Zweite Hassbotschaft in einem Jahr

Gemeinde Niestetal hat Anzeige erstattet und ist in Kontakt mit dem Staatsschutz

Diese Schmierereien machen fassungslos: Die Hassbotschaft wurde später von der Antifa übersprüht.
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Diese Schmierereien machen fassungslos: Die Hassbotschaft wurde später von der Antifa übersprüht.

Ähnliches Schild, fast identischer Wortlaut, fast die gleiche Stelle – trotzdem liegt zwischen den Taten ein ganzes Jahr. Nachdem ein Spaziergänger am Wochenende auf einem Schild am Rad- und Fußweg zwischen Niestetal-Sandershausen und dem Kasseler Hafen eine Hassbotschaft entdeckt hatte, die mit NSU 2.0 unterschrieben war, wurde jetzt bekannt, dass es schon einmal, ganz in der Nähe, zu einer ähnlichen Tat gekommen ist.

Niestetal – Am 28. Oktober 2019 stellte Niestetals Bürgermeister Marcel Brückmann Anzeige bei der Polizei gegen unbekannt. Der Grund: Ein beschmiertes Schild an der Losse, dessen Inhalt fassungslos macht. Die Nachricht war laut Polizeisprecher Matthias Mänz mit Kugelschreiber auf weißem Untergrund aufgekritzelt. Der Inhalt damals: „Der Lübke die Sau ist tot. Gott sei Dank. Der nächste ist der Bürgermeister Gessele. Kassel ist eine Kanaken Stadt.“ (Wir zitieren die Botschaft im Wortlaut mit Rechtschreibfehlern.)

Laut Andreas Thöne, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Kassel, wurden daraufhin die Ermittlungen wegen des Verdachts der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten, Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener und Sachbeschädigung aufgenommen. Gefasst wurde der Täter damals nicht. „Hinweise auf eine tatverdächtige Person haben sich leider nicht ergeben, auch verlief eine durchgeführte molekulargenetische Untersuchung negativ“, erklärt Thöne. Der Täter konnte folglich nicht ermittelt werden.

Nun die erneute Botschaft an fast gleicher Stelle. Da sich Ort und Botschaft sehr ähneln, kann sich Niestetals Bürgermeister Marcel Brückmann gut vorstellen, dass es sich um den gleichen Täter handelt. Er habe bereits Hinweise aus der Bevölkerung bekommen, wer es sein könnte. „Aber ich will nicht die Hoffnung machen, dass wir ihn morgen haben“, sagt Brückmann.

Die Gemeinde hat Anzeige erstattet und ist in Kontakt mit dem Staatsschutz. Das Schild war offenbar kurz nach der Tat mit roter Farbe und dem Wort „Antifa“ besprüht worden. Zudem ist laut Brückmann die Bushaltestelle Wilhelmine Pötter Straße gegenüber des Rewes in Niestetal beschmiert worden, offenbar wieder von der Antifa. Unter anderem wurden dort die Buchstaben „ACAB“ (steht für All Cops Are Bastards) und das Anarchie A aufgesprüht, sowie der Satz: „Nazis aus den Socken kloppen”. Auch diese Schmierereien hat die Gemeinde bei der Polizei angezeigt.

Rechte Strukturen gibt es laut Brückmann keine in Niestetal, weder bei Jugendlichen noch im Parteiwesen. „Eigentlich leben wir auf der Insel der Glückseligen. Es spricht alles für einen Einzeltäter.“

Das Schild wird nun abmontiert und gesäubert. Laut Brückmann wird es nicht mehr an seinem ursprünglichen Standort aufgebaut, sondern wird anderweitig genutzt werden.

Hinweise an die Polizei unter Tel: 05 61/ 91 00 (Amira Sayed El Ahl)

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