Gerda und Klaus Stawinski stellen in ihrer Wohnung aus

Fotokunst in Niestetal: Alles im Zeichen der Siebziger

Lieben den 70er-Jahre-Chic: Klaus und Gerda Stawinski können sich ein Leben ohne Kugellampen und Wandteppiche nicht vorstellen. Ihre Wohnung haben sie in eine Galerie verwandelt.
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Lieben den 70er-Jahre-Chic: Klaus und Gerda Stawinski können sich ein Leben ohne Kugellampen und Wandteppiche nicht vorstellen. Ihre Wohnung haben sie in eine Galerie verwandelt.

70er-Jahre-Chic und abstrakte Kunst: Die Stawinskis haben sich in ihrer Wohnung in Niestetal eine Galerie geschaffen.

Niestetal – Wer die Wohnung von Gerda und Klaus Stawinski in Niestetal betritt, begibt sich auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Genauer gesagt in die 70er-Jahre. Grün- und Orangetöne zieren Wände und Böden, Kugellampen spenden Licht und sogar das Mobiliar ist aus dem Jahrzehnt, das eigentlich von so viel Veränderung geprägt war – und hat überdauert.

Die Stawinskis sind Nostalgiker, allerdings ist ihre Wohnung keineswegs verstaubt oder altbacken, sondern zeitlos. Dafür sorgen auch die rund 70 Fotografien Klaus Stawinskis an den Wänden.

Während andere Hobby-Fotografen ihre Bilder mit teuren Kameras schießen und aufwendig am Computer nachbearbeiten, setzt der 79-Jährige auf das Einfache. „Meine Kamera ist uralt und hat mal 250 Euro gekostet“, sagt der Heiligenröder. Einen Computer sucht man bei ihm vergebens. Stattdessen nutzt der Foto-Enthusiast das, was seine Panasonic-Kamera bietet. „Ich fotografiere ein Motiv, drücke ein paar Knöpfe und fertig.“

Was dabei herauskommt, ist nicht einfach zu beschreiben. Die Stillleben, wie beispielsweise ein Blick auf die Orangerie oder aber das Salzmannareal, erscheinen wie eine Mischung aus Malerei und den Farbtricks Andy Warhols mit fotografischem Siebdruck. „Meine Bilder sorgen immer für großes Staunen bei den Betrachtern. Die fragen, wie machst du das“, sagt Klaus Stawinski. Er antwortet dann, dass er wirklich ganz bestimmt keinen Computer nutzt. Aber auch, dass er wohl einfach ein glückliches Händchen mit seiner Kamera hat. „Und ein fotografisches Auge“, ergänzt seine ebenfalls 79-jährige Frau.

Das Ehepaar hat die Bilder schon an verschiedenen Orten ausgestellt, im Fridericianum, in einer Volkshochschule, im ehemaligen Ramada-Hotel (heute H4). „Aber irgendwann wurde uns das zu viel“, sagt Klaus Stawinski. Also fiel die Entscheidung, die eigene Wohnung zu einer Galerie zu verwandeln. So kommen seit Jahren Freunde und Bekannte, aber auch solche, die über Mund-zu-Mund-Propaganda von den Stawinskis gehört haben, zu Besuch.

Mit Beginn der Pandemie ist das Ehepaar allerdings zurückhaltender geworden. Ganz vorenthalten möchten sie ihre Galerie der Öffentlichkeit nicht. Die Stawinskis empfangen vereinzelte Gäste. „Ein Anruf genügt und wir können sicherlich etwas vereinbaren“, sagt Gerda Stawinski. Wer sich dann so sehr in eines der Bilder verliebt, dass er nicht ohne gehen möchte, dem sagt Klaus Stawinski: „Ich verkaufe meine Bilder nicht, ich verschenke sie höchstens.“ Ein Stück des Lebensgefühls der 70er-Jahre ist das, findet das Paar. Dem wollen sie treu bleiben.

Kontakt: Tel. 0561/522681

Von Moritz Gorny

Farbenspiel: Mit Kameraeinstellungen schafft es Klaus Stawinski, Windräder wie gemalt aussehen zu lassen oder aber Objekte so sehr zu verfälschen, dass man mehrmals hinschauen muss, um sie zu erkennen.
Farbenspiel: Mit Kameraeinstellungen schafft es Klaus Stawinski, Windräder wie gemalt aussehen zu lassen oder aber Objekte so sehr zu verfälschen, dass man mehrmals hinschauen muss, um sie zu erkennen.

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