Bund segnet Verzögerung ab – Förder-Millionen bleiben erhalten

Hallenbad für Niestetal erst im Herbst 2022 fertig

Das neue Hallenbad in Niestetal kommt, aber erneut mit Verspätung. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Ungewöhnlich lange hatte die Prüfung der Fördermittelanträge gedauert. Zuletzt hatte die Umplanung auf Fernwärme noch einmal einige Monate Zeit gekostet.
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Das neue Hallenbad in Niestetal kommt, aber erneut mit Verspätung. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Ungewöhnlich lange hatte die Prüfung der Fördermittelanträge gedauert. Zuletzt hatte die Umplanung auf Fernwärme noch einmal einige Monate Zeit gekostet.

Mit der jüngsten Entscheidung, das Niestetaler Gemeindezentrum (Rathaus, Feuerwehr, Mehrzweckhalle und Bauhof) mit Fernwärme zu versorgen (HNA berichtete), steht nun auch der Baustart für das geplante neue Hallenbad fest. So werden voraussichtlich nun im Herbst 2020 die ersten Bauarbeiten beginnen – also erneut mit einer Verzögerung um etwa ein halbes Jahr.

Niestetal - Zuletzt war der Baubeginn für das Frühjahr 2020 vorgesehen gewesen. Jedoch hatte sich schon im November 2019 die Möglichkeit ergeben, das neue Hallenbad mit Fernwärme statt mit einem Blockheizkraftwerk zu beheizen. Die Fernwärmeoption war vor allem aus Gründen der Energieeffizienz und des Klimaschutzes für die Gemeinde interessant gewesen. Tatsächlich wird das neue Hallenbad damit nun Passivhausstandard erreichen – als eines der ersten in Nordhessen. Auch können die Gemeindewerke auf Basis dieser Effizienzklasse jetzt mit einem Tilgungszuschuss seitens der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) in Höhe von 200 000 Euro rechnen.

Aus diesen Gründen waren Ende 2019 fertige Ausschreibungen noch einmal zurückgehalten worden, um die Pläne noch einmal zu modifizieren. „Jetzt aber können die ersten Ausschreibungen raus“, sagt Bürgermeister Marcel Brückmann (SPD). Im Herbst sollen dann die erforderlichen Bodenarbeiten zur Anhebung des Niveaus um 60 Zentimeter aus Gründen des Hochwasserschutzes beginnen. Auch erfolgt dann der Tiefbau mitsamt der Erschließung und Verlegung von erforderlichen Versorgungsleitungen.

Bei allen weiteren Bauabschnitten will die Gemeinde prüfen, welche Baufirmen das Rennen machen werden. „Wir wollen uns die Unternehmen hinsichtlich ihrer Seriosität und Leistungsfähigkeit genau ansehen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil wegen der Coronakrise weitere Fördermittel von Bund und Land und damit ein Anstieg der Preise zu erwarten sind“, sagt Bürgermeister Brückmann.

Mit der erneuten Verzögerung des Baubeginns steht nun auch fest, dass das Schwimmbad voraussichtlich erst mit dem 1. September 2022 seinen Betrieb aufnehmen kann. „Der Bund hat das genehmigt“, sagt Brückmann. Ursprünglich war für die Inbetriebnahme der 31. Dezember 2020 vorgesehen gewesen – die Förderrichtlinie des Bundes hatte dies verlangt. Bekanntlich wird der Hallenbadneubau mit inzwischen fünf Millionen Euro vom Bund bezuschusst.

Doch hatte sich schon im Laufe des Jahres 2019 gezeigt, dass dieser Termin wohl kaum einzuhalten ist. Monatelang hatte die Gemeinde auf den Zuwendungsbescheid des Bundes warten müssen. Gründe waren vor allem eine „überbordende Bürokratie“, wie Brückmann damals sagte. Hinzu kam, dass sich zwischenzeitlich die Förderrichtlinien änderten, sodass entsprechend neue Unterlagen beigebracht werden mussten. Kartonweise Akten waren damals hin- und hergeschickt worden.

Insgesamt wird das neue Hallenbad als Ersatzneubau für das alte Wichtelbrunnenbad zwölf Millionen Euro kosten. Fünf Millionen Euro kommen vom Bund, eine weitere Million ist voraussichtlich aus dem Schwimmbadinvestitions- und Modernisierungsprogramm des Landes zu erwarten. Sechs Millionen Euro stemmt also die Gemeinde selbst. Abgewickelt werden sämtliche Geldangelegenheiten durch die Gemeindewerke Niestetal als 100-prozentige Tochter der Gemeinde. Sobald das neue Hallenbad steht, soll das Wichtelbrunnenbad stillgelegt und abgerissen werden.

Von Boris Naumann

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