Volksbund hat sich in zwei Gebäuden von SMA in Niestetal eingemietet

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zieht von Kassel nach Niestetal

Generalsekretärin Daniela Schily steht vor dem neuen Gebäude auf dem Campus von SMA in Niestetal. Dort zieht der Volksbund Deutsche Kriegsgräber Fürsorge ein.
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In zwei Gebäude auf dem Campus von SMA zieht der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ein. Generalsekretärin Daniela Schily will dort die Digitalisierung der Arbeitsprozesse vorantreiben.

Weil der Brandschutz in dem Gebäude an der Werner-Hilpert-Straße in Kassel nicht mehr gewährleistet ist, muss der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge umziehen. Ein neues Domizil hat er bei SMA in Niestetal gefunden.

Seit über 60 Jahren prägt das siebenstöckige Gebäude die Kreuzung am Lutherplatz. Und fast genauso lang residiert dort die Bundesgeschäftsstelle des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge, die es damals erworben hat. Damit ist nun Schluss. Die 180 Mitarbeiter des Verbands, der sich um die Aufklärung des Schicksals gefallener Soldaten und weiterer Opfer der beiden Weltkriege und die Suche nach verborgenen Grabfeldern in Europa kümmert, zieht in dieser Woche in zwei angemietete Gebäude auf den Campus der Solarfirma SMA in Niestetal um.

Nicht ganz freiwillig. Denn wegen des unzureichenden Brandschutzes hat die Stadt Kassel nach Auskunft von Stefan Dworak, stellvertretender Generalsekretär des Volksbunds, die Nutzung des Gebäudes über Ende Juli hinaus untersagt. Im Zuge der Hochhaus-Brandkatastrophe 2017 in England, habe man unter anderem das Volksbund-Gebäude am unteren Ende der Werner-Hilpert-Straße überprüft, bestätigt Stadtsprecher Michael Schwab. Dabei habe ein Gutachter festgestellt, dass die Fassade zum Teil saniert und das Dach erneuert werden müssen. „Man hat Holzbauteile unter den Fenstern gefunden, die ein Überspringen eines Brandes auf die Außenfassade verursachen können“, erklärt Dworak. Für eine Sanierung müsse die Fassade entkernt werden. Außerdem müsse der Brandschutz an heutige Vorgaben angepasst werden. Diese Investition könne der Volksbund nicht stemmen. Der Volksbund sei zu 60 Prozent auf Spenden angewiesen. Derzeit werde im Vorstand noch überlegt, ob das Gebäude und der zugehörige Anbau am Grünen Weg an einen Investor veräußert und vielleicht später wieder vom Volksbund angemietet werden solle. „Das Skelett des Gebäudes ist solide“, erklärt er.

„Wir wollten in der City bleiben“, sagt Dworak. Leider habe man nichts Passendes gefunden. SMA sei dann ein „Glücksfall“ gewesen. Der Kontakt habe sich im Rahmen der Antidiskriminierungsinitiative „Offen für Vielfalt“ ergeben, an der sich sowohl der Volksbund als auch SMA beteiligt habe, berichtet die Volksbund-Generalsekretärin Daniela Schily. Der Vertrag laufe über fünf Jahre mit einer Option zur Verlängerung. Auch die Regionalgeschäftsstelle des Volksbunds zieht mit um. Heute soll offizielle Schlüsselübergabe sein. Der Umzug ist vor allem für die Abteilung „Schicksalsklärung“ eine Herausforderung: Mitarbeiter füllen Kartons mit vielen Tonnen Akten, Büchern und Exponaten des Archivs, dem Herzstück der Bundeszentrale.

Der Volksbund wolle den Umzug nutzen, um die künftige Arbeit besser zu strukturieren und Prozesse zu digitalisieren, sagt die Generalsekretärin. Außerdem trenne man sich von überflüssigem Mobiliar. Im Zuge der Coronakrise habe man beim Einrichten von Homeoffice-Plätzen Erfahrungen gesammelt. Schily lobt die kurzen Wege und hellen Büros in den SMA-Gebäuden. Man werde auch bei den Azubis von SMA für das neue Projekt „Piece Line“ des Volksbunds werben. Mit einer Tour durch Europa zu bedeutsamen Schauplätzen will der Volksbund die Erinnerungskultur bei jüngeren Menschen wach halten und sich für Frieden und Verständigung einsetzen.

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