Geplanter Neubau wird 2,8 Mio. Euro teurer 

Niestetal hält an Plänen für neues Schwimmbad fest

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So soll das neue Niestetaler Schwimmbad einmal aussehen: Aktuell hält die Gemeindepolitik an dem Projekt weiter fest. Das Bad soll bereits Ende 2020 an der Heiligenröder Straße direkt neben der A7 in Betrieb gehen. Es dient als Ersatzneubau für das marode Wichtelbrunnenbad an der Hugo-Preuß-Straße.

Niestetal. „Weitermachen? Oder lassen wir das Schwimmbad-Projekt fahren?“ Diese Frage schwebte wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Gemeindevertreter bei der jüngsten Sitzung im Niestetaler Rathaus.

Während sich Bürgermeister Marcel Brückmann (SPD) wie auch die SPD-Fraktion geschlossen für ein Festhalten an den Plänen zum Bau eines neuen Schwimmbades in Niestetal aussprachen, lehnte die CDU die Fortsetzung des Projektes vor dem Hintergrund der prekären Haushaltslage (HNA berichtete) kategorisch ab. Die Grünen äußerten Bedenken, stimmten jedoch zunächst dem Vorstoß des Bürgermeisters zu.

Brückmann hatte via Dringlichkeitsantrag die Gemeindevertretung mit der Frage konfrontiert, ob trotz absehbarer Verteuerung des Schwimmbadneubaus ein Festhalten an den Plänen gewünscht sei.

Konkret ging es dabei um den letzten Schritt für die Beantragung der 4 Mio. Euro-Förderung vom Bund. „Es geht mir darum, ob ich dafür von der Gemeindevertretung vor dem Hintergrund der Verteuerung den Auftrag bekomme“, sagte Brückmann. Die Antragstellung umfasse die Vorlage aller bisherigen Planungen sowie die aktuelle Kostenkalkulation (sogenannte Haushaltsunterlage Bau).

Im Zuge dieser aktuellen Kostenkalkulation war die Verteuerung des Schwimmbades mit Blick auf die Nettoinvestition im Vergleich zum Zeitpunkt der Projektanzeige im April 2017 von 9,1 auf aktuell 11,9 Mio. Euro zutage getreten. Mit dem Anstieg ist nun auch der Gemeindeanteil von ehedem 5,1 auf jetzt 7,9 Mio. Euro angewachsen. 2015 war aber der maximale Eigenanteil der Gemeinde per Bürgerentscheid auf 6,2 Mio. Euro gedeckelt worden, sodass es Bürgermeister Brückmann jetzt letztlich um die Legitimation von 1,7 Mio. Euro Mehrkosten ging.

Doch wird damit der Bürgerwille, nicht mehr als 6,2 Mio. Euro auszugeben, nun ignoriert? „Beim Bürgerentscheid 2015 wollten 80 Prozent der Niestetaler ein neues Schwimmbad“, führte SPD-Fraktionsvorsitzender Werner Umbach aus. „Und jeder weiß, dass ein Schwimmbad teuer ist“. Zudem sei damals eine völlig abgespeckte Minimalversion im Gespräch gewesen.

„Mit der Aussicht auf Bundesförderung sind aber Auflagen hinzugekommen, die jetzt die Verteuerung des Bades verursachen“, sagte Umbach. Im Kern würde die Aussicht, künftig kein Schwimmbad mehr zu haben, schwerer wiegen, als der jetzt festgestellte Kostenanstieg.

Dem widersprach CDU-Fraktionschef Erich Schaumburg vehement. Angesichts der prekären Haushaltslage sei es nicht mehr vertretbar an dem Projekt festzuhalten. „Lassen Sie uns das Schwimmbad aufgeben. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“, sagte Schaumburg.

Kai Bartling von den Grünen spielte dagegen auf Zeit: „Wenn wir jetzt nicht den Antrag nach Berlin schicken, ist das Projekt gestorben. So aber haben wir noch Zeit bis zum Beginn der Ausschreibungen im März, trotz schwieriger Haushaltslage und Haushalts- sicherung einen Weg zur Finanzierung der 1,7 Mio. Euro zu finden.“ Falls bis dahin keine Lösung gefunden worden sei, würden auch die Grünen von der Fortsetzung des Projektes absehen wollen.

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