Drei Kandidaten Florian Brinckmann, Macel Brückmann und Marco Diezmann standen Rede und Antwort

HNA-Lesertreff in Niestetal: Ringen um die bessere Politik

Diskutierten auf der Bühne: (von links) HNA-Redakteurin Sindy Peukert, Florian Brinckmann (parteilos), Marcel Brückmann (SPD), Marco Diezmann (CDU) sowie HNA-Redakteur Sven Kühling.
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Diskutierten auf der Bühne: (von links) HNA-Redakteurin Sindy Peukert, Florian Brinckmann (parteilos), Marcel Brückmann (SPD), Marco Diezmann (CDU) sowie HNA-Redakteur Sven Kühling.

Niestetal. Beim HNA-Lesertreff am Mittwochabend in Niestetal präsentierten sich die drei Bewerber für die Bürgermeisterwahl. Rund 350 Gäste waren in die Mehrzweckhalle gekommen. 

Am Sonntag, 3. Juni, hat Niestetal die Wahl: Wer wird neuer Bürgermeister? Der „bis in die Haarspitzen motivierte“ Marcel Brückmann (SPD)? Sein konservativer Gegenkandidat Marco Diezmann (CDU)? Oder wird der parteiunabhängige Florian Brinckmann das Rennen machen?

Rund 350 Gäste in der gut besuchten Mehrzweckhalle machten sich am Mittwochabend einen Eindruck, wer von den drei Kandidaten wohl der Bessere ist. Durch die HNA-Veranstaltung führten die HNA-Redakteure Sindy Peukert und Sven Kühling.

Allein die große Besucherzahl belegte: In Niestetal besteht ein großes Interesse an der bevorstehenden Bürgermeisterwahl. Denn tatsächlich zählen alle drei Kandidaten noch zu den eher unbekannten Kommunalpolitikern. Allein der 34-jährige Marcel Brückmann hatte einige Jahre Zeit, sich im Schatten von Ex-Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) zu entwickeln – zunächst als Gemeindevertreter (seit 2013), dann als SPD-Fraktionsvorsitzender (seit 2016).

Diese politsche Erfahrung fehlt dem 32-jährigen Diezmann gänzlich (er hatte noch nie ein politisches Mandat). Dem 30-jährigen Brinckmann dagegen – als gelernter Verwaltungsfachangestellter – nicht ganz so. Er war immerhin schon einmal Gemeindevertreter in Helsa – für die CDU, der er dann aber den Rücken kehrte.

Gut besuchte Mehrzweckhalle: Rund 350 Besucher verfolgten den HNA-Lesertreff in Niestetal.

Es war wohl dieser Unterschied in der politischen Erfahrung, der im Zuge des HNA-Lesertreffs deutlich werden ließ, wer zu Fragen der Niestetaler Gemeindepolitik nicht nur sagen konnte, wo der Schuh drückt, sondern wie und ob überhaupt ein Problem gelöst werden kann.

Das geplante Schwimmbad, der A44-Weiterbau durch das Lossetal, Lärmvermeidung, Umweltschutz, Radschnellwege, Energie, Wohnen und die Kinderbetreuung waren Themen. Oft deckten sich die Auffassungen der drei Kandidaten bis aufs Haar, es war schwer, programmatische Unterschiede zu erkennen.

Vor allem aber pflichteten Diezmann (CDU) und Brinckmann (parteilos) sich auffällig oft gegenseitig bei – das Schwimmbad muss gebaut werden, beim Weiterbau der A44-Lossetrasse muss die Anschlussstelle Kassel-Ost erhalten werden, der Autobahnlärm muss reduziert werden, Radschnellwege wären prima. Natürlich! Aber wie? Überzeugende Vorschläge blieben aus.

Beim Thema Umweltschutz genügten Diezmann und Brinckmann Blühstreifen und Appelle an Gartenbesitzer, Brückmann verwies dagegen auch auf die Verantwortung der Landwirtschaft. Beim Thema Energie setzten Diezmann und Brinckmann auf weitere PV-Anlagen, Brückmann will Freiflächen eher für jobbringende Gewerbebetriebe nutzen, auf deren Dächer dann PV-Anlagen installiert werden sollen. Beim Thema Kita-Plätze forderten Diezmann und Brinckmann mehr private Trägerschaften, „um eine Angebotsvielfalt zu haben“. Brückmann hielt eine kommunale Trägerschaft dagegen für die bessere, „weil effektivere“ Lösung. Beim Thema Wohnen waren sich alle drei einig, dass leer stehender Wohnraum besser genutzt werden muss, dass eine Nachverdichtung in den Ortslagen wichtig sei. Aber auch hier wieder: „Das alles ist nicht so einfach.“ Es war bisweilen ein zähes Ringen um die bessere Politik.

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