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Sensenstein wird Unterkunft: Landkreis Kassel schafft Plätze für Geflüchtete

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Von: Alia Diana Shuhaiber

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Das Foto zeigt den Sensenstein bei Nieste aus der Luft.
Soll nun zum Flüchtlingsheim umfunktioniert werden: die Jugendburg Sensenstein bei Nieste. © Herzog, Jochen

Immer mehr Geflüchtete suchen ein Dach über dem Kopf. Um diesen Menschen eine Unterkunft anbieten zu können, wird die Jugendburg Sensenstein bei Nieste zum Flüchtlingsheim umfunktioniert.

Kreis Kassel – Das teilt Landrat Andreas Siebert (SPD) am Sonntagnachmittag im Anschluss an eine Stabssitzung mit. Alle geplanten Klassenfahrten zum Sensenstein wurden deshalb kurzfristig abgesagt.

Für 130 Grundschüler ist das besonders bitter. Sie sollten eigentlich am heutigen Montag zum Sensenstein fahren. „Es tut mir in der Seele weh, die Klassenfahrten absagen zu müssen, aber wir brauchen jetzt dringend sichere Übernachtungsmöglichkeiten“, erklärt Siebert und bittet um Verständnis für die Ausnahmesituation.

Andreas Siebert
Landrat Andreas Siebert © Privat

Normalerweise bietet der Sensenstein 150 Plätze. Mittelfristig plant der Landkreis dort bis zu 2000 Menschen unterzubringen. „Wir werden zunächst die Sporthalle herrichten und damit etwa 500 Plätze schaffen“, erklärt der Landrat. Das Landesturnzentrum sei zunächst nicht davon betroffen. Mithilfe von Zelten sollen laut Landkreis weitere Kapazitäten entstehen.

Mit den Vorbereitungen auf dem Sensenstein reagiert der Landkreis auch auf die Meldung des Hessischen Sozialministeriums vom Freitag. Demnach sollen ab Mittwoch wöchentlich 180 Geflüchtete aus Gießen zugewiesen werden. Bislang kamen über diesen Weg etwa 30 Menschen pro Woche in den Kreis. Zudem treffen täglich viele Ukrainer in Stadt und Kreis ein, die über die polnische Grenze kommen. „Wir haben diesmal eine ganz andere Lage als 2015. Damals wussten wir, wie viele Menschen hier ankommen“, sagt Siebert. Der Landkreis benötige Großkapazitäten und suche weiterhin nach Mietangeboten aus der Bevölkerung, um die Menschen auch längerfristig unterbringen zu können.

Unterdessen kamen auch am Wochenende viele ukrainische Kriegsflüchtlinge in der Region an. Am Sonntagnachmittag befanden sich schon 160 Menschen in der Notunterkunft des Landkreises in Fuldabrück-Bergshausen. Archivfoto: Andreas Fischer

Von Alia Shuhaiber

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