50.000 Euro Schaden

Einfamilienhaus im Landkreis Kassel steht in Brand - „Für mich war die Nacht wie ein Horrorfilm“

Brand im Niestetaler Ortsteil Heiligenrode: Die beiden Bewohner konnten sich vor den Flammen retten.
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Brand im Niestetaler Ortsteil Heiligenrode: Die beiden Bewohner konnten sich vor den Flammen retten.

Im Landkreis Kassel steht der Dachstuhl eines Einfamilienhauses in Brand. Feuerwehrleute bekämpfen die Flammen mittels Drehleiter.

+++ 19.23 Uhr: Am Morgen nach dem Wohnhausbrand hängt im Heiligenröder Ginsterweg immer noch der Geruch von Rauch in der Luft. Gegen zwei Uhr in der Nacht zu Freitag war das Feuer ausgebrochen – laut Polizei vermutlich in der Nähe eines Kamins. Passanten setzten einen Notruf ab. Die zwei Hausbewohner, eine 26-jährige Frau und ein 40-jähriger Mann, schafften es rechtzeitig und unverletzt aus dem brennenden Gebäude.

„Für mich war die Nacht wie ein Horrorfilm“, sagt eine Seniorin, die unmittelbar neben dem Bungalow lebt. Kurz nach zwei Uhr sei sie durch die Sirenen auf der Straße an ihrem Schlafzimmer aufgeschreckt. Erst habe sie nur die Einsatzfahrzeuge gesehen und nicht so recht einordnen können, was vor sich geht. „Als ich dann aus dem Küchenfenster auf das Nachbarhaus geschaut habe, war da eine große Rauchwolke.“

Brand im Landkreis Kassel: Nachbarin froh, dass den Bewohnern nichts passiert ist

Sie habe Angst gehabt, dass das Feuer von dem brennenden Bungalow auf ihr eigenes Haus überspringen könnte, ihre „Existenz“, wie sie es nennt. Gegen 4.30 Uhr sei sie ins Bett gegangen, war aber kurz darauf wieder auf den Beinen. In diesen Zeiten schüttele einen so ein Erlebnis noch mehr durch, sagt sie. „Aber ich bin froh, dass dem Pärchen von nebenan nichts passiert ist.“

Die beiden Hausbewohner seien schon von Rettungskräften versorgt worden, als Gemeindebrandinspektor (GBI) Ingolf Aust nach dem Alarm um kurz nach zwei Uhr im Ginsterweg ankam. „Wir hatten das Feuer nach 30 bis 45 Minuten unter Kontrolle“, sagt er. Für die Nachbargebäude habe keine Gefahr bestanden, da das Feuer vor allem im vorderen Bereich des Hauses zur Straße hin brannte. Gegen vier Uhr sei es dann endgültig gelöscht gewesen. Da allerdings viel Hitze entstanden war, hätten die rund 60 Wehrleute aus Niestetal, Kaufungen, Nieste und Kassel entsprechend große Wassermengen gebraucht. „So ist auch großer Schaden entstanden“, sagt Aust.

Der GBI und die Polizei gehen davon aus, dass das Haus nun unbewohnbar ist. Ersten Einschätzungen zufolge beläuft sich der Sachschaden auf 50 000 Euro. Ob die Brandursache wirklich mit dem Kamin zusammenhängt, werde noch geprüft.

Einfamilienhaus im Landkreis Kassel steht in Brand - Feuerwehr verhindert Schlimmeres

Erstmeldung vom Freitag, 19.03.2021, 11.13 Uhr: Niestetal-Heiligenrode - Am heutigen Freitag (19.03.2021) meldeten Passanten gegen 2 Uhr den Dachstuhl-Brand eines Einfamilienhauses im Niestetaler Ortsteil Heiligenrode im Landkreis Kassel. Das berichtet das Polizeipräsidium Nordhessen.

Als die Feuerwehr Niestetal und Beamte des Kasseler Polizeireviers Ost am Einsatzort eintrafen, habe das gesamte Dach bereits gebrannt. Die beiden 40- und 26-jährigen Bewohner hätten sich zuvor aus dem Haus retten können. Sie blieben laut Polizei unverletzt.

Landkreis Kassel: Feuerwehr bekämpft Brand mittels Drehleiter

Feuerwehrleute hätten den Brand mittels Drehleiter-Einsatz schnell unter Kontrolle bringen und ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäudeteile verhindern können. Der Kriminaldienst der Kasseler Polizei habe die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Nach ersten Erkenntnissen sei der Brand vermutlich im Bereich eines Kaminofens ausgebrochen.

Das Haus sei zurzeit unbewohnbar. Die beiden Bewohner seien durch die Gemeinde Niestetal untergebracht. Der Sachschaden belaufe sich nach ersten Schätzungen auf rund 50.000 Euro.

Auch im Schwalm-Eder-Kreis hat sich ein Brand ereignet. Eine Spaziergängerin war mit ihrem Hund unterwegs. Dann hörte sie das Alarmsignal eines ausgelösten Rauchwarnmelders - und sah eine Frau am Fenster des verqualmten Gebäudes stehen. (Jan Wendt und Moritz Gorny)

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