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Niestetaler Bad bleibt geschlossen

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Von: Boris Naumann

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Bakterien sind es, die aktuell – und möglicherweise noch in den kommenden Wochen – das Wasser des Naturerlebnisbades in Niestetal belasten. Solange Grenzwerte überschritten werden, bleibt das Bad geschlossen. Archiv
Bakterien sind es, die aktuell – und möglicherweise noch in den kommenden Wochen – das Wasser des Naturerlebnisbades in Niestetal belasten. Solange Grenzwerte überschritten werden, bleibt das Bad geschlossen. © Bachmann

Nichts ist schöner, als sich bei heißem Sommerwetter eine nasse Abkühlung zu verschaffen – zum Beispiel im Naturerlebnisbad Niestetal. Doch zum Leidwesen vieler Badegäste ist das Bad seit Montag, 25. Juli, geschlossen.

Niestetal – Grund ist eine zur Zeit immer noch andauernde Belastung des Badewassers mit verschiedenen Keimen – und es ist noch völlig offen, ob das Naturerlebnisbad seine Tore bis zum Ende der Badesaison Ende September wieder wird öffnen können. „Was wir hier haben, ist ein völlig normales Phänomen, wie es für viele naturnahe Freigewässer während der heißen Sommermonate typisch ist“, erklärt Niestetals Hauptamtsleiterin Heike Pflüger.

In den vergangenen Jahren habe es deshalb schon wiederholt Schließungen des Naturerlebnisbades gegeben. „Im Kern geht es dabei um die starke Vermehrung von Escherichia coli-Bakterien, Enterokokken sowie Pseudomonas aeruginosa-Bakterien im Wasser“, sagt Pflüger. Diese Keime seien die drei wichtigsten Anzeiger für die Qualität von Badewasser.

Niestetaler Bad: Bislang keine Entwarnung bezüglich Keimbelastung - Schwierige Prognose für Zukunft

„Tatsächlich sind die Konzentrationen aller drei Keimarten seit dem 25. Juli regelmäßig über die zulässigen Grenzwerte geklettert“, sagt Pflüger. Zwar nehme der ein oder der andere Wert immer wieder mal ab, sodass er die Toleranzgrenze sogar unterschreite. „Doch es muss nur ein Wert oberhalb der zulässigen Grenze liegen – und schön müssen wir darauf mit einer Schließung des Bades reagieren.“

Jeweils zweimal pro Woche würden Proben direkt aus dem Badewasser entnommen und von einem unabhängigen Labor untersucht. „Es dauert immer drei Tage, bis die Ergebnisse einer Probe vorliegen. Falls die Werte nicht stimmen, wird sofort wieder eine neue Probe veranlasst, sodass wir etwa alle drei Tage über den neuesten Stand informiert sind.“ Bislang aber gebe es keine Entwarnung. Auch sei es schwierig, eine Prognose für die nächste Zeit abzugeben.

Der Grund dafür liege in der ökologischen Komplexität eines solchen Naturbadeteichs. „So lässt sich kaum sagen, was genau die Keimvermehrung verursacht, weil sehr viele Faktoren ineinandergreifen.“ So könne es gut sein, dass Vogelkot eine Rolle spiele. Das sei in den vergangenen Jahren schon häufiger ein Grund gewesen. Rund ein Drittel des Badeteichs bestehe aus einer abgesperrten Regenerationszone mit Schilfgürtel zur natürlichen Wasserreinigung, „in dem sich aber auch gerne mal Wasservögel aufhalten“.

Für Badegewässer wie das Niestetaler Naturerlebnisbad gelten striktere Grenzwerte für Wasserkontamination

Andere Faktoren könnten die Wassertemperatur in Kombination mit dem Nährstoffgehalt des Wassers sein, was eine Keimvermehrung auslösen könnte. „In jedem Fall funktioniert der natürliche Filterkreislauf des Bades einwandfrei, und Wasser, das durch Verdunstung verloren geht, ersetzen wir stets durch frisches Trinkwasser.“

Nicht zuletzt gelten für Badegewässer wie das Niestetaler Naturerlebnisbad (sogenannter Kleinbadeteich) deutlich striktere Grenzwerte für Wasserkontaminationen als für freie Badegewässer wie den Buga-See in Kassel (aktuell für das Baden freigegeben). Daher muss das Naturerlebnisbad schon viel früher geschlossen werden, als der Buga-See, wenn eine Belastung festgestellt wurde.

Zum Vergleich: Selbst wenn der Buga-See einen Escherichia coli-Wert in Höhe von 500 KBE (koloniebildende Einheiten) pro 100 Milliliter Badewasser aufweist, gilt seine Wasserqualität immer noch als „ausgezeichnet“. Für den Niestetaler Kleinbadeteich wäre bereits bei 100 KBE pro 100 Milliliter Badewasser der Grenzwert erreicht. (Boris Naumann)

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