Stillstand seit vielen Jahren

Investor springt ab - Müllerwiesen in Niestetal stehen wieder zum Verkauf

Seit vielen Jahren Stillstand: Nachdem Corona eine vor einem Jahr zugesagte Investition vereitelt hat, sucht die Gemeinde Niestetal jetzt nach einem neuen Grundstückskäufer.
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Seit vielen Jahren Stillstand: Nachdem Corona eine vor einem Jahr zugesagte Investition vereitelt hat, sucht die Gemeinde Niestetal jetzt nach einem neuen Grundstückskäufer.

Nach fast elf Jahren steht mit Blick auf die immer noch verwahrlosten Baugrundstücke In den Müllerwiesen 8 bis 10 wieder alles auf Null.

Niestetal - Wie die Gemeinde Niestetal mitteilt, habe der erst vor einem Jahr gewonnene Investor – ein renommiertes Unternehmen aus dem Bereich der Textilveredelung – das Grundstück an die Gemeinde zurückverkauft und damit wieder freigegeben. Die Fläche liegt in Heiligenrode unmittelbar an der Autobahn  7.

„Wir hatten es hier mit einem sehr seriösen Investor zu tun, dem allerdings die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht hat“, bedauert Bauamtsleiter Peter Lieder. Auf dem insgesamt 3043 Quadratmeter großen Grundstück war der Bau einer Werbestickerei mitsamt Büros auf rund 1800 Quadratmetern geplant gewesen. Der Betrieb hätte im Jahr 2021 mit sechs neuen Arbeitsplätzen seine Arbeit aufnehmen sollen.

Glück hatte die Gemeinde mit dem Investor auch deshalb gehabt, weil dieser das Grundstück im jetzigen Zustand übernommen hätte. Das war immer das Problem gewesen. Denn zuletzt hatte das Areal dem Kasseler Unternehmer Reshat Sokoli gehört, der es 2010 gekauft, aber nie fertig bebaut hatte. Zwar wurden zwei Gruben ausgehoben, ein Fundament gesetzt und auch schon ein Kellergeschoss gebaut. Doch war alles unter dem Strich eine Bauruine geblieben, die nun schon seit Jahren vermüllt und verrottet – zum Ärger der Nachbarschaft.

„Ideal wäre es natürlich, wir würden wieder einen Investor finden, der sich auch um den Abriss der Bauruinen kümmert und dafür einen ermäßigten Grundstückspreis bekommt“, sagt Lieder. Für den Wertverlust des Grundstücks wegen der vorhandenen Bauruinen sei dann der ehemalige Vorbesitzer in Regress zu nehmen. „In diesem Punkt ist das Recht auf unserer Seite. Wir wollen in jedem Fall ohne Schaden aus der Sache rauskommen“, sagt Lieder.

Die Gemeinde formuliere derzeit ein Angebot für den erneuten Verkauf des Grundstücks. Aktuell hat die Gemeinde Niestetal den Mindestkaufpreis auf 75 Euro pro Quadratmeter angesetzt. Der Anteil an gewerblicher Nutzung soll vorrangig sein, im Idealfall soll er 80 Prozent betragen. Der Bebauungsplan lässt das zu, das Grundstück ist als Mischfläche ausgewiesen. Zulässig ist die Planung sogenannter stiller Gewerbe.

„Ich gehe davon aus, dass wir nicht lange werden warten müssen, bis sich ein neuer Interessent findet“, sagt Lieder. Der Bedarf an kleineren Gewerbeflächen sei derzeit sehr groß. Wer letztlich das Rennen mache, hänge ganz von der Qualität der eingereichten Offerten ab. So werde es bei der Auswahl auch darum gehen, wie viele neue Arbeitsplätze durch die Ansiedlung geschaffen werden und inwieweit sich die verkehrliche Mehrbelastung in Grenzen halte. „Insofern wird zum Beispiel ein Ingenieurbüro immer bessere Karten haben als rein produzierende Gewerbe.“ (Boris Naumann)

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