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Jeder kann bei Hochwasserschutz helfen: Niestetal und Feuerwehr organisieren Workshop für Freiwillige

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Gut gerüstet: Über 250 Hochwasserschutztonnen verfügt die Niestetaler Feuerwehr. Wie die Tonnen aufgebaut werden, wollen die Feuerwehrleute (von links) Björn Höch, Carsten Johann, Elke Johann und Andreas Leck, der zweite stellvertretende Gemeindebrandinspektor, zeigen.

Die Gemeinde Niestetal will künftig deutlich schneller auf drohendes Hochwasser reagieren können, als das bislang der Fall war. Erreicht werden soll das mit einem neuen Hochwasserschutzkonzept, dessen Herzstück eine ehrenamtlich tätige „Einsatzgruppe Hochwasserschutz“ ist.

„Das vergangene Hochwasser in Niestetal vom 21. Mai 2019 hat uns gelehrt, wie schnell die Nieste anschwellen und über die Ufer treten kann“, sagt Bürgermeister Marcel Brückmann (SPD). Bei normalen Hochwassern gebe es einen Vorlauf von einigen Stunden, bei dem sich Feuerwehr, Katastrophenschutz und andere Helfer auf die Situation einstellen könnten. „Vor einem Jahr aber war alles so schnell gegangen, dass wir zum Beispiel an der Fuldastraße unsere Hochwasserschutztonnen nicht rechtzeitig aufstellen konnten.“

So soll das neue Hochwasserschutzkonzept vor allem eines erreichen: mehr Schnelligkeit. „Und der Schlüssel dazu sind ausreichend Helfer aus der Bürgerschaft, die schnell aktiviert werden und helfen können“, sagt Brückmann.

Im Kern ginge es dabei um das zügige Aufbauen von sogenannten Hochwasserschutztonnen an sieben noralgischen Einsatzpunkten entlang der Nieste im Dorfkern des Ortteils Sandershausen. Die Gemeinde verfügt über 250 dieser Tonnen.

„Unsere Idee ist es, das benötigte Material schon auf Paletten und in Gitterboxen bereitzuhalten, um es dann schnell an die Einsatzpunkte transportieren zu können“, sagt der Bürgermeister. Vor Ort müssten dann schon ausreichend Helfer bereitstehen, um die Tonnen zeitgleich und schnell mitsamt Befüllung und Stabilisierung aufstellen zu können. „Genau das war im Mai 2019 das Problem: Es  fehlten Leute“, sagt Brückmann.

Eine andere Baustelle sei das zügige Befüllen von Säcken mit Sand oder Kies am Bauhof. „Diese Säcke werden einerseits zur Stabilisierung der Schutztonnen benötigt, andererseits sollen sie für Anwohner zur Abholung bereit stehen, damit diese dann Garagentore, Keller- und Hauseingänge vor den Wassermassen schützen zu können.“

Insgesamt ginge es um den Aufbau eines etwa 60 Köpfe zählenden Helferteams, das nach bisheriger Planung über einen gewöhnlichen Sirenenalarm aktiviert werden soll. „Bei einem Einsatz kommen dann noch rund 50 Feuerwehrleute sowie gut ein Dutzend Bauhofsmitarbeiter hinzu“, erklärt Niestetals Bürgermeister. Erst mit solch einem Aufgebot könne maximal schnell auf eine herannahende Hochwasserwelle reagiert werden.

„Selbstverständlich werden alle Freiwilligen, die künftig der Einsatzgruppe Hochwasserschutz angehören wollen, zuvor von der Feuerwehr und Bauhofmitarbeitern auf die anstehenden Aufgaben in Theorie und Praxis genau vorbereitet“, sagt Brückmann. Im Mittelpunkt stehe dabei der Aufbau der Hochwasserschutztonnen.

So soll ein erster Workshop bereits am Samstag, 7. März, bei der Freiwilligen Feuerwehr stattfinden. „Alle, die daran teilnehmen wollen, bitten wir um Anmeldung“, sagt Brückmann (Infos siehe Termin-Kasten).

Nun hofft Niestetals Bürgermeister auf eine rege Teilnahme der Bürger: „Solch eine Einsatzgruppe Hochwasserschutz hat es noch nicht gegeben. Es ist schon etwas Besonderes, an so etwas teilzuhaben.“

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