Logistiker will ansiedeln

Gewerbegebiet Sandershäuser Berg soll um 22 Hektar wachsen

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Blick auf das Gewerbegebiet Sandershäuser Berg in Niestetal: Die geplante Erweiterung als interkommunales Gewerbegebiet um 22 Hektar würde sich rechts an das SMA-Servicecenter sowie der großen SMA-Freifläche anschließen.

Die erste Weichenstellung für die Erweiterung des Gewerbegebietes Sandershäuser Berg in Niestetal ist gemacht.

Einstimmig sprach sich am Donnerstagabend die Niestetaler Gemeindevertretung für eine weitere Entwicklung des Areals im Rahmen eines interkommunalen Gewerbegebietes aus. Dabei wird es nun um eine Fläche von 22 Hektar gehen. Bevorratet wird der Bereich aktuell noch von der Hessischen Landgesellschaft (HLG). Er liegt oberhalb des SMA-Servicecenters am Sandershäuser Berg. Wie berichtet, zeigt bereits der Großhändler für Nutzfahrzeugteile, die Christian Winkler GmbH, großes Interesse daran, ihren bisherigen Standort in Lohfelden an den Sandershäuser Berg zu verlagern. Zehn bis 15 Hektar sind dafür vorgesehen.

In einem nächsten Schritt erarbeiten nun der Zweckverband Raum Kassel (ZRK) sowie der Niestetaler Gemeindevorstand eine sogenannte Interessenausgleichsvereinbarung. Im Kern geht es darum die Beteiligung der Kommunen an den bislang allein von der Gemeinde Niestetal geleisteten Erschließungskosten für das Gewerbegebiet in den Jahren 2007 bis 2010 zu regeln. Auch gibt es aktuell noch keine politische Entscheidung darüber, welche Kommunen sich überhaupt an der Erweiterung des Gewerbegebietes beteiligen wollen. Nach HNA-Informationen sind dies bislang in jedem Fall Lohfelden, Baunatal und Kassel. Wie ZRK-Direktor Kai Georg Bachmann mitteilt, werden genau diese Sachverhalte nun in den entsprechenden Gremien des ZRK im Oktober und Dezember verhandelt.

Nicht zuletzt wird es dabei auch um die noch notwendige Anpassung des Flächennutzungsplans des ZRK sowie des Regionalplan des Landes gehen. Auch hierzu stehen politische Entscheidungen noch aus. Der Zeitpunkt ist allerdings gut, zumal das Regierungspräsidium Kassel derzeit ohnehin an der Fortschreibung des Regionalplans arbeitet.

Für Niestetals Bürgermeister Marcel Brückmann (SPD) werden all dies wichtige Entscheidungen sein, die festlegen werden, inwieweit sich Niestetal in den kommenden Jahren wird entwickeln können. Denn Neuansiedlungen am Sandershäuser Berg würden hohe Gewerbesteuereinnahmen zur Folge haben, die die klamme Kommune Niestetal dringend benötigt, um langfristig wieder einen erweiterten Handlungsspielraum zu haben.

Erweiterung bedeutet Nachteil für die Natur

Indessen ist sich Brückmann bewusst, das eine Erweiterung des Gewerbeareals um weitere 22 Hektar erneut einen hohen Flächenverbrauch sowie Flächenversiegelung mit allen damit verbundenen Nachteilen für Natur und Umwelt nach sich zieht. Der Regionalplan sieht dazu vor, dass bei der Neuausweisung von gewerblichen Gebäuden auf mindestens der Hälfte der neu entstehenden Dachflächen die Installation von Fotovoltaikanlagen zu erfolgen hat. Allerdings wird dieser Passus gleich wieder aufgeweicht. Denn: Die Gebäude müssen dafür geeignet sein, die Umsetzung der Maßnahme muss für das Unternehmen wirtschaftlich zumutbar sein, und die Größe der Dachfläche muss „raumbedeutsam“ sein.

„Nach jetzigen Stand zeigt sich Winkler dazu bereit, den anstehenden Flächenverbrauch mit Ausgleichsmaßnahmen abzufedern“, sagt Brückmann. Über eine Fassaden- und Dachbegrünung sowie über Fotovoltaikanlagen auf dem Dach sei bereits gesprochen worden. Auch der Solartechnikhersteller SMA als unmittelbarer Nachbar am Sandershäuser Berg habe bereits Kooperationsbereitschaft signalisiert.

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