Umsatz-Milliarde übertroffen

Beim Niestetaler Solartechnikkonzern SMA läuft es wieder rund – trotz Corona-Pandemie

Trotz Corona-Pandemie schaffte SMA 2020 eine wesentliche Verbesserung bei Umsatz und Gewinn und übertrifft erstmals seit 2012 wieder die Umsatz-Miiliarde.
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Trotz Corona-Pandemie schaffte SMA 2020 eine wesentliche Verbesserung bei Umsatz und Gewinn und übertrifft erstmals seit 2012 wieder die Umsatz-Miiliarde.

Der Niestetaler Solartechnikkonzern SMA schreibt wieder schwarze Zahlen. Das Unternehmen profitiert laut eigener Aussage vor allem von der sehr guten Entwicklung im Photovoltaik-Kraftwerkgeschäft und im Segment für private PV-Anwendungen.

Kassel/Niestetal – Der Niestetaler Solartechnikkonzern SMA schreibt wieder schwarze Zahlen. Nach einem Verlust in Höhe von 8,6 Millionen Euro im Jahr 2019 verbucht das Unternehmen für das abgelaufene Geschäftsjahr ein Konzernergebnis von 28,1 Millionen Euro – trotz der Coronakrise. Wie das Unternehmen gestern mitteilte, stieg der Umsatz um 12 Prozent auf rund 1 Milliarde Euro.

Das operative Ergebnis (Ebitda) verdoppelte sich auf 71,5 Millionen Euro.

Laut Vorstandssprecher Jürgen Reinert profitierte SMA vor allem von der sehr guten Entwicklung im Photovoltaik-Kraftwerkgeschäft und im Segment für private PV-Anwendungen. Betreiber von PV-Kraftwerken sowie Privathaushalte hätten trotz der Coronakrise an ihren Plänen festgehalten und investiert. Lediglich Unternehmen hätten sich aufgrund ihrer wirtschaftlich unsicheren Lage zurückhaltender gezeigt.

Insgesamt verkaufte SMA 2020 Wechselrichter mit einer Leistung von 14,4 Gigawatt. Das entspricht etwa der Leistung von zehn Atomkraftwerken. „Wir sind sehr, sehr zufrieden“, bilanzierte Finanzvorstand Ulrich Hadding. Der Konzern schlägt für 2020 eine Dividende in Höhe von 0,30 Euro je Aktie vor nach einer Nullrunde im Vorjahr.

Auch in die Zukunft blickt SMA positiv. Sowohl der Markt für Wechselrichter als auch der für Speicher und digitale Lösungen lege weiter zu, erläuterte Reinert. SMA erwartet für die kommenden Jahre eine deutliche Zunahme beim PV-Zubau aufgrund der Abkehr vom Kohlenstoff speziell im Energiesektor und der Elektrifizierung weiterer Sektoren etwa im Fahrzeugbereich. „Wir sind gut aufgestellt in wachsenden Märkten, die stärker wachsen als angenommen“, sagte der Vorstandssprecher.

Dieser Entwicklung entsprechend will sich der Konzern im Rahmen der Strategie 2025 vom Systemanbieter zum Energiewende-Unternehmen entwickeln. Während SMA zu Beginn den Fokus auf Wechselrichter für Solaranlagen gelegt habe, die Gleichstrom in netztauglichen Wechselstrom umwandeln, und dann auf den Ausbau als System- und Lösungsanbieter, solle in Zukunft der Kunde mit seinen Bedarfen stärker im Mittelpunkt stehen, erläuterte Reinert.

SMA in Zahlen

Im Zentrum stehe überdies die Nachhaltigkeit des Konzerns. „Der Hauptstandort von SMA wird nun zu 100 Prozent aus Strom aus PV- und Windkraftanlagen aus der direkten Umgebung versorgt. Auch wärmeseitig versorgen wir uns vollkommen CO2-neutral.“ Ziel sei es, das Unternehmen spätestens ab 2025 weltweit komplett kohlenstoffneutral zu stellen. Für 2021 bestätigte SMA seine Prognose, die ein leichtes Wachstum vorsieht.

Auch personell will sich das Unternehmen wieder verstärken. Nachdem es 2018 infolge eines Umsatzeinbruchs weltweit 425 seiner gut 3300 Vollzeitstellen abgebaut hatte, zählt SMA aktuell erneut rund 3300 Beschäftigte. Etwa 300 weitere sollen laut Finanzvorstand Hadding hinzukommen. „SMA stellt ein. Wir freuen uns über Bewerbungen.“ Gesucht werde vor allem im Verkauf und Service sowie in der Entwicklung.

Entgegen kämen dem Unternehmen auch die politischen Entwicklungen etwa mit der starken Klimaagenda der neuen US-Regierung und Wiederaufbauprogrammen für Umwelt und Klima, so Reinert. Von der Bundesregierung forderte er allerdings, bürokratische und steuerliche Hürden abzubauen, um den PV-Zubau zu erleichtern und zu fördern. „Das ist wirklich nicht einfach in Deutschland“, kritisierte er und betonte: „Innovative Technologie Made in Germany braucht einen starken Heimatmarkt.“ SMA habe einen Beitrag dazu geleistet, indem sich das Unternehmen ganz bewusst gegen den Standort China und für Deutschland entschieden habe. (Nicole Schippers)

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