Umsatz 2018 gesunken

Umbau bei SMA soll Millionen sparen - China-Geschäft wird verkauft

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Der Solartechnik-Hersteller SMA hat 2018 finanziell Federn lassen müssen, wie er selbst vorausgesagt hatte. Das Niestetaler Unternehmen hielt den Absatz zwar stabil, der Umsatz aber sank. Nun soll gespart werden.

Aktualisiert um 16.40 Uhr - Der nordhessische Solarkonzern SMA will durch einen Konzernumbau 40 Millionen Euro pro Jahr sparen. Man werde sich auf die Felder konzentrieren, auf denen man am erfolgreichsten sei, sagte SMA-Vorstand Ulrich Hadding am Freitag in Kassel. Die meisten Einsparungen sollen im laufenden Jahr wirksam werden. So will SMA den bereits angekündigten Abbau von 425 Stellen zum Großteil umsetzen. Das China-Geschäft soll an das dortige Management verkauft werden.

Bei der Entscheidung zwischen der Produktion in Deutschland oder in China habe man sich für Deutschland entschieden - auch aus Qualitätsgründen, erklärte Hadding. Der Großteil der Stellenstreichungen erfolgt in China, etwas über 100 Jobs sollen in Nordhessen abgebaut werden. Vereinzelt soll es in Deutschland auch Neueinstellungen geben, denn an der Entwicklung will der Solarkonzern nicht sparen.

Gleichzeitig will SMA die Produktionskosten senken, beispielsweise durch Auslagerung von Aufgaben und eine Verkleinerung des Portfolios. So werden einige Wechselrichter auf Grundlage der gleichen Plattform gebaut. Bereits am Donnerstag hatte SMA vorläufige Geschäftszahlen für das Jahr 2018 vorgelegt. Demnach sank der Umsatz auf 761 Millionen Euro nach 891 Millionen Euro im Vorjahr. SMA erfüllte trotz stark gesunkener Preise und Problemen in China knapp die eigenen Prognosen. SMA wird Ende 2019 noch rund 2900 Mitarbeiter weltweit haben.

Ursprünglicher Artikel von 8.37 Uhr: Nach am Donnerstag veröffentlichten vorläufigen Zahlen sank der Umsatz von von 891 Millionen auf etwa 761 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) rutschte voraussichtlich auf minus 67 Millionen Euro – im Jahr zuvor hatte SMA hier ein Plus von 97,3 Millionen Euro verbucht. SMA liegt mit diesen Zahlen im Rahmen seiner eigenen Prognosen. Im vergangenen Jahr war der Fotovoltaikmarkt in China eingebrochen, die einheimischen Hersteller stießen deshalb in internationale Märkte vor – ein gestiegener Preisdruck war die Folge. Investoren verschoben den Bau von Fotovoltaik-Kraftwerken Hinzu kamen Lieferengpässe bei Batterieherstellern. Das Ebitda wurde von Rückstellungen gedrückt, mit denen das Unternehmen seine Restrukturierung finanzieren will. Für 2019 erwartet der Vorstand ein Umsatzwachstum auf 800 Millionen bis 880 Millionen Euro. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll davon ein Gewinn von 20 Millionen bis 50 Millionen Euro übrig bleiben. SMA beschäftigt weltweit 3000 Mitarbeiter. Die im SDax notierte Aktie legte am Donnerstag um 14,7 Prozent auf 20 Euro zu.

SMA informiert über geplanten Konzernumbau

Über Details zur seiner geplanten Umstrukturierung will der Solarkonzern SMA am heutigen Freitag bei seinem Kapitalmarkttag in Kassel informieren. Man werde einen Überblick über die aktuelle Marktentwicklung und Produkte geben sowie Innovationen vorstellen, erklärte das Unternehmen in Niestetal.

(mit dpa)

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