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Niestetaler Bäcker setzt auf Kekse statt Brot und Brötchen

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Von: Michaela Pflug

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Laura und Felix Heere zeigen in ihrer Niestetaler Bäckerei wie die Cookie-Herstellung funktioniert.
Laura und Felix Heere zeigen in ihrer Niestetaler Bäckerei wie die Cookie-Herstellung funktioniert. © Michaela Pflug

Felix und Laura Heere haben ganz klare Vorstellungen von einem guten Keks. Das Ergebnis gibt es nun unter dem Namen „von Brösel“ zu kaufen.

Niestetal – Weich muss er sein und saftig. Hochwertige Zutaten wie Dinkelmehl und Butter statt Palmöl und künstliche Geschmacksverstärker soll er enthalten. Und handgemacht sollte er sein. Also tüftelten die beiden am perfekten Keks – über ein Jahr lang.

Heeres waren auf der Suche nach einem neuen Produkt, einer Nische für ihre Bäckerei, damit diese auch in Zukunft überlebt. „Wir wussten, wir müssen etwas verändern“, sagt Felix Heere. Vor vier Jahren habe er die insolvente Bäckerei der Familie mit Filialen in Niestetal und Kassel übernommen und in ruhigere Fahrwasser gelenkt. Doch dann kam Corona: „Da hat das Kerngeschäft schon stark gelitten.“ Auch sei es in der Bäckerbranche immer schwerer, Mitarbeiter zu finden. Die Arbeitszeiten, die oft mitten in der Nacht an sieben Tagen die Woche beginnen, schreckten wohl viele ab.

Ein weiterer Faktor, der die Heeres umtrieb, war die Nachhaltigkeit der Produkte. „Es soll nicht unnötiger Müll entstehen“, sagt der Bäcker. Das passiere in seinem Gewerbe aber, viele Produkte hätten nur eine sehr kurze Haltbarkeit. Oft gebe es Rückläufer aus dem Verkauf. „Die Menschen wollen, dass auch abends die Theke noch voll ist und gleichzeitig wollen sie – verständlicherweise – nicht, dass Lebensmittel weggeschmissen werden.“

So sieht der Keksteig der Cookie-Manufaktur „von Brösel“ aus.
So sieht der Keksteig der Cookie-Manufaktur „von Brösel“ aus. © Leonie Barski

Also suchte das Ehepaar ein Produkt, das lange haltbar ist. Wie Kekse. Aber es sollten nicht irgendwelche sein. „Die im Supermarkt sind meist steinhart“, erklärt Felix Heere. Sie würden die weicheren amerikanischen Cookies vorziehen. Für das perfekte Rezept hätten sie dann recherchiert und systematisch Rezepte getestet. Gleichzeitig hätten er und seine Frau, die im Betrieb administrative Aufgaben übernimmt, sich autodidaktisch Kenntnisse zum Thema Online-Shop, Marketing und Verpackung angeeignet.

Auf der prangt ein Waschbär im feinen Zwirn. Sein Name: „von Brösel“. „Weil er so schick gekleidet ist und unsere Zutaten vom Feinsten sind“, sagt Felix Heere und lacht. So sei zum Beispiel das als hochwertiger angesehene Dinkelmehl in den Keksen. Und der Waschbär? „Der soll die regionale Verbundenheit zeigen“, erklärt er. Regionale Produkte wie das ihre, vor Ort aus zum größten Teil hessischen Zutaten hergestellt, seien doch aktuell grundsätzlich sehr gefragt. In vielen Märkten fänden sich inzwischen Ecken mit Artikeln aus der Region. Da hätten sie sich auch von erfolgreichen lokalen Kleinunternehmen wie der Kaffeerösterei Kühn & Carter inspirieren lassen.

So sieht der fertige Keks der Cookie-Manufaktur von Brösel aus.
So sieht der fertige Keks der Cookie-Manufaktur von Brösel aus. © Leonie Barski

Auch die Kekse gibt es schon in einigen dieser Ecken. Im nächsten Monat komme die zehnte Verkaufsstelle hinzu. Diese hätten sie zuerst ganz klassisch angesprochen. Ein Supermarkt sei aber nun schon von sich aus auf sie zugekommen. „Das ist dann natürlich mit sehr vielen Glücksgefühlen verbunden“, sagt Felix Heere. Die Nachfrage sei hoch, aktuell kämen sie neben dem normalen Geschäft kaum hinterher. 350 bis 400 Päckchen pro Woche verpacken die beiden in der Backstube in Niestetal. Langfristig sei der Plan, komplett vom klassischen Bäckergewerbe auf die Cookie-Manufaktur umzusteigen. „Aber wir sind ja noch ganz am Anfang,“ sagt Heere.

Weitere Infos: Fünf Sorten gibt es auf von-broesel.de. Dort finden sich auch die Verkaufsstellen. 150 Gramm kosten 3,99 Euro.

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