Internet-Anschluss

3319 Anschlussadressen: Firma Götel will Niestetal komplett mit Glasfaser ausbauen

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Internet-Mangelgebiet Niestetal: Es ist vor allem der in unserem Luftbild gezeigte nördliche Teil Sandershausens, der schon über viele Jahre leidlich via Funk mit Internet versorgt wird.

Die Firma Götel will Niestetal komplett mit Glasfaser ausbauen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde jetzt zwischen der Gemeinde Niestetal und dem Göttinger Internetanbieter getroffen.

Geplant ist, bis etwa August 2021 insgesamt 3319 Anschlussadressen mindestens mit FTTB (engl. Fibre To The Building, dt. Glasfaser bis ins Haus) zu versorgen – das sind 1792 Adressen in Sandershausen und 1527 Adressen in Heiligenrode. „Wir bieten aber auch FTTH an – auf Kundenwunsch“, sagt Götel-Mitarbeiter Stefan (engl. Fibre To The Home, dt. Glasfaser bis in die Wohnung).

Beide Technologien ermöglichen Datenraten von bis zu 1000 MBit pro Sekunde. Das entspricht einem Gigabit pro Sekunde (1 GBit/s). Aktuell werden in Niestetal im besten Fall 400 MBit pro Sekunde erreicht (Unitymedia in Heiligenrode), im schlechtesten Fall deutlich weniger als 30 MBit pro Sekunde (ehemalige ACO-Gebiete im Norden Sandershausens).

Werbetrommel

Bedingung für den Ausbau durch Götel ist jedoch, dass im Vorfeld 40 Prozent der Anschlussadressaten einen Internetvertrag mit Götel abschließen (zwei Jahre Mindestlaufzeit) – rechnerisch macht das 611 Verträge für Heiligenrode und 717 Verträge für Sandershausen.

„Diese Verträge sollten bis Ende Februar 2020 zusammengekommen sein“, sagt Finger. Ist das der Fall, werde Götel sofort mit den Planungen und dem Bau des Glasfasernetzes beginnen. Komme diese Mindestmenge nicht zustande, müsse die Götel von einem Ausbau absehen, weil sich das Ganze dann nicht mehr rechne. „Wir werden an dieser Stelle jeden Ortsteil einzeln für sich betrachten“, sagt Finger.

In jedem Fall will Götel zuvor ordentlich die Werbetrommel rühren. So werden schon bald tausende Flyer an die Haushalte verschickt, „zum anderen laden wir die Niestetaler zu drei großen Info-Abenden ein“, sagt Finger.

Projekt

Tatsächlich hat sich Götel mit dem Niestetal-Projekt ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Erst 1998 hatte sich das Unternehmen als kleiner lokaler Internetanbieter gegründet, der erste Kunde war damals die Stadt Göttingen. 20 Jahre später kam es dann 2018 zu der viel beachteten Übernahme der ACO-connect durch die Götel. 

Die ACO hatte zu diesem Zeitpunkt schon viele Jahre lang Internetnutzer aus dem ganzen Landkreis mit unzureichender Funktechnik frustriert. Bei der ACO-Übernahme hatte Götel bereits die millionenschwere Hamburger Investmentgruppe Adiuva Capital und somit die Verlegerfamilie Bauer als Geldgeber im Hintergrund.

„Jetzt sind wir es also, die all die weißen ACO-Flecken im gesamten Landkreis bearbeiten“, sagt Finger dazu. Er wisse, dass die Erwartungshaltung bei den Menschen enorm sei. „Wir sind allerdings immer noch in der Entwicklung von einer ehemaligen Kleinfirma in Richtung eines überregional agierenden Internetunternehmens.“ Insofern ginge nicht alles von heute auf morgen.

Kommunen

Hinzu kommt: Götel will längst nicht nur ehemalige ACO-Gebiete ausbauen, sondern auch in die Fläche gehen. Über 20 Landkreis-Kommunen stehen derzeit auf der Ausbauliste von Götel. „Wir werden alles schrittweise abarbeiten“, sagt Finger.

So wird der Ausbau in einigen Kommunen tatsächlich schon bald beginnen oder er hat schon begonnen – so in Bad Emstal (Balhorn), Trendelburg (Sielen, Eberschütz), Habichtswald (Dörnberg) und Helsa (Waldhof). Anderswo wird ein Ausbau aktuell vorbereitet – so in Wolfhagen (alle Ortsteile ohne den Hauptort), in ganz Grebenstein, in Naumburg (Altendorf, Altenstädt, Elbenberg), in Hofgeismar (Hombressen) und in Söhrewald (Eiterhagen).

Schnelles Internet

Wird in Niestetal die 40-Prozent-Quote erreicht, könnten die Arbeiten bereits etwa Mitte 2020 beginnen. Die ersten Kunden könnten schon im Sommer 2021 über schnelles Internet verfügen. „Wir machen alles in einem Abwasch, die unterversorgten ACO-Bereiche ebenso wie die übrigen Teile Niestetals.“

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