernster wurde, sie ihre Seifen auch verkaufen wollte, brauchte sie eine Zertifizierung. Rezepte wurden ins Labor geschickt, ein Mitarbeiter des Veterinäramtes kontrollierte die Seifenwerkstatt. Damals noch den zwei Mal zwei Meter großen Raum. „Ich musste mich beim Arbeiten für die einzelnen Schritte nur drehen“, erinnert sich Graß lachend. „Zum Glück bin ich gut organisiert.“

Unterstützung bekam sie von ihrem Mann Thorsten Graß (54). Er übernahm die Buchhaltung und begleitet sie seit Beginn auf die Verkaufsmärkte. Im ersten Jahr waren es meist kleinere Märkte. Im zweiten Jahr schafften sie es schon in den Ausstellerpool des Veranstalters Evergreen. Der richtet unter anderem das „Gartenfest“ im Park von Schloss Wilhelmsthal und das Gartenfestival „Herbstzauber“ in der Kasseler Aue aus. Die Märkte machen beiden Spaß. „Es ist wie eine Belohnung für die ganze Arbeit“, findet Marion Graß. Da die Seifen auch über einen Online-Shop verkauft werden, treffen die beiden auf den Märkten oft Kunden, von denen sie bislang nur den Namen kannten.

Leben müssen sie nicht von den Einnahmen. Für die 50-Jährige ist es inzwischen dennoch zum Vollzeitjob geworden. Denn hier wird alles selbst gemacht. Für die Seife werden spezielle Seifenbuttern, wie zum Beispiel Kakao- und Kokosbutter, und Öle, wie Mandel-, Traubenkern- und Avocadoöl, benutzt. Die Lauge wird auf eine Temperatur gebracht, damit sie emulgiert – also zu einer Masse wird. Mit Hilfen von zum Beispiel pflanzlichen Farbpigmenten erhalten die Mischungen ihre unterschiedlichen Farben. Parfumöle verleihen ihr den Duft. „Die Rezepte werden natürlich nicht verraten“, sagt Marion Graß augenzwinkernd. Erst wenn sie die gewünschten Farben hat, werden die Mischungen abwechselnd in eine Form gegossen. 24 Stunden müssen sie ruhen. Dann sind sie fest genug, um die Blöcke in kleine Seifen zu schneiden. Erst vier bis sechs Wochen später sind sie aber richtig ausgehärtet. Dann erst gehen sie auch in den Verkauf.

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