Umbau zwei Jahre später

B3-Sanierung wird verschoben: 74 Alleebäume im Kreis Kassel bekommen Galgenfrist

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Erst im Jahr 2021: Weil sich die Sanierung der Landstraße zwischen Sandershausen und der Landesgrenze zu Niedersachsen erneut um zwei Jahre verschiebt, werden die ursprünglich für diesen Winter geplanten Fällarbeiten zurückgestellt.

Noch zwei Jahre Galgenfrist werden die 74 Alleebäume entlang der Landstraße L 562 zwischen Sandershausen und der Landesgrenze zu Niedersachsen haben.

Grund: Die ursprünglich für 2019 vorgesehene Sanierung des 2,6 Kilometer langen Straßenabschnitts, deretwegen die Bäume hätten gefällt werden sollen, „wird in das Jahr 2021 verschoben“, teilt Hessen Mobil mit.

Zu der Verschiebung um zwei Jahre komme es wegen der noch nicht abgeschlossenen Suche nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden entlang der Straße. Die systematische Ersterkundung der Fläche auf Kampfmittel im vergangenen Herbst habe eine unerwartet hohe Anzahl von mehreren Hundert Verdachtspunkten ergeben, die nun näher untersucht werden müssten, sagt Hessen Mobil-Sprecher Horst Sinemus. Weil diese nähere Untersuchung wegen erforderlicher Bohrungen sehr aufwendig und zeitintensiv ist, kann erst Monate später mit der eigentlichen Straßensanierung begonnen werden.

„Dann aber würde die Straße im Jahr 2019 nicht mehr fertig werden“, sagt Sinemus, was aber erforderlich sei, weil schon Anfang 2020 mit der Sanierung der B 3 im Fuldatal zwischen Spiegelmühle (K40-Abzweig nach Knickhagen) bis zum Ende der Ortsdurchfahrt Wilhelmshausen eine grundhafte Fahrbahnerneuerung auf dem Plan stehe. „Dabei sind umfangreiche Tief- und Straßenbauarbeiten vorgesehen“, sagt Sinemus. Parallel dazu erneuere die Gemeinde Fuldatal Gehwege, Wasserleitungen und Kanalisation im Bereich der B 3. Mit anderen Worten: Die B 3 wird ab 2020 für viele Monate – wenn überhaupt – für den Straßenverkehr nicht voll nutzbar sein.

Weil es aber wenigstens eine funktionierende Umleitungsstrecke für die A 7 geben muss, wird Hessen Mobil nicht gleichzeitig an beiden A 7-Ausweichstrecken – also der B 3 und der L 562 – arbeiten. Denn sicher ist: Die Sanierung der L 562 wird nur unter Vollsperrung der 2,6 Kilometer langen Baustrecke erfolgen können.

Würde dort also noch 2019 mit der Sanierung begonnen, gebe es eine zeitliche Überschneidung von mehreren Monaten, in der beide A 7-Umleitungsstrecken unpassierbar wären. So muss also erst das Vorhaben an der B 3 abgeschlossen sein, bis 2021 mit der Sanierung der L 562 begonnen werden kann.

Wann es indessen an der L 562 mit der Blindgängersuche weitergeht, ist noch unklar. Aktuell wird noch geprüft, inwieweit Versorgungsleitungen im Boden (Wasser, Strom, Abwasser, Telefon) die weitere Suche nach Blindgängern behindern können. „Möglicherweise wissen wir in zwei Wochen mehr“, sagt dazu Arnold Reiner, Chef für Kampfmittelsondierung bei der von Hessen Mobil beauftragten Firma Biber-Haus mit Sitz in St. Georgen (Schwarzwald).

Ursprünglich hätte die Sanierung der L 562 schon im Herbst 2018 beginnen sollen. Doch auch schon dieser Termin war mehrfach verschoben worden – zuletzt 2016, als wegen neuer Vorgaben für Straßen in Wasserschutzgebieten ergänzende Planungen erforderlich wurden.

Dieser Teil der Straße soll saniert werden

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