Ein regionaler Großhändler will sich ansiedeln

Nachbarkommunen sollen von Gewerbeansiedlung in Niestetal profitieren

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Das Gewerbegebiet Sandershäuser Berg: Ein regionaler Großhändler will sich hier ansiedeln. Mit Blick auf die dafür notwendige Flächenerweiterung favorisiert der Zweckverband eine interkommunale Lösung.

Kreis Kassel/Niestetal – Die sich anbahnende Ansiedlung eines regionalen Großhändlers im Gewerbegebiet Sandershäuser Berg ist nicht nur für die Gemeinde Niestetal eine Chance.

„Ebenso könnten davon auch die Verbandskommunen des Zweckverbandes Raum Kassel (ZRK) profitieren“, stellt ZRK-Direktor Kai Georg Bachmann gegenüber der HNA in Aussicht.

Ziel sei es, die sich aktuell abzeichnende Ansiedlung eines Großunternehmens auf Niestetaler Grund (HNA berichtete) gleich an die neue Marschrichtung des ZRK in Sachen regionaler Gewerbe- und Wohnraumentwicklung anzupassen (Siedlungsrahmenkonzept, HNA berichtete, siehe auch Information). Soll heißen: Statt kommunaler Alleingänge sollen wie schon beim Güterverkehrszentrum in Fuldabrück (GVZ) nicht nur eine, sondern anteilig wenigstens auch die Verbandskommunen profitieren können.

„Das GVZ zum Beispiel wird von Kassel, Lohfelden und Fuldabrück zu je 25 Prozent gehalten sowie in kleineren Teilen vom Landkreis und weiteren ZRK-Kommunen außer Calden“, sagt Bachmann. Auf diese oder ähnliche Weise könne auch der neue Flächenbedarf am Sandershäuser Berg aufgeteilt werden. „Niestetal könnte jedoch den größten Anteil bekommen, weil die Kommune in den Jahren 2007 bis 2010 das Gewerbegebiet im Alleingang für viele Millionen Euro erschlossen hat“, sagt Bachmann. Wie sich der Rest aufteile, sei dann Verhandlungssache der Verbandsmitglieder. Ziel sei es, dass, wie jetzt auch beim GVZ, später alle beteiligten Kommunen von den Grund- und Gewerbesteuereinnahmen profitieren.

Bachmann will damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen wird Niestetal eine weitere gewerbliche Entwicklung ermöglicht, die die Kommune angesichts ihrer prekären Haushaltslage gut gebrauchen kann. Zum anderen erfüllt Bachmann damit die Vorgabe des Regionalplans, dass eine weitere Entwicklung des Gewerbegebietes Sandershäuser Berg nur noch als interkommunale Gewerbefläche infrage kommt.

Zwar profitiert Niestetal dann nicht mehr alleine von Zuzügen neuer Firmen. Doch kann die Gemeinde dann erstmals auf Beteiligungen an den bislang alleine getragenen Erschließungskosten hoffen. „Die Höhe dieser Beteiligungen wird ebenfalls Verhandlungssache sein müssen“, sagt Bachmann. Für Niestetal hieße das aber, frisches Geld in die Gemeindekasse gespült zu bekommen, nämlich dann, wenn die interkommunale Gewerbegebietserweiterung politisch beschlossen und eine entsprechende Interessenausgleichvereinbarung festgezurrt wurde.

Niestetals Bürgermeister Marcel Brückmann (SPD) kann mit diesem Vorstoß des Zweckverbandes durchaus leben. Zwar hatte Brückmann im Hinblick auf die bislang alleine getragenen Erschließungskosten zunächst einen Alleingang favorisiert. Das jedoch wäre möglicherweise auf Verbandsebene politisch nicht durchzusetzen gewesen, weil der Regionalplan nur noch eine interkommunale Erweiterung zulässt.

Insofern sei der Vorstoß des Zweckverbandes der richtige Weg, weil er die Interessen Niestetals wie auch die der Verbandskommunen berücksichtige, sagt Brückmann. „Im Sinne einer starken Partnerschaft in der Region bin ich für eine Ausweitung als interkommunales Gewerbegebiet, wenn dabei die Vorleistungen Niestetals adäquat Berücksichtigung finden“. So sei eine faire Einigung wichtig, die aber auch gleichzeitig für die beteiligten Verbandskommunen bezahlbar sein müsse.

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