Grundbesitz

Die Gemeinde Niestetal besitzt 1600 Grundstücke

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Verwildert und verwuchert: Auf diesem Grundstück der Gemeinde Niestetal wurde Mitte April die Leiche eines 49-jährigen Mannes aus Lettland gefunden, der in Deutschland keinen festen Wohnsitz hatte. 

Niestetal. Die Gemeinde Niestetal besitzt insgesamt über 1600 Grundstücke mit einer Gesamtfläche von etwa 310 Hektar (etwa 434 Fußballfelder). Somit kommt rein rechnerisch auf etwa jeden siebten Niestetaler ein gemeindeeigenes Grundstück.

Doch warum wird eine so hohe Anzahl an Flächen von der Kommune vorgehalten? Womöglich, um das Gewerbegebiet Sandershäuser Berg weiter auszubauen, um weitere Neubaugebiete zu schaffen oder für einen möglichen Ausbau der A 7-Anschlussstelle Kassel-Ost? Diese Spekulationen kann der Niestetaler Bauamtschef Peter Lieder nicht bestätigen.

Vegetationsflächen

Denn neben Flächen, die offensichtlich von der Gemeinde genutzt und betrieben werden – wie Rathaus, Bauhof, Mehrzweckhalle, Sportplätze, Friedhöfe, Kindergärten und -spielplätze –, zählen auch andere Flächen zu gemeindlichen Grundstücken: Wie zum Beispiel gemeindliche Straßen mit Bürgersteigen und Stellplätzen, Wald- und Grünflächen, Streuobstwiesen und öffentliche Parkanlagen, Wander-, Feld- und Wirtschaftswege, landwirtschaftliche Acker- und Grünlandflächen sowie ÖPNV-Haltestelleneinrichtungen.

Ebenso in die Aufzählung gehen mit knapp vier Prozent sogenannte Vegetationsflächen, unter anderem für die Renaturierung der Nieste und für den Hochwasserschutz mit ein. Zudem ist die Gemeinde laut Lieder in Besitz eines etwa 1,2 Hektar großen Geländes im Ortsteil Sandershausen. Dort könnte der neue Kindergarten gebaut werden oder das Grundstück für Wohnbauentwicklung genutzt werden. „Diese Aufzählung relativiert nach unserer Auffassung den Vergleich der reinen Anzahl an Grundstücken und die der Einwohnerzahl“, erklärt Lieder auf HNA-Anfrage. Zeitliche Regelungen, in welchen Abständen gemeindeeigene Grundstücken überprüft werden, gibt es nicht. „Dafür reicht unser Personal nicht aus“, so Lieder.

Mitte April wurde in einer Gartenhütte in der Hugo-Preuß-Straße die Leiche eines 49-jährigen Mannes aus Lettland gefunden, der in Deutschland keinen festen Wohnsitz hatte (HNA berichtete). Er lag vermutlich mehrere Monate lang tot in der Hütte. Wie sich herausstellte, gehört das Grundstück der Gemeinde Niestetal.

Die damalige Begründung von Lieder: „Die Gemeinde hatte das Grundstück schlichtweg nicht auf dem Schirm.“ Ursache dafür sei eine Verschiebung der Zuständigkeitsbereiche im Rathaus gewesen. Deshalb habe es auch keine Übergabe gegeben, das Grundstück wurde von Gemeindemitarbeitern nach Beendigung des Pachtverhältnisses im September 2016 nicht mehr betreten. Das war laut Lieder eine absolute Ausnahme. 

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