Sperrungen noch bis November?

Widersprüchliche Angaben zu Straßensperrung in Nieste

Womöglich noch bis zum 7. November könnten die Sperrungen der Landstraße zwischen Heiligenrode und Königsalm (Kreisstraße) noch andauern. In Höhe der Königsalm werden derzeit mit Schwerlastkränen antransportierte Anlagenteile von Windkraftanlagen umgeladen.
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Womöglich noch bis zum 7. November könnten die Sperrungen der Landstraße zwischen Heiligenrode und Königsalm (Kreisstraße) noch andauern. In Höhe der Königsalm werden derzeit mit Schwerlastkränen antransportierte Anlagenteile von Windkraftanlagen umgeladen.

Weiter für Unmut sorgen die Sperrungen der Landstraße von Heiligenrode bis zur Königsalm bei Nieste (Kreisstraße 4) für den Antransport von Großteilen für Windräder für den Windpark Hausfirste II. Vor allem der Gastro-Betrieb Königsalm verliert durch die Sperrungen viele Kunden.

Nieste - „Es ist eine Zumutung, wie das alles vonstattengeht“, sagt Niestes Bürgermeister Edgar Paul (SPD). War vom Regierungspräsidium (RP) zuerst eine Sperrung vom 11. August bis zum heutigen 3. September angeordnet worden, sollen die Sperrungen nun bis zum 7. November fortgesetzt werden. Paul hatte dieses Datum bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung bekannt gegeben. Wenige Stunden zuvor hatte das RP der HNA gegenüber noch erklärt, dass es bei den Sperrungen bis zum 3. September bleiben würde.

Daran hält es bis heute im Kern fest. „Nach wie vor liegt uns kein Antrag für eine Verlängerung der Sperrung vor“, sagt RP-Sprecherin Katrin Walmanns. Dem RP liege lediglich eine informelle Ankündigung der Beschilderungsfirma BAS vor, dass eventuell eine Verlängerung notwendig werde.

Auf diese Ankündigung hin sei der BAS mitgeteilt worden, welche Unterlagen bei einer deutlichen Verlängerung der Sperrung beizubringen seien. „Hierauf ist bisher keine Information erfolgt.“ Mit anderen Worten: Eine RP-Genehmigung der Sperrungen bis zum 7. November gibt es bislang noch nicht.

Dennoch stehen alle Zeichen dafür, dass es mit den Sperrungen weitergeht, womöglich auch für weitere neuneinhalb Wochen. Zumindest liegt Paul eine verkehrsbehördliche Anordnung von Hessen Mobil vor, aus der hervorgeht, dass noch bis zum 7. November Anlieferungsfahrten von Windkraftanlagenteilen über die A 7-Anschlussstelle Kassel-Nord genehmigt sind.

Das bestätigt auch Harald Stückrad vom zuständigen Ordnungsbehördenbezirk. „Wenn Hessen Mobil schon Transportfahrten in Höhe von Kassel-Nord bis zum 7. November genehmigt, dann ist davon auszugehen, dass sich diese Transporte und damit auch die Sperrungen auf der Kreisstraße bis rauf zur Königsalm bis zum 7. November fortsetzen werden“, sagt Stückrad.

Für Paul ist es kaum vorstellbar, dass das RP davon nichts weiß. Insofern sei es schlichtweg sehr irritierend, dass das RP nach wie vor an offensichtlich veralteten Annahmen festhalte. Tatsächlich würden an der Königsalm nach wie vor überlange Teile wie Windkraft-Rotorblätter oder schwere Turmsegmente antransportiert und dort umgeladen.

Schwertransporter mit über 60 Meter langen Windrad-Rotorblättern standen gestern neben der gesperrten Kreisstraße nahe der Königsalm.

Grundsätzlich stellt Paul die Frage, „ob wegen dieser Schwertransporte überhaupt derartige Sperrungen der Kreisstraße notwendig sind“. Dabei nimmt er Bezug auf eine Anordnung des Landkreises Kassel, die sich auf die Herstellung des Umladeplatzes an der Königsalm bezieht. Die Sicherstellung einer 3,05 Meter breiten Passiergasse hätte genügt, sagt er. „Dann wäre das Ganze auch ohne Sperrungen möglich gewesen.“ Allerdings hätte dann Begleitpersonal abgestellt werden müssen, um die Baustelle adäquat abzusichern. „Offenbar war dann das Aufstellen von Umleitungs- und Sperrschildern billiger“.

Eine Fahrgasse ohne Sperrungen hätte nicht genügt, sagt dagegen Walmanns. Wie hätte sonst das Entladen der Schwertransporter vonstattengehen sollen. „Hier wäre kein Platz mehr für einen Restfahrstreifen geblieben“, sagt Walmanns. Nicht umsonst sei der Antrag auf Vollsperrung gestellt worden. (Boris Naumann)

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