Gleichstromkabel

Bauarbeiten in Niestetal: Erdkabel für Windstrom aus dem Kaufunger Wald

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Baustelle im Tal der Nieste: Bis zum Jahresende werden hier rund 18 Kilometer Erdkabel für Windstrom aus dem Kaufunger Wald verlegt.

Eine aufgerissene Wiese direkt an der Nieste, Erdwälle, ein langer, frisch ausgehobener Graben und zwei schwere Bagger mitten drin: Was ist da los zwischen Niestetal-Heiligenrode und Uschlag?

„Wir verlegen hier ein Gleichstromkabel, das künftig unseren neuen Windpark Hausfirste II mit dem Umspannwerk der Städtischen Werke Netz & Service am Sandershäuser Berg verbindet“, sagt Entega-Sprecher Michael Ortmanns. Das Kabel werde in relativ direkter Linie vom Standort des Windparks Hausfirste II im Kaufunger Wald bei Großalmerode über eine Strecke von rund 18 Kilometern hin zum Sandershäuser Berg verlegt. „Das Kabel liegt in etwa 1,20 Metern Tiefe, wir werden ausschließlich Erdkabel verlegen“, sagt Ortmanns. Geplant sei, das Projekt noch in diesem Jahr zum Abschluss zu bringen. „Bei schlechtem Wetter können die Arbeiten bis 2020 andauern.“

Tatsächlich plant und baut der Darmstädter Energiedienstleister Entega aktuell einen weiteren Windpark mit fünf Windrädern der Vier-Megawatt-Klasse im Kaufunger Wald. Die Vorbereitungen für den Bau der Masten laufen bereits, sämtliche Rodungsarbeiten waren schon im September erledigt worden. Die Baugenehmigung für Hausfiste II hatte die Entega im August erhalten.

Umspannwerk ist auf dem neuesten Stand

Die Städtischen Werke Netz & Service bestätigen, dass bereits Verhandlungen mit der Entega für den Bau eines Netzanschlusses für den Windstrom aus Hausfirste II am Umspannwerk Sandershäuser Berg geführt wurden.

Das Umspannwerk dort ist noch keine drei Jahre in Betrieb und entspricht dem neuesten Standard. „Technisch werden wir damit den Hausfirste-II-Strom direkt ins Kasseler Stromnetz einspeisen können, bei Lastspitzen aber auch ins überörtliche 380 Kilovolt-Hochspannungsübertragungsnetz“, sagt Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke Netz & Service. Rechnerisch wird der Entega-Windpark Hausfirste II nach seiner geplanten Fertigstellung im Jahr 2022 jährlich 66133 Megawattstunden Strom erzeugen – was für rund 19.000 Haushalte reicht.

Bislang betreibt die Entega im Kaufunger Wald bei Großalmerode den Windpark Hausfirste I mit insgesamt zehn Anlagen der Drei-Megawatt-Klasse. Der Windpark ist bereits seit Ende 2016 am Netz und weist einen jährlichen Stromertrag von 99.200 Megawattstunden auf, womit rund 33.000 Haushalte mit elektrischer Energie versorgt werden können. Der Strom wird ins Umspannwerg Witzenhausen eingespeist. Die Entega hat östlich von Kassel im Kaufunger Wald bislang nur den Windpark Hausfirste I realisiert. Alle andern Windparks wurden entweder von den Städtischen Werken Kassel oder im Zusammenschluss von der Stadtwerke Union Nordhessen (SUN) nach dem Bürgerenergiemodell umgesetzt.

So gibt es östlich von Kassel nun fünf Windparks mit insgesamt 40 Windrädern. In der Umsetzung befindet sich noch der Windpark Steinberg bei Ziegenhagen mit fünf Windrädern (SUN) sowie eben Hausfirste II mit weiteren fünf Windrädern (Entega).

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