Rund 2182 Euro pro Monat

Pflegekosten explodieren: Niestetaler muss 553 Euro mehr für Heimplatz zahlen

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Angehörige müssen immer mehr für Pflege zahlen: Der Grund dafür sind steigende Personalkosten. Unser Symbolbild zeigt, wie bei einer Seniorin der Blutdruck gemessen wird.

Senioren in Helsa in Landkreis Kassel müssen demnächst mehr für ihre Pflege bezahlen: Das Senioren- und Therapiezentrum erhöht die Preise. Damit soll der monatliche Eigenanteil um 553 Euro steigen.

  • Im Senioren- und Therapiezentrum Helsa im Landkreis Kassel werden die Kosten für die Pflege erhöht.
  • Der monatliche Eigenanteil soll wahrscheinlich um 553 Euro auf 2182 Euro steigen.
  • Die Verhandlungen über die Kostensteigerung laufen noch.

Eine kräftige Erhöhung der Pflegekosten erwartet Menschen, die ihre Angehörigen im Senioren- und Therapiezentrum Helsa im Landkreis Kassel pflegen lassen. Grund sind laut Heimleitung die gestiegenen Personalkosten. „Für mich soll der monatliche Eigenanteil ab April um 553 Euro auf 2182 Euro steigen“, sagt ein HNA-Leser aus Niestetal.

Helsa bei Kassel: Senioren müssen demnächst 34 Prozent mehr für die Pflege bezahlen

Das sind rund 34 Prozent mehr. Der Leser steht finanziell gut da, und hat sich fürs Alter ein Polster angelegt. „Allerdings geht das langsam aber sicher zur Neige“, sagt der Senior aus Niestetal im Landkreis Kassel. Er werde zwar nicht am Hungertuch nagen, weil er noch eine Wohnung besitzt, die er verkaufen könne. 

„Es gibt aber auch Menschen, die nicht so gut vorsorgen konnten. Die werden von den steigenden Kosten in die Altersarmut getrieben“, ist der Niestetaler überzeugt. „Sie arbeiten erst teils über 40 Jahre, in der Wirtschaft oder auch als Hausfrau, und dann verarmen sie. Das geht doch nicht.“

Dem Senioren- und Therapiezentrum Helsa im Landkreis Kassel macht der Niestetalerkeinen Vorwurf: „Mir geht’s nicht darum, das Heim in die Pfanne zu hauen.“ Ganz im Gegenteil. Er sei sehr zufrieden mit der Einrichtung. Das Personal sei freundlich, kümmere sich gut um seine Frau und im Heim sei es immer sauber. Es sei nachvollziehbar, dass Pflege besser bezahlt werden müsse und die Preise angehoben würden.

Helsa bei Kassel: Verhandlungen über Pflege-Kosten laufen noch

„Wir sind derzeit noch in Verhandlungen, wissen also noch nicht, wie hoch die Mehrkosten ausfallen“, sagt Uwe Schultz-Clausen auf HNA-Anfrage. Er ist Geschäftsführer der Heimverwaltungs- und Vermietungs GmbH (HVVG), die das Pflegeheim in Helsa im Landkreis Kassel betreibt. Er bestätigt die Kostensteigerung, die durch steigende Personalkosten entstünden. „Das bedauern wir. Aber wenn wir nicht bessere Gehälter zahlen, kriegen wir keine Pflegekräfte mehr.“ 

Einrichtungen, die sich beim Geld zu spät bewegten, guckten über kurz oder lang in die Röhre. Kosten ließen sich da nicht drücken. Das eigentliche Problem liegt aus seiner Sicht im System: „Die Pflegekasse ist ein Teilkaskomodell. Sie zahlt höchstens 770 Euro, dann ist Schluss.“ Erhöhe eine Einrichtung die Beiträge, müssten Angehörige immer tiefer in die Tasche greifen.

Dringender Handlungsbedarf bei der Pflege: Kosten für Senioren in Helsa im Landkreis Kassel explodieren

In dieselbe Kerbe schlägt auch der HNA-Leser aus Niestetal im Landkreis Kassel. Sein Vorschlag: Das Plus bei den Steuergeldern dafür einzusetzen, die Pflege für Angehörige bezahlbar zu machen und das Geld für die Pflegekassen zu erhöhen.

Ebenso sollte der Satz erhöht werden, ab dem das Sozialamt einspringe. „Wer als Ehepaar mehr als 10 000 Euro angespart hat, bekommt nichts.“ Diese Summe sei ein Witz. Schließlich koste es heutzutage oft mehr, wenn ein Auto gekauft werden müsse oder Reparaturen an der Wohnung anstünden.

Aus seiner Sicht müsse sich ganz dringend etwas tun beim Thema Pflege. Ansonsten fahre man gegen eine Wand.

Von Moritz Gorny

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Auch im Bereich der Pflege gibt es manchmal schwarze Schafe. InKassel laufen Ermittlungen gegen verschiedene Pflege-Dienste, weil sie Leistungen abgerechnet haben sollen, die sie nicht erbracht haben.

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