"Wir platzen aus allen Nähten“

Im Niestetaler Feuerwehrhaus ist zu wenig Platz

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Im Niestetaler Feuerwehrhaus ist zu wenig Platz.

Niestetal. Lob und Tadel lagen in der Rede von Gemeindebrandinspektor Ingolf Aust bei der Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Niestetal dicht beisammen.

Die Gemeinde sorge trotz der angespannten Finanzlage dafür, dass die Wehr alles an Material bekommt, was sie braucht. Das sei nicht selbstverständlich, sagte Niestetals oberster Feuerwehrmann.

Doch dann folgte die Kritik auf dem Fuß. Aust prangerte die Raumnot im Feuerwehrhaus an. Man wisse bald nicht mehr, wie man Ordnung halten solle. „Es muss eine kurzfristige Lösung gefunden werden. Wir platzen aus allen Nähten“, erklärte der GBI.

Er habe ja Verständnis für die finanzielle Lage der Gemeinde, aber die Probleme seien schon seit vielen Jahren bekannt. Wenn ein Neubau- oder Umbau derzeit nicht bezahlbar sei, müsse eine Zwischenlösung für mehr Stauraum her.

Da sei es „schade“ und nicht nachvollziehbar, dass das Niestetaler Rathaus drei im Gemeindebesitz befindliche Garagen in der Nähe des Feuerwehrgerätehauses an einen Privatmann vermietet habe. Niestetals Bürgermeister Marcel Brückmann (SPD): „Das mit den Garagen tut mir leid “, entgegnete er. Er werde das prüfen und sehen, ob da noch etwas zu machen sei. Gleichzeitig ließ der Verwaltungschef keinen Zweifel daran, dass der Um- oder Neubau des Gerätehauses zumindest in den nächsten vier Jahren nicht auf dem Programm stehe, weil das Geld fehlt. Klar sei, dass ein Neubau an einem anderen Standort zu teuer sei. Gleichzeitig versprach Brückmann den Wehrleuten, dass über die bereits abgesprochenen Sparmaßnahmen hinaus keine Einschnitte auf die Feuerwehr zukämen.

In seiner Bilanz hob Aust die hohe Einsatz- und Ausbildungsbereitschaft der Wehr hervor, die über 52 Einsatzkräfte verfügt. 2018 hätten die Wehrleute etwa 7500 Dienststunden geleistet, kaum ein Tag vergehe, an dem nicht im Feuerwehrhaus gearbeitet werde. Das hohe ehrenamtliche Engagement entspreche dem Wert von fast acht hauptamtlichen Vollzeitstellen, bestätigte Brückmann.

Mit 89 Einsätzen, der Löwenanteil davon Hilfeleistungen, sei es für die Wehr eher ein unspektakuläres Jahr gewesen, berichtete Aust. Bei der Kinderfeuerwehr machten momentan 20 Kinder mit, die Jugendfeuerwehr habe nur zehn Mitglieder und sei ein bisschen „unser Sorgenkind“. Bei der Werbung um neue Mitglieder will die Gemeinde die Wehr unterstützen. Diese Woche wird die Gemeinde den Auftrag für ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 10 vergeben. Außerdem hat die Wehr einen alten Rüstwagen für 40 000 Euro zum Gerätewagen Logistik umbauen lassen.

Während der Sitzung wurde unter anderem Thomas Fiegehenn zum Oberlöschmeister befördert. Olaf Liebscher, stellvertretender GBI, erhielt die Anerkennungsprämie des Landes für 30 Jahre aktiven Dienst. Vizelandrat Andreas Siebert bekam die Prämie für zehnjährigen Dienst in der Niestetaler Wehr.

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