Ideen für bessere Nahmobilität

Niestetaler wünschen sich eine Fahrradbrücke über die Fulda

Das Bild zeigt die Rad- und Fußgängerbrücke in Fuldabrück-Bergshausen.
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Zukunftsvision auch für Niestetal: Im Zuge der Beteiligungsinitiative „Unser bestes Niestetal“ bringt die AG Nahmobilität auch den Bau einer Rad- und Fußgängerbrücke über die Fulda nach Kassel-Wolfsanger ins Spiel. Unser Bild zeigt die Rad- und Fußgängerbrücke in Fuldabrück-Bergshausen. Sie könnte als Vorbild dienen.

Eine AG aus Niestetal (Kreis Kassel) setzt sich für bessere Nahmobilität ein. Sie wünschen sich in Niestetal eine Brücke für Fahrradfahrer über die Fulda.

Niestetal – „Niestetal noch lebenswerter machen“: Unter diesem Motto treffen sich regelmäßig mehrere Dutzend Niestetaler, um Ideen und Konzepte für ein lebensfreundlicheres und attraktiveres Niestetal zu sammeln. Die Gemeinde gibt dabei Hilfen, sie selbst hatte die Initiative „Grün, sozial, smart – unser bestes Niestetal“ als groß angelegtes Bürgerbeteiligungsprojekt im November 2019 aus der Taufe gehoben.

Inzwischen haben sechs Arbeitsgruppen zu den Themen Nahmobilität, 72-Stunden-Projekt, Wochenmarkt, Ehrenamt, Renaturierung und Klima sowie Infrastruktur und Wirtschaft erste Ergebnisse erarbeitet. Die HNA stellt in lockerer Folge diese Ergebnisse vor. Heute: die Gruppe Nahmobilität.

Bei der Arbeitsgruppe Nahmobilität machen acht Niestetaler mit, Sprecher ist der Niestetaler Architekt Harald Pimper. „Wir sind eine richtig engagierte Truppe“, sagt er und ist schon ein bisschen stolz darauf, was seine AG in den vergangenen Monaten schon erarbeitet hat.

Unter anderem ist bereits ein fast 30 Seiten starkes Handout mit vielen Einzelvorschlägen, Fotos und anschaulichen Karten zustande gekommen. „Wir haben das zusammengetragen, was uns als AG in Sachen Nahmobilität zuallererst auf den Nägeln brannte“, sagt Pimper.

„Wenn wir dem Klimawandel etwas entgegensetzen wollen, sollte nicht immer nur autogerecht gedacht werden. Vielmehr sollte Radfahrern und Fußgängern deutlich mehr Raum gegeben werden.“

Harald Pimper, Sprecher der AG Nahmobilität Niestetal

Da geht es unter anderem um die Instandsetzung der Beleuchtung in der Autobahnunterführung zwischen Heiligenrode und Sandershausen an der Wichtelbrunnenstraße. Sowieso könnte auf Heiligenröder Seite in Verlängerung die Beleuchtung für diesen Rad- und Fußweg optimiert werden. Die Poller auf der Radwegbrücke am Haarweg/Auf der Bleiche in Sandershausen könnten entfernt werden, weil sie für Radfahrer eine gefährliche Falle sein können. Am Abzweig Auf der Insel/Wilhelmine-Pötter-Straße fehlt wiederum ein Poller: Wegen der abgesenkten Bordsteinkante geraten dort Autofahrer allzu oft auf den Gehweg.

„Es sind oft kleine, bezahlbare und sogar förderfähige Dinge, die die Situation für Radfahrer und Fußgänger deutlich verbessern“, sagt Pimper, „hier eine Straßenlaterne mehr, dort noch eine Bordsteinabsenkung, und schon ist wieder etwas gewonnen“. Der regelmäßige Schnitt von Hecken entlang von Gehwegen gehöre genauso dazu wie die Prüfung der Durchlässigkeit von Straßen und Gassen zum Beispiel in Sandershausen für den Fuß- und Radverkehr.

„Dort werden nicht selten Verkehrsflächen einfach zugeparkt“. Auch gebe es Pkw-Parkplätze an Stellen, die für eine gefährliche Unübersichtlichkeit sorgen.

Die AG Nahmobilität Niestetal mit Sprecher Harald Pimper (dritter von links) vor dem Niestetaler Rathaus.

Ziel sei es, der Nahmobilität neue Impulse zu geben. „Wenn wir dem Klimawandel etwas entgegensetzen wollen, sollte nicht immer nur autogerecht gedacht werden. Vielmehr sollte Radfahrern und Fußgängern deutlich mehr Raum gegeben werden“, sagt Pimper. Das sei einfach klimaschonender.

Großes Steckenpferd der AG Nahmobilität ist der Vorschlag, flächig Fahrradzonen in Wohngebieten Heiligenrodes und Sandershausens einzurichten. „Die Zonen dämpfen die Geschwindigkeit, stärken den Radverkehr und sorgen für eine bessere Anbindung ans überörtliche Wegenetz, an Freizeiteinrichtung und die Nahversorgung“, sagt Pimper. In Fahrradzonen haben Radfahrer immer Vorrang und es darf nur mit Tempo 30 gefahren werden.

Nach ähnlichem Muster könnte auch die Sandershäuser Straße in Heiligenrode zwischen Kasseler Straße und An der Autobahn als Fahrradstraße ausgewiesen werden.

Nicht zuletzt verfolgt die AG Nahmobilität eine alte Vision, die schon seit vielen Jahren immer wieder mal in Erinnerung gerufen wird: Der Bau einer Rad- und Fußgängerbrücke über die Fulda etwa in Höhe der Sandershäuser Bucht oder weiter flussabwärts im Bereich des Naturschutzgebietes. „Damit ließe sich ein Anschluss an Wolfsanger und die Straßenbahnlinie 6 sowie an den Radfernweg R1 herstellen“. (Boris Naumann)

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