Gewerbegebiet Sandershäuser Berg wird zunächst um 18,8 Hektar erweitert

Niestetal macht Weg für Großhändler Winkler frei

Das Bild zeigt in einer Luftaufnahme das Gewerbegebiet Sandershäuser Berg mit Blick nach Norden. Zu sehen ist die A7 sowie das SMA-Servicecenter mitsamt der noch freien SMA-Fläche.
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Die Aufstellung eines Bebauungsplans für die erste Erweiterung des Gewerbegebietes Sandershäuser Bergs um 18,8 Hektar ist unter Dach und Fach. Gebaut werden soll unmittelbar nördlich der noch freien SMA-Fläche.

Niestetal – Niestetal hat den Weg für die Erweiterung des Gewerbegebietes Sandershäuser Berg als interkommunales Gewerbegebiet um zunächst 18,8 Hektar freigemacht. Einstimmig beschloss am Donnerstag die Niestetaler Gemeindevertretung die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplans.

Dabei handelt es sich um eine nahezu trapezförmige Fläche, die sich nördlich an das noch unbebaute SMA-Grundstück anschließt. Damit soll zunächst die Ansiedlung des Großhändlers für Nutzfahrzeugteile, die Winkler GmbH, sichergestellt werden. Winkler wird voraussichtlich 14,8 Hektar beanspruchen, die übrigen 4 Hektar sind für die Ansiedlung kleinerer Firmen vorgesehen.

Tatsächlich ist mit der Aufstellung des Bebauungsplans nun Eile geboten, da Winkler bereits im zweiten Quartal 2021 sämtliche Baupläne der Bauaufsicht zur Genehmigung vorlegen will. Winkler plant ein neues Teile-Center mit Zentrallager und Logistikeinheit. Eine Genehmigung dafür gibt es aber nur, wenn ein rechtskräftiger Bebaungsplan vorliegt.

Hauptgrund für die zunächst klein angelegte Erweiterung ist ein vom Zweckverband Raum Kassel (ZRK) in Auftrag gegebenes Verkehrsgutachten. „Es zeigt, dass eine Erweiterung um 18,8 Hektar zu keiner Überlastung vorhandener Straßen führt“, sagt die SPD-Fraktionsvorsitzende Kathrin Becker.

Allerdings ginge aus dem Gutachten nicht hervor, wie viel Hektar diese erste Erweiterung maximal umfassen könnte, ohne dass weitere Zuwege wie ein Anschluss an die A7 gebaut werden müssten. „Das könnten bis zu 50 Hektar sein“, schätzt Bürgermeister Marcel Brückmann (SPD). Das aber sei Grauzone. Eine Prüfung soll nun klären, was über die 18,8 Hektar hinaus noch möglich ist, ohne neue Zuwege bauen zu müssen und ohne Sandershausen und Heiligenrode über Gebühr zu belasten.

Grundsätzlich ist laut Regionalplan eine Erweiterung um bis zu 135 Hektar möglich. Der Bau eines Autobahnanschlusses am Sandershäuser Berg wäre dann unumgänglich. Er müsste von den am Gewerbegebiet beteiligten ZRK-Kommunen finanziert werden. Noch ist völlig unklar, wann es zu diesen Entwicklungschritten kommen wird. Sicher aber ist, dass im Kreis der ZRK-Kommunen diese große Lösung schon diskutiert wird.

Klar ist auch, dass Niestetal im Zuge des Interessenausgleichs zwischen den beteiligten Kommunen zu 50 Prozent an der jetzigen sowie an allen weiteren Erweiterungen am Sandershäuser Berg beteiligt werden wird. „Das ist gut, weil es mindestens 50 Prozent sind, aber auch schlecht, weil es vermutlich bei den 50 Prozent bleiben wird“, sagt dazu Brückmann. Inwieweit Niestetal einen Ausgleich für bereits geleistete Infrastrukturmaßnahmen erhält, ist dagegen noch nicht spruchreif. Niestetal hatte im Alleingang zwischen 2007 und 2010 das Gewerbegebiet am Sandershäuser Berg für 38 Mio. Euro erschlossen.

Mit Blick auf künftige Erweiterungen des Gewerbegebietes Sandershäuser Berg fordert die Niestetalter SPD-Fraktion eine Gewerbeansiedlung mit Branchenmix auch mit kleinst-, kleinen- und mittleren Betrieben. Die Schaffung von Arbeitsplätzen sei elementar. „Und da spielt der Arbeitsplatz pro Quadratmeter eine Rolle“, sagt die SPD-Fraktionsvorsitzende Kathrin Becker. Wichtig sei auch, dass ein ökologisch nachhaltiges Gewerbegebiet mit hohem Anspruch entstehe und dass der naturschutzrechtliche Ausgleich in Niestetal geschaffen werde. „Wir treten dafür ein, dass die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Einnahme von Gewerbesteuern nicht im Gegensatz zu ökologischen Aspekten stehen“, sagt Becker.

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