Auftritt auf der Königs-Alm

Teddybären und harte Zeiten: Schlagersänger G. G. Anderson im HNA-Interview

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G. G. Anderson feiert am Samstag, 10. August, den zehnten Geburtstag der Königs-Alm.

Über 1000 Titel hat er komponiert, dieses Jahr wird er 70., ans Aufhören denkt der Schlagersänger G. G. Anderson aber noch lange nicht. Obwohl er schon einiges hinter sich hat... 

Mittlerweile könne er sich die schönen Dinge raussuchen, wenn es um Auftritte geht, wie er unserer Zeitung verrät. Am Samstag, 10. August, steht der Eschweger zum Beispiel zum zehnten Geburtstag der Königs-Alm in Nieste beim Open-Air auf der Bühne. Im Interview spricht er über Teddybären, harte Zeiten und einen Video-Dreh in Andalusien.

Sie haben mal gesagt, sie hätten hunderte Teddybären. Wie kommt das?

Wenn ich auf der Bühne stehe, schenken mir weibliche Fans Teddybären. Auch heute noch, obwohl ich nicht mehr 30 bin. Früher war es mehr, heutzutage sind es auch mal Blümchen, aber Teddybären sind immer noch dabei. Über einen Freund habe ich sehr gute Kontakte zu Kinderheimen in Rumänien und kurz vor Weihnachten packen wir einige kuschelige Teddybären ein und verschenken die dort an Kinder.

Trotz Teddybären klingt ihr Leben nicht immer nach Kuschelkurs: Morphiumabhängigkeit, zwei Unfälle an einem Tag im Jahr 2016, Operationen, Schlaganfälle. Nach Letzteren sagten Sie, das wilde Leben sei vorbei. Ist Ruhe eingekehrt?

In den Jahren 2015/2016 habe ich alles Schlechte mitgenommen, was ging. Schlaganfälle, Rücken-OP, Oberschenkelhalsbruch, ein Teil vom Darm weg, Depressionen. Es war nicht witzig. Jetzt ist seit ein paar Jahren Ruhe.

Sie treten also kürzer?

Ich suche mir die schönen Dinge raus. Wir haben eine Mittelmeer-Kreuzfahrt mit Auftritt gemacht, sind in Slowenien und Kroatien, nächstes Jahr in Dubai. Urlaub mit Auftritt. Im Herbst bin ich auf Deutschlandtour.

Klingt angenehm. So entspannt war es aber sicherlich nicht immer. Sie haben über 1000 Lieder geschrieben. Wie machen Sie das?

Mein Glück ist, dass ich ein musikalisches Kerlchen bin, was ich wohl von meinen Eltern habe. Aber es war auch harte Arbeit. Neben meiner Elektrikerlehre habe ich früh musikalische Erfahrungen gesammelt, erst in Eschwege bei den Rackets und später professionell bei den Blue Moons aus Göttingen. Das war sehr förderlich. 

Mit den Blue Moons standen wir kurz vor der großen Karriere, haben in London im legendären Marquee Club gespielt. Eine Woche vor uns waren da die Rolling Stones, eine Woche nach uns Jimi Hendrix. Die Band-Karriere ist aber in die Hose gegangen, ebenso wie meine erste Ehe. Ich musste mich als DJ und Komponist hocharbeiten. Mit 18 bin ich nach Göttingen zur Band, erst mit 31 hatte ich mit „Mama Lorraine“ meinen ersten Top-Ten-Hit. Seitdem habe ich mit Freunden für viele Künstler geschrieben.

Gehen wir von der Vergangenheit in die Zukunft. Stellen Sie sich vor, es ist Open-Air an der Königs-Alm. Sie stehen auf der Bühne und singen Ihren Titel „In dieser Sommernacht“. Was kommt Ihnen da in den Sinn?

Da fällt mir Andalusien ein, weil wir dort das Video zu dem Song gedreht haben. Wir waren auf einem Marktplatz und als ich da stehe und singe, kommen plötzlich drei Frauen – Mutter, Tochter und Tante – vorbei und singen und tanzen spontan mit. Der Kameramann hat draufgehalten und seitdem sind die drei in dem Video. Daran würde ich auch beim Konzert auf der Königs-Alm denken.

Auf was dürfen sich Besucher bei dem Konzert noch freuen?

Ich werde meinen neuen Titel „Du bist mein kleiner Diamant“ spielen, der nächste Woche an die Rundfunkstationen geht. Das ist die Vorab-Single meines neuen Albums „Alles wird gut“, das im September kommt. In meinem Alter könnte ich mich auch zurücklehnen und ständig auf Mallorca sein. Aber ich habe den Ehrgeiz, Menschen Freude zu machen. Deswegen heißt das Album „Alles wird gut“. Mit Schlager vergisst man einfach die Sorgen.

Also ist Ihre Karriere noch lange nicht vorbei, auch wenn Sie in diesem Jahr Ihren 70. Geburtstag feiern?

Nein. Wenn ich ein anderes Hobby als Musik hätte, wäre das vielleicht anders. Ich gehe zwar gern mal in Eschwege in die Traube und trink ein paar Bierchen. Aber Musik ist mein Ding. Deswegen mache ich damit erst mal weiter. Ich fange auch gerade an, ein Buch zu schreiben, das nächstes Jahr rauskommt. Da kommt also noch was.

Zur Person

G. G. Anderson (bürgerlich Gerd Grabowski) wurde am 4. Dezember 1949 in Eschwege geboren und machte nach einem Realschulabschluss eine Elektrikerlehre. Nebenbei spielte er in Bands und sammelte Bühnenerfahrung. Seinen ersten großen Hit hatte er mit „Mama Lorraine“ im Jahr 1981. Es folgten mehrere Titel, mit denen er Erfolg hatte. Grabowski komponierte auch für andere namhafte Künstler wie Laura Branigan, Rex Gildo, Thomas Anders, Wildecker Herzbuben und Mireille Mathieu – insgesamt hat er über 1000 Titel geschrieben. Grabowski ist in zweiter Ehe verheiratet und lebt mit seiner Frau in Eschwege. Er hat zwei Kinder.

Drei Tage volles Programm in Nieste

Neun Künstler und Bands treten am zweiten August-Wochenende an der Königs-Alm auf, um den zehnten Geburtstag der Gaststätte zu feiern: 

Freitag, 9. August: Zum Auftakt kommt Reiner Irrsinn auf die Bühne, Stargast ist Anna-Maria Zimmermann, Tickets kosten 16,65 Euro plus 1 Euro Buchungsgebühr. 

Samstag, 10. August: Der Musikantenstadl der Königs-Alm: Die jungen Zillertaler, Anita und Alexandra Hofmann, Wildecker Herzbuben, Marc Pircher, Stefanie Hertel und DirndlRockBand und G.G. Anderson. Karten gibt’s für 50,75 Euro plus 1 Euro Buchungsgebühr.

Sonntag, 11. August: Der Eintritt für den Frühschoppen am Sonntag ist frei. 

Tickets gibt es über die HNA-Ticket-Hotline 05 61/20 32 04 und beim HNA-Kartenservice, Kurfürsten Galerie, Mauerstr. 11, in Kassel. Geöffnet montags bis freitags, 9 bis 18 Uhr, und samstags, 9 bis 16 Uhr. Die Tickets sind auch in allen Geschäftsstellen der HNA sowie im Internet erhältlich unter: tickets.hna.de. Es stehen Sitzplätze auf Bierzelt-Garnituren zur Verfügung. Anspruch auf einen Sitzplatz besteht allerdings nicht

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