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Firma Winkler baut erst 2024 in Niestetal

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Von: Boris Naumann

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Das Luftbild zeigt das Gewerbegebiet Sandershäuser Berg von oben mit SMA-Gelände und den drei störenden Strommasten.
Sie stehen im Weg: Gut zu erkennen sind die drei hellen Masten der 220-Kilovolt-Überlandleitung direkt links der großen SMA-Freifläche. Sie werden erst mit Fertigstellung der Stromtrasse Wahle-Mecklar im Jahr 2024 abgebaut. © Ruth Brosche

Der Großhändler für Nutzfahrzeugteile Winkler wird seine Baupläne für ein neues Großhandels- und Schulungszentrum im erweiterten Gewerbegebiet Sandershäuser Berg voraussichtlich erst 2024 realisieren können.

Niestetal - Damit verschiebt sich das Bauvorhaben um gut zwei Jahre. Ursprünglich hatte das Unternehmen, das derzeit noch in Lohfelden an der Otto-Hahn-Straße angesiedelt ist, den Baubeginn in diesem Jahr anvisiert. Grund für den Aufschub ist eine 220 Kilovolt-Überlandleitung, die sich mitten durch das rund 15 Hektar große Baufeld der Firma Winkler am Sandershäuser Berg zieht. Nach ursprünglichen Planungen hätte diese Stromtrasse bereits in diesem Jahr mit Fertigstellung der neuen 380 Kilovolt-Hochspannungsleitung Wahle-Mecklar zurückgebaut werden sollen. Weil es aber auch mit Blick auf die Wahle-Mecklar-Trasse zu erheblichen Bauverzögerungen kommt, wird dieser Schritt voraussichtlich erst im Laufe des Jahres 2024 möglich sein. Für die Wahle-Mecklar-Trasse werden aktuell noch die Masten zwischen der niedersächsischen Landesgrenze in Richtung Süden bis hinein in die Söhre gebaut. Die Trasse wird nun frühestens 2024 in Betrieb gehen können.

Einen Ausweg aus dieser Situation gibt es für die Firma Winkler nicht. So hat sich zwischenzeitlich gezeigt, dass eine entsprechend provisorische Verlagerung der 220-Kilovolt-Leitung aus dem Baufeld heraus weder zeitlich noch wirtschaftlich sinnvoll ist. So war vom Betreiber Tennet geprüft worden, die Leitung bis zu ihrem kompletten Rückbau alternativ als Erdkabel durch das Baufeld zu führen. „Diese Variante hätte aber eine sehr hohe Summe verschlungen, nur um dann für wenige Monate freie Bahn für das Bauvorhaben der Firma Winkler zu haben“, sagt Bürgermeister Marcel Brückmann. Auch eine Verlagerung der Trasse ein Stück nach Süden hätte unverhältnismäßig hohen Aufwand bedeutet, weil dadurch der Bau weiterer Masten erforderlich gewesen wäre.

So wird Winkler die nächsten beiden Jahre noch am alten Standort in Lohfelden bleiben. „Wir bekunden aber weiterhin unser Interesse für die Standortverlagerung von Lohfelden nach Niestetal an den Sandershäuser Berg“, bestätigt Winkler. Die Realisierung des Großprojektes stünde an, sobald die dafür zwingend erforderlichen Voraussetzungen geschaffen seien.

Auch Brückmann zeigt sich zuversichtlich, obschon auch er gerne am ursprünglichen ambitionierten Zeitplan festgehalten hätte. „Es geht jetzt alles weiter seinen Gang: Wir setzten die Bauleitplanung fort, Winkler plant und auch der Zweckverband Raum Kassel plant weiter – alles läuft jetzt nur mit gedrosselter Geschwindigkeit.“

Brückmann hält mit Blick auf die Gewerbegebietserweiterung am Sandershäuser Berg um 22 Hektar nach wie vor an hohen ökologischen und energetischen Standards fest. „Mit der Firma Winkler haben wir einen Partner gefunden, der für solche Dinge sehr offen ist“, sagt Brückmann. Dabei ginge es ebenso um ein eigenes Energiekonzept mit großen PV-Anlagen auf den Dachflächen sowie um Dach- und Fassadenbegrünungen, die negative klimatische Effekte durch Überbauung möglichst gering halten sollen. Auch werde ein entsprechender naturschutzfachlicher Ausgleich geschaffen. Die Renaturierung der Nieste im Niestetal bis hinauf nach Uschlag soll dabei eine wichtige Rolle spielen.

„Für die zweite Jahreshälfte planen wir eine Bürger-Infoveranstaltung, bei der die Baupläne der Firma Winkler wie auch die naturfachlichen und ökologischen Ausgleichsvorhaben vorgestellt werden sollen“, kündigt Brückmann an.

Von Boris Naumann

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