1. Startseite
  2. Lokales
  3. Kreis Kassel
  4. Niestetal

Niestetaler Parlament will Entwicklungskonzept für Gewerbegebiet Sandershäuser Berg

Erstellt:

Von: Boris Naumann

Kommentare

Luftaufnahme: Das Bild zeigt den Sandershäuser Berg aus der Vogelperspektive, hinten Heiligenrode, in der Mitte SMA mit der A7, vorne Sandershausen
Wie soll es nach der Absage der Firma Winkler am Sandershäuser berg weitergehen? Ein Entwicklungskonzept soll künftig bei der Beantwortung dieser Frage helfen. © Ruth Brosche

Nach der Absage der Firma Winkler im Oktober, am Sandershäuser Berg ein Großhandelszentrum für Nutzfahrzeugteile mit einem bis zu 35 Meter hohen Lagergebäude zu errichten, fordert die Niestetaler Politik einen Leitfaden, welchen Entwicklungsweg das Gewerbegebiet künftig nehmen soll.

Niestetal - So soll nun der Niestetaler Gemeindevorstand bis zum Sommer 2023 ein tragfähiges Konzept zur Weiterentwicklung des um 22 Hektar erweiterten, interkommunalen Gewerbegebietes vorlegen. Darauf einigte sich am Donnerstagabend mit großer Mehrheit die Niestetaler Gemeindevertretung mit den Stimmen von SPD, CDU und den Grünen. Die WiN-Fraktion enthielt sich, eine Stimme aus der Grünen-Fraktion lehnte den vorgelegten Gemeinschaftsantrag von SPD und CDU ab. Die Initiative zu dem Vorstoß hatte zuvor die CDU-Fraktion ergriffen.

So soll das Konzept verschiedene Erschließungsvarianten mit den dazu passenden Parzellierungen beinhalten. Ergänzend dazu soll ein Vermarktungskonzept erstellt werden, das die Ansiedlung von kleinen, mittleren und großen Unternehmen berücksichtigt. Nicht zuletzt wird eine Strategie gefordert, wie mit der noch bestehenden 220-Kilovolt-Überlandleitung umgegangen werden soll, die sich mitten durch das Erschließungsfeld zieht und erst 2025 zurückgebaut werden kann. Wegen dieser Stromtrasse war die Firma Winkler von ihren Plänen abgerückt, am Sandershäuser Berg zu investieren.

Aber auch Ergebnisse von bereits erstellten Gutachten zu Verkehr, Ökologie und Klima solle das Konzept berücksichtigen. Dazu ergänzend forderten die Grünen noch die Begrenzung von Gebäudehöhen, die Anlage von Gehölzstreifen und Bauminseln im Gewerbegebiet sowie weitere Wegeverbindungen zur Verbesserung der Naherholungsqualität. „Wir sollten die Messlatte weiter hochhalten“, sagte Alois Lorscheider-Brinkmann, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen. „Viele Jobs und keine Abstriche bei den ökologischen Standards – daran sollten wir festhalten.“ Jedoch hatte der Antrag der Grünen keinen Erfolg.

Vor allem die CDU riet dazu, „das Gewerbegebiet für Unternehmen nicht zu unattraktiv werden zu lassen. Wir stehen immerhin in Konkurrenz zu anderen Standorten“, sagte der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Christian Götte. CDU-Fraktionschef Erich Schauburg ergänzte, es ginge ja auch nicht darum, „Flächen einfach so zuzubauen“. Doch müsse ein Entwicklungskonzept flexibel genug sein, um eine sinnvolle Gewerbeansiedlung zu ermöglichen.

Jannik Donner, Fraktionsmitglied der SPD, erklärte, dass Aspekte rund um Ökologie und Klima bei der Planungsarbeit seitens der Verwaltung (Bauleitplanung) bereits hinreichend berücksichtigt würden. Von Anfang an sei es das Ziel gewesen, ein Gewerbegebiet mit hohen ökologischen Standards zu entwickeln und zu etablieren. „Und diese Ansprüche wird die Verwaltung auch nicht über Bord werfen.“

Die WiN-Fraktion mahnte, im Zuge künftiger Entwicklungen „die Bevölkerung mitzunehmen“ und über Themen wie Verkehr, Ökologie und Klima zu informieren. „Wir müssen erst prüfen und dann entwickeln, nicht erst entwickeln und dann prüfen“, sagte WiN-Fraktionschef Werner Weißenborn.

Keinen Erfolg hatte ein weiterer Vorstoß der CDU, auch die Gemeinde Staufenberg (Niedersachsen) als strategischen Partner am interkommunalen Gewerbegebiet zu beteiligen. Eine solche Beteiligung sei vor allem mit Blick auf eine weitere Erschließung des Gewerbegebietes jenseits der jetzt anvisierten 22 Hektar und der damit einhergehenden Verkehrsproblematik wichtig (Autobahnanschluss, Nordspange).

Dieser Vorschlag komme zu früh, sagte Jannik Donner (SPD). Es gehe zunächst nur um 22 Hektar. Zudem ließen die derzeitigen Regelungen im Zweckverband solch einen Partner außerhalb des Landkreises nicht zu. „Auch würden wir damit alle aktuell erzielten Vereinbarungen für die jetzige Erweiterung wieder zur Disposition stellen“.

Auch interessant

Kommentare