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Niestetaler erhielt mehrfach betrügerische Anrufe und will andere warnen

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Von: Valerie Schaub

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Hans D. Baumann hat erneut einen Schockanruf bekommen. Auch auf das falsche Landeskriminalamt fiel er nicht rein.
Hans D. Baumann hat erneut einen Schockanruf bekommen. Auch auf das falsche Landeskriminalamt fiel er nicht rein. © Valerie Schaub

Hans D. Baumann aus Niestetal erhielt mehrfach einen Schockanruf, er fällt jedoch nicht auf den Trick herein.

Niestetal – Kaum einen Monat ist es her, dass der Niestetaler Hans D. Baumann Betrüger am Telefon hatte. Er sollte eine Kaution für die vermeintliche Tochter überweisen, damit diese nicht ins Gefängnis muss. Baumann durchschaute die Masche sofort, er hat keine Kinder.

Jetzt hat der Niestetaler einen zweiten Anruf bekommen. Ein angeblicher Kriminalbeamter wollte ihn dabei über den Schockanruf zuvor aufklären. Diesmal wäre er fast drauf reingefallen, wie Baumann in seinem Blog beim Bildbearbeitungsmagazin Docma schreibt. Weil er andere warnen will, erzählt er seine Geschichte erneut:

Wieder erhält Baumann einen Anruf von einer Frau, die sich als seine Tochter ausgibt. Sie habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht, dieses Mal soll dabei ein Kind ums Leben gekommen sein. Wenn er 45 000 Euro aufbrächte, müsste die Tochter nicht ins Gefängnis.

Dieses Mal fühlt sich Baumann am Telefon besser vorbereitet

„Das alte Spiel“, sagt Baumann. Er fühlt sich dieses Mal besser vorbereitet und erfindet fast schon routiniert wieder einen Freund, bei dem er vielleicht Bargeld holen könnte, und fragt, wohin er es bringen soll. Sie kläre das, sagt die Anruferin und legt auf.

„Seltsam jetzt, wo ich viel Geld in Aussicht stelle, legt sie auf“, denkt Baumann und überlegt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit in der Region wäre, dass die eigene Tochter einen solchen Unfall verursacht. Kein Grund, sich Sorgen zu machen, bilanziert er.

Ein paar Minuten später klingelt das Telefon erneut, es meldet sich das Landeskriminalamt. Der Anrufer gibt sich als Herr Meyer von der Abteilung für Internetbetrug aus und spricht Baumann mit seinem richtigen Namen an. Er fragt, ob er kürzlich einen merkwürdigen Anruf erhalten habe. „Ja“, sagt Baumann. Der Mann in der Leitung spricht von Telefonbetrügern und erklärt deren Vorgehen.

Baumann ist sicher, dass er es wieder mit Betrügern zu tun hat

Baumann ist sicher, dass er es wieder mit Betrügern zu tun hat. „Ich wusste zwar nicht, worauf das hinauslaufen würde, spielte aber mit.“ Er wird gefragt, ob er helfen wolle, die Betrüger hinters Licht zu führen. Damit er sich sicher sein könne, dass er mit dem LKA spreche, will der Anrufer auflegen und Baumman soll die 110 wählen.

In dem Moment zweifelt Baumann. „Hatte ich tatsächlich jemandem vom LKA am Telefon?“ Er fragt, wieso er den Notruf wählen soll und nicht eine Nummer vom Landeskriminalamt. „Wir machen das einfacher: Sie drücken auf ihrem Telefon erst die Sternchen-Taste, wählen dann die 110“, sagt der Anrufer. Und nach einer Pause: „Sie haben mich durchschaut, nicht wahr?“ Das hat Baumann überrascht, wie er sagt. „Aber er hatte ja recht.“ Am Ende des Gesprächs hätten beide sogar gelacht. Baumann hat den Fall wieder der Polizei gemeldet.

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