Zweites Flut-Areal für Wassermassen

Hochwasserschutz ist nach Tief Axel in Niestetal wieder Thema

+
Tief Axel und seine Folgen: Am 21. Mai war in Niestetal auch die Fuldastraße überschwemmt worden. „Die Wassermassen kamen so schnell, dass keine Zeit mehr war, um Hochwasserschutz-Tonnen aufzustellen“, heißt es seitens der Verwaltung.

Niestetal kam zwar mit einem blauen Auge davon, wird aber wohl trotzdem rund 180 000 Euro aufbringen müssen, um entstandene Hochwasserschäden nach Tief Axel zu beheben.

Als Tief Axel am 21. Mai das Hochwasser brachte, kam Niestetal noch einmal mit einem blauen Auge davon. Sicher: Vor allem an der Fuldastraße in Sandershausen waren einige Keller vollgelaufen. Auch wurden der Sportplatz in Sandershausen sowie der Radweg entlang der Nieste in Heiligenrode überflutet. „Im Großen und Ganzen aber haben wir Glück gehabt“, sagt Bürgermeister Marcel Brückmann (SPD).

Dennoch wird Niestetal wohl rund 180 000 Euro aufbringen müssen, um entstandene Hochwasserschäden zu beheben. Schäden entstanden vor allem an der Böschung der Nieste. In den kommenden Wochen sollen ausgespülte Uferbereiche mit Basaltsteinen neu befestigt werden. Auch müsse noch jede Menge Treibgut entfernt werden.

Komplett weggerissen hat es den neuen Radweg entlang der Nieste in Heiligenrode etwa in Höhe des Sportplatzes und der Bäckerei Apel. „Just am Tag des Hochwassers sollte der Radweg eigentlich asphaltiert werden“, sagt Brückmann. Aus Kostengründen werde der Radweg an dieser Stelle jetzt nur noch provisorisch repariert.

Und auch am Fußballplatz in Sandershausen hatten die Fluten Teile des Parkplatzes weggerissen. Im Zaun, der den Fußballplatz umfriedet, hatte sich so viel Treibgut verfangen, dass die Wassermassen auf den Parkplatz umgelenkt wurden.

Indessen steht die Frage nach Hochwasserschutz wieder im Raum. Ist er für Niestetal noch ausbaufähig? „Ja“, sagt Brückmann, „wir müssen da noch mehr tun“.

Als wichtige Maßnahme erachtet Brückmann die Erweiterung des 2014 angelegten, rund zehn Fußballfelder großen Überflutungsareals gegenüber dem Rathaus (Niesteaue). „Allein diese Fläche ist schon sehr effektiv“, sagt Brückmann. Ohne diese Niesteaue wäre am 21. Mai der ganze Ortskern Sandershausen überflutet worden.

Aus diesem Grund will Brückmann nun einen zweiten Überflutungsbereich weiter oberhalb der Nieste schaffen – idealerweise ab der Autobahnbrücke bis rauf zum Sportplatz Heiligenrode. Diese Fläche wäre noch einmal bis zu zwölf Fußballfelder groß und würde dann auch bei noch stärkeren Fluten große Sicherheit für Sandershausen bringen.

Bislang war das Projekt nur angedacht gewesen. Eine kleinere Version sollte sogar schon 2018 realisiert werden, jedoch war der Gemeinde das Geld ausgegangen. Deshalb gibt es jetzt einen zweiten Anlauf. „Schon bald wird es eine Begehung mit Mitarbeitern eines Kasseler Wasserbau-Büros geben“, sagt Brückmann. Ziel sei es zunächst einzuschätzen, was topografisch möglich ist, welche Dimensionen solch ein zweites Flutareal haben sollte und welche Flächen für solch eine Aue bereitgestellt werden müssten.

Wichtig wäre eine baldige Umsetzung auch deshalb, weil das Land im Rahmen des Aktionsplans Hochwasserschutz noch bis 2021 Projekte dieser Art bis zu 95 Prozent bezuschusst. „Ohne diese Option können wir aktuell aus Kostengründen gar nichts machen“, sagt Brückmann. Dabei sehe er dringenden Handlungsbedarf.

Hochwasserschutz umsetzen ließe sich zudem noch im Dorfkern Sandershausens. Dort arbeitet die Gemeinde aktuell an einem Quartierskonzept für die energetische Sanierung von Wohnhäusern. Förderfähige Belange des Hochwasserschutzes können auch hier einfließen – vom hochwasserfesten Keller bis hin zum Abbau von Ölheizungen in Kellerräumen. Auch steht die geplante Renaturierung der Nieste im Bereich der Grundschule im Zusammenhang mit dem Quartierskonzept.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.