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Neue Firma gefunden: Glasfaserausbau in Niestetal und Nieste soll weitergehen

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Von: Moritz Gorny, Boris Naumann

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Nachdem die Firma, die das Glasfasernetz ausbauen sollte, in Niestetal und Nieste abgezogen ist, ist nun eine neue Firma gefunden worden. Wann der Ausbau weiter gehen soll, steht allerdings noch nicht fest.

Niestetal/Nieste – Für den Glasfaserausbau in Niestetal und Nieste hat Goetel eine neue Firma gefunden. Wie Goetel-Sprecher Felix Kadèra am Montag mitteilte, steht „Eker Fiberelektronik“ in den Startlöchern.

Zunächst war eine spanische Tiefbaufirma mit dem Ausbau betraut gewesen. Diese hatte aber Mitte vergangener Woche aus unbekannten Gründen und offenbar ohne Rücksprache mit den Gemeinden und Goetel die Baustellen in den Gemeinden verlassen. Es blieben ungesicherte Baustellen zurück, die die Goetel entschärfen musste.

Wann Eker Fiberelektronik mit dem Ausbau anfängt, ist laut Kadèra noch unklar. „In den kommenden Wochen werden sie aufarbeiten, wie weit die Arbeiten vorangeschritten sind und danach werden sie übernehmen und die Bauarbeiten fertigstellen“, sagt der Sprecher. Auch eine mögliche Ausbauverzögerung könne er noch nicht abschätzen. Weil schnell Ersatz gefunden worden sei, „sollte es nicht all zu lange werden“.

Firma plötzlich verschwunden: Glasfaserausbau in Niestetal und Nieste liegt vorerst auf Eis

Meldung vom 14.10.2022 - In einer Nacht- und Nebelaktion hat sich die spanische Tiefbaufirma für den Glasfaserausbau der Goetel in Niestetal und Nieste (Kreis Kassel) aus dem Staub gemacht. Was die HNA am Mittwochnachmittag (12. Oktober) erfahren hat, bestätigte jetzt die Goetel: „Die Baufirma hat uns nicht über ihren Abzug aus Niestetal und Nieste informiert. Wir wurden dort vor vollendete Tatsachen gestellt“, sagt Sprecher Felix Kadèra auf HNA-Anfrage.

Die Goetel arbeite nun daran, so schnell wie möglich eine andere Baufirma zu finden, die die Arbeiten beenden wird. Allerdings könne das dauern. Denn zum einen müssten noch rechtliche Fragen geklärt werden, zum anderen seien aktuell Baufirmen schwer zu bekommen. „Möglicherweise können wir Anfang nächster Woche erste handfeste Aussagen treffen“, sagt Kadèra.

Kreis Kassel: Glasfaser-Baustellen in Niestetal und Nieste werden gesichert

Oberste Priorität habe jetzt erst einmal die Sicherung der Baustellen in Sandershausen und Nieste, um Unfälle zu vermeiden. „Wir bitten um das Verständnis aller betroffenen Bürger“, sagt Kadèra. Zumindest in Niestetal sollten noch im Laufe des Freitages alle Baustellen begutachtet und bei Bedarf gesichert werden.

Wie es zu dem plötzlichen Abzug der Tiefbaufirma kam, ist noch immer unklar. Beobachtungen von Anwohnern, Zoll-Kontrollen seien möglicherweise die Ursache gewesen, bestätigten sich bislang nicht. Eine entsprechende HNA-Anfrage beim Hauptzollamt Gießen ist noch in Bearbeitung. Der Zoll kommt meist dann ins Spiel, wenn an Baustellen illegale Arbeitsverhältnisse vermutet werden.

Ungesicherte Baustellen prägten gestern noch das Bild in einzelnen Straßen in Sandershausen – so wie hier an der Hugo-Preuß-Straße/Ecke Im Boden.
Ungesicherte Baustellen prägten am Donnerstag noch das Bild in einzelnen Straßen in Sandershausen – so wie hier an der Hugo-Preuß-Straße/Ecke Im Boden. © Boris naumann

Kreis Kassel: Glasfaser-Ausbaufirma verschwunden - „Keine schöne Sache“

Niestetals Bürgermeister Marcel Brückmann (SPD) zeigt sich verärgert über die Situation. „Das ist wirklich keine schöne Sache“, sagt er und erinnert an die schon „recht holprig“ verlaufene Akquisephase der Goetel in Sandershausen. „Ich hoffe nicht, dass der Ausbau jetzt noch holpriger wird.“

So halte er eine zügige Wiederaufnahme der Bauarbeiten für „dringend nötig“. Er habe großes Verständnis für die Verärgerung der Bürger – auch mit Blick auf die bislang „langsamen Bauabläufe“ und jetzt über die „unzureichenden Absicherungen der Baustellen“. Ein zügiger und sauberer Weiterbau sei die beste Werbung auch für den perspektivischen Glasfaserausbau in Heiligenrode.

Brückmanns Niester Amtskollege Klaus Missing kenne solche Fälle aus der freien Wirtschaft. „Es kann immer mal passieren, dass eine Firma pleite geht oder plötzlich verschwindet“, so der Verwaltungschef. Einen Vorwurf könne er der Goetel in diesem Fall nicht machen, „denn man kann den Leuten ja nur vor den Kopf gucken“.

Nichtsdestotrotz kreidet er dem Göttinger Telekommunikationsanbieter schlechte Kommunikation an. Es sei ein schlechter Stil einer Firma, „wenn ihre Geschäftspartner über die Presse von solchen Wendungen erfahren müssen“. (Boris Naumann und Moritz Gorny)

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