Nach Fehlinvestition

Müllerwiesen-Areal in Niestetal wird erneut verkauft

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Bauruine in den Müllerwiesen: Die Gemeinde Niestetal hofft auf einen neuen Interessenten. Eines der beiden Grundstücke weist noch immer ein halb fertig gebautes, inzwischen aber abbruchreifes Kellergeschoss auf.

Das seit neun Jahren andauernde Drama um die inzwischen verwahrlosten Baugrundstücke In den Müllerwiesen 8 und 10 in Heiligenrode hat möglicherweise bald ein Ende.

Nach dem Rückkauf der Grundstücke durch die Gemeinde Niestetal wird die insgesamt 3043 Quadratmeter große Fläche nun erneut zum Verkauf angeboten – „vorrangig zur gewerblichen Nutzung“, wie die Gemeinde mitteilt.

Zuletzt hatte das Areal dem Kasseler Unternehmer Reshat Sokoli gehört, der es 2010 gekauft, dann aber nie richtig bebaut hatte. Zwar wurden zwei Gruben ausgehoben, ein Fundament gesetzt und auch schon ein Kellergeschoss gebaut. Doch war alles unter dem Strich eine Bauruine geblieben, die inzwischen vermüllt, verrottet und auch von der Bausubstanz her nicht mehr zu gebrauchen ist.

"Verkauft wird im derzeitigen Zustand"

„Verkauft wird im derzeitigen Zustand“, teilt die Gemeinde mit. „Wir hoffen einen Interessent zu finden, der mit der jetzigen Situation vor Ort möglicherweise sogar gut umgehen kann“, sagt Bauamtsleiter Peter Lieder.

Zugewucherte Müllhalde: Schon seit Jahren liegt jede Menge Bauabfall auf dem Gelände verstreut.

Dennoch: Im Prinzip sei vom ehemaligen Eigentümer das gesamte Grundstück in den Urzustand zurückzuversetzen. „Wenn wir keinen Käufer unter den jetzigen Bedingungen finden, werden wir auch darauf bestehen müssen“, sagt Lieder. 

Alle Leistungen, die dann der ehemalige Besitzer für Rückbau und Aufräumarbeiten nicht übernehme und die zunächst von der Gemeinde geschultert werden müssten, würden sämtlich mit dem Rückkaufpreis verrechnet. „Wir wollen ohne jeglichen Schaden aus der Sache rauskommen“.

Hier ist das Müllerwiesen-Areal

Aktuell hat die Gemeinde Niestetal den Mindestkaufpreis auf 60 Euro pro Quadratmeter bei gewerblicher Nutzung, und auf 85 Euro pro Quadratmeter bei Wohnen mit Gewerbe angesetzt. „Der Anteil der gewerblichen Nutzung soll aber vorrangig sein“, sagt Lieder. Bei einer kombinierten Lösung solle das Verhältnis von Gewerbe zu Wohnen möglichst bei 80 zu 20 liegen. „Uns wäre ein Investor lieb, der sich in den Müllerwiesen mit einem stillen Gewerbe ansiedeln würde“. Der Bebaungsplan erlaube dies – das Areal, unmittelbar an der A7 gelegen – ist als Mischfläche ausgewiesen.

Allerdings werde dem Käufer erneut ein zweijähriger Bauzwang auferlegt, um nicht wieder böse Überraschungen zu erleben. Soll heißen: Mit dem Bauvorhaben muss spätestens nach Ablauf von zwei Jahren begonnen werden. „Wir werden uns die Bebauungsverpflichtung kaufvertraglich über ein Rückfallrecht absichern lassen“, sagt Lieder.

Kaufinteressenten können sich schriftlich bis zum 9. August an den Niestetaler Gemeindevorstand, Fachbereich 3, Heiligenröder Straße 70, in 34266 Niestetal, mitsamt Bau- und Nutzungskonzept sowie einem Kaufpreisangebot (Offerte) wenden.

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