Schneller surfen in Nieste

Firma Goetel will bis 2022 Glasfasernetz aufbauen – Quote nicht geplant

Langsames Internet soll in Nieste bald Geschichte sein: Die Firma Goetel baut spätestens im kommenden Jahr ein Glasfasernetz im Ort auf. archiv
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Langsames Internet soll in Nieste bald Geschichte sein: Die Firma Goetel baut spätestens im kommenden Jahr ein Glasfasernetz im Ort auf. archiv

Im Homeoffice arbeiten, Filme und Serien über das Internet schauen, oder surfen: In Nieste ist das bislang nur eingeschränkt möglich, vor allem zu den Stoßzeiten.

Nieste – Die Kupferleitungen im Ort sind für die heutigen Bandbreiten nicht ausgelegt. Bald sollen die Niester allerdings schneller surfen können. Wie in der Parlamentssitzung am Donnerstagabend deutlich wurde, plant die Firma Goetel, in der Gemeinde ein Glasfasernetz aufzubauen.

Markus Schaumburg, Projektleiter für den Ausbau in Nieste, erläuterte, in welche Richtung es gehen soll.

Demnach soll der Ausbau spätestens Anfang kommenden Jahres beginnen und rund zwei Monate dauern. „Die Niester werden 2022 schneller surfen können.“ Doch bevor es soweit ist, müssten erst einmal die Formalien geklärt werden. „Damit warten wir bis nach den Wahlen im Ort“, so Schaumburg. Ab Oktober könne es Informationsveranstaltungen für die Bürger geben.

Schneller surfen in Nieste

Ebenso suche die Goetel dann Multiplikatoren in Vereinen und Verbänden vor Ort an, die weitere Kunden anwerben können. Eine Quote, also eine Mindestzahl von abgeschlossenen Verträgen als Grundlage für den Ausbau, soll es aber nicht geben.

Wer sich für eine Glasfaserleitung entscheidet, bekomme sie kostenlos bis ins Haus gelegt, sagte Schaumburg. Bei Mehrfamilienhäusern werde für jede Partei ein Anschluss zur Verfügung gestellt. Obendrein verlege die Firma zusätzliche Anschlüsse pro Partei – egal, ob in einem Ein- oder Mehrfamilienhaus. „Für den Fall, dass jemand mit einzieht oder sich baulich etwas auf dem Grundstück verändert“, sagte Schaumburg. Das Neubaugebiet Endschlagsiedlung werde ebenfalls angeschlossen. Diejenigen Niester, die sich nach Fristablauf für einen Anschluss entscheiden, müssten den dann selbst bezahlen. Über mögliche Bandbreiten und Preise werde in den Veranstaltungen informiert.

Nieste: Firma Goetel will Glasfasernetz aufbauen

Neben den Haushalten sowie der Grundschule, die ebenfalls mit Glasfaser ausgestattet wird, soll auch der Mobilfunkmast am Hochbehälter oberhalb der Straße Wartenhof mit schnellerem Netz versorgt werden. Schaumburg erläuterte, dass die Goetel noch auf einen Förderbescheid von Bund und Land warte. „Der wird im September oder Oktober kommen.“

Die Niester Gemeindevertreter entschieden ihrerseits einstimmig, vorerst keinen weiteren Anbieter neben der Goetel zum Ausbau mit ins Boot zu holen. Dass die Goetel im Ort ausbaut, sei aber bereits beschlossene Sache. „Das liegt am Telekommunikationsgesetz“, sagte Erster Beigeordneter Klaus Missing. Das besagt in Kürze: Wenn ein Anbieter zum Gemeinwohl in einem Ort ein schnelles Netz aufbauen will, darf man es ihm nicht verwehren. So könnten auch Anbieter neben der Goetel in Nieste ausbauen. Durch ihren Beschluss haben sich die Gemeindevertreter aber dagegen entschieden, das aktiv zu forcieren. Von Moritz Gorny

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