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Mehrzweckhalle Niestetal wird für neun Millionen Euro erneuert

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Von: Boris Naumann

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Das Bild zeigt die Nordfassade der Mehrzweckhalle in Niestetal
In die Jahre gekommen: Die Niestetaler Mehrzweckhalle muss umfassend erneuert werden. Zunächst ist das Dach an der Reihe. © Boris Naumann

Es wird wohl einige Jahre dauern, bis die Niestetaler Mehrzweckhalle wieder in Schuss ist.

Kreis Kassel - An der Halle, die in den Jahren 1979 bis 1981 gebaut wurde, ist viel zu reparieren. Und das lässt sich nur schrittweise erledigen. Wichtig dabei ist, so sagen Bürgermeister Marcel Brückmann und Bauamtsleiter Thiemo Glomb, dass die Halle dabei im Regelfall für Vereine und Veranstaltungen weiter nutzbar bleibt. Bislang steht nur eine Sperrung fest: Die Halle wird vom 1. Januar bis Ende April 2023 geschlossen bleiben. Gründe sind die Verbesserung des Brandschutzes und die Reparatur der Dachkonstruktion. Letztere weist noch statische Mängel auf. Im ersten Quartal sollen diese Mängel an den Dachträgern behoben werden.

„Bis Januar wird die Halle also noch nutzbar sein“, sagt Glomb. Erst bei Schneelasten auf dem Dach ab 10 Zentimetern Dicke müsse die Halle aus Sicherheitsgründen gesperrt werden.

Nach der Instandsetzung des Dachs stünde die Sanierung weiterer Gebäudeteile der Halle an. Ab Anfang 2023 sollen die Planungen dazu präzisiert werden, „durch ein Planungsteam, das wir noch finden müssen“, sagt Glomb. Im April soll dann die Entwurfsplanung fertig sein, sodass Fördermittel beantragt werden können. Im vierten Quartal 2023 steht schließlich die Ausführungsplanung auf dem Programm, „sodass wir voraussichtlich Mitte 2024 mit der Sanierung beginnen können“, sagt Glomb.

Folgende Arbeiten stehen an:

Süd- und West-Anbau

Der Anbau an der Süd- und Westseite, der aktuell die Sanitäranlagen und Umkleiden, Lagerräume, die Technik sowie die beiden alten und längst stillgelegten Kegelbahnen beherbergt, wird abgerissen und durch einen neuen aufgestockten Anbau ersetzt – und zwar nach neuesten energetischen Standards und zu 70 Prozent unter Verwendung nachhaltiger Baustoffe. „Das machen wir, um förderfähig zu sein“, sagt Brückmann.

In den neuen Anbau sollen dann wieder die Sanitäranlagen und Umkleiden einziehen. „Aber eben auch – und das ist neu – das Familienzentrum mit sämtlichen Angeboten rund um die Familien-, Jugend- und Seniorenarbeit, das bislang noch im Rathaus untergebracht ist“, sagt Brückmann.

Ziel sei es, alle sozialen Angebote der Gemeinde unter dem Dach der Mehrzweckhalle zu vereinen. Das Familienzentrum wäre dann direkt neben der Bücherei, dem Jugendraum, dem Ortsgericht und der Geschäftsstelle von TSV und TSG angesiedelt. Auch für das Kleiderstübchen wäre dann Platz. „Ein Großteil der Technik wird im Obergeschoss verschwinden, sodass wir unten mehr Räume haben“, sagt Glomb.

Ost- und Nord-Anbau

Der Ost-Anbau, der den in die Jahre gekommenen Gesellschaftsraum beherbergt, soll in einen Multifunktionsraum umgestaltet werden. Das heißt: Dort sollen künftig nicht nur Versammlungen, Gesellschaften und Feiern stattfinden. Der Multifunktionsraum soll auch Platz für besondere Veranstaltungen, Kurse, Workshops und Lehrgänge bieten. „Wir wollen unter anderem den Kachelboden durch einen behaglichen Dielenboden aus Buchenholz ersetzen“, sagt Brückmann. Komplett erneuert werden auch sämtliche Sanitäranlagen im Ost-Anbau.

Auch der Nord-Anbau mit Bücherei, Jugendraum „Come in“ und Werkraum werden energetisch saniert. Der außen liegende eingeglaste Treppenaufgang mit Zuschauergang über dem Jugendraum und der Bücherei wird komplett verschwinden. „Das ist eine Kältebrücke erster Güte“, sagt Brückmann.

„Wir werden zunächst mit dem Dach beginnen, dann die Sanierungsarbeiten erledigen und schließlich den Abriss und Neubau des Süd- und West-Anbaus in Angriff nehmen“, sagt Glomb. Auf diese Weise ließe sich der Hallenbetrieb bis auf die ersten Monate im Jahr 2023 ohne große Nutzungseinschränkungen aufrechterhalten. Für die Zeit, in der bestimmte Räume und Anlagen wegen der abgerissenen Gebäudeteile nicht zur Verfügung stehen, werde es so gut es geht Container-Zwischenlösungen geben.

Alles in allem wird die Sanierung der Mehrzweckhalle rund 9 Millionen Euro kosten. 5 Millionen muss die Gemeinde aus Eigenmitteln stemmen, 4 Millionen Euro sind an Fördermitteln zu erwarten. Gemäß der Fördervorgaben muss die Sanierung bis 2027 abgeschlossen sein.

Von Boris Naumann

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