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Nach Unfall auf Hermann-Scheer-Straße in Niestetal: Leitplanke ist wieder Thema

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Von: Boris Naumann

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Gut möglich, dass das Brückengeländer den Absturz des Unfallwagens runter in die Nieste verhindert hat. Hinten im Bild schließt sich gleich jener Bereich an, in dem sich WiN und Grüne eine Leitplanke an der Straße zum Schutz von Fußgängern direkt unterhalb der Böschung der Hermann-Scheer-Straße wünschen.
Gut möglich, dass das Brückengeländer den Absturz des Unfallwagens runter in die Nieste verhindert hat. Hinten im Bild schließt sich gleich jener Bereich an, in dem sich WiN und Grüne eine Leitplanke an der Straße zum Schutz von Fußgängern direkt unterhalb der Böschung der Hermann-Scheer-Straße wünschen. © Boris Naumann

WiN und Grüne reagieren nach dem Unfall. Beide Fraktionen fordern zukünftig wahrscheinlich erneut eine Leitplanke.

Niestetal – Der jüngste Unfall auf der Hermann-Scheer-Straße in Niestetal am vorvergangenen Wochenende wirft erneut die Frage nach der Notwendigkeit einer Leitplanke zum Schutz von Fußgängern in Höhe des Wichtelbrunnenweges auf.

So war im Zeitraum von Freitagmittag, 19. November, und Montagmittag, 21. November, ein bislang unbekannter Autofahrer auf der Hermann-Scheer-Straße vermutlich wegen Schneeglätte über den Gehweg gerutscht und in das Brückengeländer der Brücke über der Nieste gekracht. Verletzt wurde niemand. Der Fahrer beging Fahrerflucht, die Polizei fahndet seither nach dem Verkehrsteilnehmer. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Autofahrer ohne den Schutz des Brückengeländers die Böschung bis runter zur Nieste gerutscht wäre.

„Für mich zeigt der Unfall, dass es weiterhin unerlässlich ist, eine Leitplanke entlang der Hermann-Scheer-Straße zu bauen, um Fußgänger auf dem Wichtelbrunnenweg sowie auf seinem Zuweg parallel zum Straßendamm der Herman-Scheer-Straße zu schützen“, beklagt sich ein Anwohner aus Heiligenrode gegenüber der HNA. Der Unfall sei keine 50 Meter von der für Fußgänger so heiklen Stelle passiert. „Nur etwas weiter oberhalb, und der Autofahrer wäre sehr wahrscheinlich den Straßendamm hinunter auf den Geh- und Radweg gerutscht und hätte Menschen gefährdet.“

Schon einmal war der Bau einer Leitplanke auf etwa 170 Metern Länge entlang der Hermann-Scheer-Straße in Höhe des Wichtelbrunnenweges in der Niestetaler Gemeindevertretung auf Initiative der WiN-Fraktion diskutiert, dann aber am 19. Mai mehrheitlich mit den Stimmen von SPD und CDU abgelehnt worden. Die Grünen hatten für den Bau einer Leitplanke votiert.

Zuvor hatte es eine Verkehrsuntersuchung gegeben mit dem Ergebnis, dass sich der Wichtelbrunnenweg wie auch der Zuweg gemäß der „Richtlinie für den passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeugrückhaltesysteme“ außerhalb des kritischen Abstandes zur Hermann-Scheer-Straße befinden. Auch seien das Verkehrsaufkommen auf der Hermann-Scheer-Straße wie auch die zulässige Höchstgeschwindigkeit von Tempo 70 nicht hoch genug, um den Bau einer Leitplanke zu rechtfertigen. Kurz gesagt: Nach Rechtslage besteht keine Gefahr für Fußgänger.

Für den Heiligenröder geht das an der Realität vorbei. „Neulich habe ich dort zwei Mütter mit ihren Kindern spazieren gehen sehen. Kaum auszudenken, was passieren kann, wenn da ein Auto auf den Gehweg kracht. Ich kann es nicht fassen, dass es in diesem Bereich keine Schutzplanke gibt.“

Fakt ist jedoch, dass es zum jetzigen Zeitpunkt mehrheitlich nicht gewollt ist, eine Leitplanke an besagter Stelle zu bauen. Um das zu ändern, müsste die politische Diskussion wieder neu aufgerollt werden, indem eine Fraktion erneut einen Antrag zu dem Thema stellt.

Das könnte die WiN-Fraktion laut Geschäftsordnung frühestens in einem Jahr wieder machen – also im Mai 2023. „Das werden wir vermutlich auch tun“, sagt WiN-Fraktionschef Werner Weißenborn. „Wir bleiben in jedem Fall am Thema dran, wir wollen dort nach wie vor einen Schutz für Fußgänger.“

Nach dem Unfall vom vorvergangenen Wochenende wollen sich auch die Grünen der Sache wieder annehmen. „Wir werden fraktionsintern darüber sprechen, ob wir das Thema noch einmal in die Gemeindevertretung tragen wollen“, sagt der Fraktionschef der Grünen, Kai Bartling. Dabei wollen die Grünen auch prüfen, ob sie einen entsprechenden Antrag nicht auch schon früher platzieren können, weil sie – im Gegensatz zur WiN – bislang noch keinen Antrag zu diesem Thema gestellt haben.

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